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Brandenburg/Havel St. Katharinen: Geld sammeln für Orgelumbau
Lokales Brandenburg/Havel St. Katharinen: Geld sammeln für Orgelumbau
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00:17 31.12.2017
Der Stadtkantor Fred Litwinski spielt häufig auf der Orgel in der Katharinenkirche. Quelle: privat
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Brandenburg/H

Die Vorbereitungen für den geplanten Umbau und die Erweiterungen der Orgeln in der Brandenburger Katharinenkirche gehen weiter. Der Brandenburger Organist und Stadtkantor Fred Litwinski schart seit Monaten orgelbegeisterte Musikliebhaber um sich. Sie trommeln für das ehrgeizige Projekt und sammeln weiter Geld.

„Schon in zwei Jahren soll das neue Instrument erklingen“, sagt Fred Litwinski. Das Projekt sei auf einem guten Wege und nehme immer mehr Gestalt an. Für das Gesamtvorhaben wird nach Angaben von Fred Litwinski eine Summe von rund 650 000 Euro benötigt.

Sein leidenschaftliches Plädoyer lässt denn auch kaum Zweifel zu: Mit Sachverstand und Vorfreude auf das neue Klangvermögen reißt der Stadtkantor alle Pfarrer sowie den Gemeindevorstand, den Freundeskreis sowie spendenwillige Bürger und Unternehmen mit.

Hintergrund

Joachim Wagner, 1690 in Karow bei Genthin geboren, gilt als bedeutendster Brandenburger Orgelbauer. Von seinen 52 Instrumenten sind nur wenige erhalten.

Die St. Katharinenkirche wird jährlich von 33 000 Touristen besucht.

Zur finanziellen Absicherung des Vorhabens fehlen noch 625 000 Euro. Die Firma Schuke Orgelbau Potsdam hat das günstigste Angebot unterbreitet.

Nach Fertigstellung der Orgelarbeiten wird Fred Litwinski 30 Jahre Kirchenmusiker in Brandenburg an der Havel sein. Als Organist wird er auch bei Gastspielen in Schwerin, Bad Doberan, Greifswald und Stralsund geschätzt.

Weitere Informationen zum Orgelprojekt und Spendenmöglichkeiten unter www.katharinengemeinde.de.

Unterstützung findet Fred Litwinski auch bei befreundeten Musikern. Da fallen schon mal die ganz großen ostdeutschen Namen wie Ludwig Güttler, Matthias Eisenberg und Roderich Kreile. Der weltbekannte Trompeter, der Organist und der Kreuzkantor mit seinem berühmten Chor werden in der St.-Katharinen-Kirche konzertieren. Die zweite Brandenburger Sommernachtsgala findet ebenfalls in der wohl schönsten Kirche Brandenburgs statt. Der frühere Dirigent der Brandenburger Symphoniker Michael Helmrath bringt das Loh-Orchester Sondershausen in die Havelstadt mit.

Eine Orgelbesichtigung muss sein. Fred Litwinski nutzt die 33 Stufen, um den Besuch von Felix Mendelssohn Bartholdy vor 191 Jahren zu erwähnen. Der Komponist kam als Schüler August Wilhelm Bachs mit dem Wunsch, alle Wagner-Orgeln der Region kennenzulernen. Die Orgel des Meisters von 1726 ist eines der herausragenden Instrumente im Land.

Wesentliche Änderungen und Ergänzungen erfuhr die Barockorgel 1898 (Firma Sauer) und 1937 (Firma Schuke). „Die aktuell geplante Restaurierung wird die Hauptorgel unangetastet lassen, jedoch Pfeifenwerk, Balganlage, Windladen und deren Steuerung modernisieren“, erklärt Fred Litwinski. Von einem mobilen Spieltisch aus würden dann Haupt- und Chororgel ansteuerbar sein.

Die Initiatoren des Orgelprojektes um den in kurzer Zeit auf 43 Mitglieder gewachsenen Freundeskreis möchten das Denkmal erhalten und einer drohenden Stilllegung aus Sicherheitsgründen zuvorkommen. Ein zusätzliches, neues Orgelwerk ergänzt dann den vorhandenen Registerbestand um romantische Klangfarben.

„Durch die zusätzliche romantische Disposition wird das Instrument einzigartig in der deutschen Orgellandschaft sein und eine der selten gewordenen sogenannten Zwischenkriegsorgeln kann für kommende Generationen erhalten bleiben“, erklärt der Stadtkantor. Der große Schwellkasten der Erweiterungsorgel garantiere zukünftig dynamische Klangsteuerungen bis hin zu höchsten Tönen und zartester Lautstärke-Differenzierung. Der fahrbare Spieltisch erlaube zudem das gemeinsame Musizieren von Orgel und Orchestern in sinfonischer Besetzung.

Bis dahin wird Fred Litwinski täglich üben, wöchentliche Dienste wahrnehmen und die Brandenburger Stadtkantorei sowie den Motettenchor leiten. Zudem bietet er Führungen an und gibt Konzerte.

In wenigen Tagen wird dem Stadtkantor Fred Litwinski in Anerkennung seiner Verdienste um die Pflege des kirchenmusikalischen Erbes der Titel Kirchenmusikdirektor verliehen.

Von Michael Treffehn

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