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St. Katharinen hat Sakristeischrank zurück

Brandenburg an der Havel St. Katharinen hat Sakristeischrank zurück

Über Jahrhunderte beherbergte der Sakristeischrank in der St. Katharinenkirche in Brandenburg an der Havel die heiligen Gegenstände der Gemeinde. Doch viele Jahre litt er unter großer Feuchtigkeit. Diplom-Restauratorin Nadja Jaeckel nahm sich ihn sechs Monate vor. Nun steht er wieder an seinem Platz – und wartet auf ein letztes Detail.

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Quelle: Annika Jensen

Brandenburg/H. Täglich nutzen wir ihn. Alltagsgegenstand par excellence beherbergt er vor allem Kleidung. Schon lange gibt es aber auch Ausführungen nur für Porzellan, die Hifi-Anlage oder für die Küche. Kaum vorstellbar, dass es auch Zeiten gab, in denen der Schrank schlicht nicht gebräuchlich war. Und doch gab es sie. In der Mark Brandenburg war das unter anderen im 15. Jahrhundert der Fall.

Und eben aus jener schranklosen Zeit stammt ein Exemplar in der St. Katharinenkirche. Der Sakristeischrank kann sehr genau auf das Jahr 1456 datiert werden. „Er gehört somit zum ältesten Inventar der Kirche“, sagt Pfarrer Jonas Börsel. Bis vor zehn Jahren war das kostbare Stück großer Feuchtigkeit in seiner Mauernische ausgesetzt. Dann nahm die Gemeinde ihn dort raus und stellte ihn in eine andere Ecke der Sakristei. Nun konnte er endlich restauriert werden.

Seit dieser Woche steht er wieder an seinem angestammten Platz. Und nicht nur das: er soll auch wieder als Sakristeischrank genutzt werden. Sobald funktionsfähige Schlösser angebracht sind, kann der Pfarrer die versa sacrae wieder in dem Schrank unterbringen. Also jene heiligen Gegenstände, die für den Gottesdienst eine besondere Bedeutung haben.

Für die Restaurierung kam der Schrank nach Berlin in die Werkstatt von Diplom-Restauratorin Nadja Jaeckel. Etwa ein halbes Jahr arbeitet sie an dem wertvollen Möbelstück. Sie reinigte, sicherte und ergänzte das Holz und die Bemalung. „Ich habe ihn sehr zurückhaltend restauriert, damit der originale ästhetische Eindruck nicht gestört wird“, sagt Jaeckel.

„Die größte Herausforderung, war abzuwägen, wie weit ich in der Ergänzung der Konstruktion gehe.“ Dabei sei das Hauptproblem die Feuchtigkeit gewesen. Sie hat das Holz an vielen Stellen stark angegriffen.

Diese Feuchtigkeit gelangte durch das Mauerwerk an den Schrank. Das bedeutete: nicht nur das Möbelstück, auch die Mauer musste entfeuchtet werden. Bevor es wieder in seine Nische kam, verputzten Maurer die Wand neu und draußen gibt es nun eine Dachrinne - erstmals. Nun steht der Schrank ohne Wandkontakt an seinem Platz. Mit Hilfe eines fest installierten Klima-Mess-Gerätes kann Nadja Jaeckel zudem regelmäßig die Feuchtigkeit vor Ort kontrollieren.

Finanzielle Hilfe für die Restaurierung bekam die Gemeinde vom Freundeskreis der Kulturstiftung der Länder. Er übernahm den Großteil der Kosten. „Wir freuen uns, ein zentrales Stück der Ausstattung der St. Katharinenkirche gerettet zu haben“, sagt Frank Druffer, stellvertretender Generalsekretär.

Von Annika Jensen

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