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Staatsanwalt fordert 8 Jahre für Juwelenräuber

Brandenburg an der Havel Staatsanwalt fordert 8 Jahre für Juwelenräuber

Zwei Angeklagte sollen im Juli 2015 in der Altstadt von Brandenburg an der Havel mit vorgehaltener Pistole Waren und Bargeld im Wert von 59.000 Euro erbeutet haben. Nach einem halben Jahr Verhandlung sprachen Staatsanwaltschaft und Verteidigung in Potsdam nun ihre Plädoyers. Beide Parteien sehen für die beiden Männer ein wichtiges Tatmerkmal nicht bestätigt.

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Der angeklagte Zygimantas E. mit seinen Verteidigern.

Quelle: Annika Jensen

Potsdam. Im Fall des Raubüberfalls auf zwei Juweliergeschäfte in der Brandenburger Altstadt und in der Havelberger Innenstadt haben im Landgericht Potsdam jetzt Staatsanwaltschaft und Verteidigung ihre Plädoyers gesprochen.

Zwei Männern aus Litauen wird zur Last gelegt, am 25. Juli 2015 das Juweliergeschäft von Antje Timm in der Bäckerstraße überfallen, die Geschäftsfrau gefesselt zu haben und letztlich mit Waren und Bargeld im Wert von insgesamt 59 000 Euro geflüchtet zu sein. Zudem soll einer der beiden, Vlytautas P. (23), an einem zweiten Raub in Havelberg beteiligt gewesen sein.

In den seit Ende Januar laufenden Verhandlungen sowie während des Ermittlungsverfahren waren beide Tatverdächtigen früh geständig. So gab der zum Tatzeitpunkt 17-Jährige Zygimantas E. zu, an dem Raub im Brandenburger Juweliergeschäft beteiligt gewesen zu sein. Sein Mittäter bestreitet hingegen, bei dem Überfall in Brandenburg dabei gewesen zu sein. Er gestand lediglich den Raub in der Havelberger Innenstadt.

Vor Beginn der Verhandlung sah es so aus, als seien die beiden Litauer eigens für die Straftaten und in der klaren Absicht, eben jene Raubüberfälle zu begehen, nach Brandenburg gereist, als Teil einer organisierten kriminellen Bande. Die Ermittler fanden jedoch heraus: Zumindest Vlytautas P. wurde durch Dritte mit einer Tätigkeit auf dem Bau nach Deutschland gelockt. In Deutschland angekommen, nahmen sie ihm seinen Pass ab und nötigten ihn zu dem Raubüberfall.

Aus Angst, so sein Verteidiger Matthias Schöneburg, habe er eingewilligt. Zygimantas E. wurde ebenfalls durch Dritte nach Deutschland geholt: Er sollte helfen, Fahrräder „einzusammeln“, was Verteidigung und Staatsanwaltschaft als stehlen klarstellten.

Beide Parteien sehen die beiden Angeklagten nicht als Mitglieder eine Bande – wie es zu Beginn noch schien. „Es waren keine drei Personen an den Raubüberfällen beteiligt“, so Staatsanwalt Abisch. Für eine Bande müssen es mindestens drei Tatverdächtige sein. „Es konnte nicht festgestellt werden, dass die beiden Angeklagten feste Bandenmitglieder sind.“ Abisch und seine Kollegin forderten eine Strafe von vier Jahren Jugendstrafe für Zygimantas E. und acht Jahre Haft für Vlytautas P. aufgrund der zwei Raubüberfälle. Für beide Angeklagten sehen sie den Straftatbestand des schweren Raubüberfalls bekräftigt.

Immerhin waren die Täter in beiden Fällen mit einer Schreckschusspistole und einer echt aussehenden Spielzeugpistole am Werk. Die Opfer konnten das natürlich nicht wissen und haben bis heute mit teils schweren psychischen Folgen zu kämpfen. Demgegenüber forderte der Verteidiger von P. eine Strafe von vier Jahren und der Verteidiger von E. eine Jugendstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten. Ein letztes Wort wollte keiner der beiden Männer sprechen.

Von Annika Jensen

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