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Staatssekretärin fordert mehr Kurzzeitpflege

Brandenburg/Havel Staatssekretärin fordert mehr Kurzzeitpflege

Almuth Hartwig-Tiedt (57), Staatssekretärin im Brandenburger Gesundheits- und Familienministerium, fordert mehr Kurzzeitpflegeplätze. Auf einer Tour“ durchs Land machte die Linken-Politikerin in Brandenburg an der Havel Station und erfuhr dort, dass gerade eben solche im St. Marienkrankenhaus verloren gehen. Bewerten wollte sie das nicht.

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Almuth Hartwig-Tiedt im Gespräch mit den Martha-Piter-Mieterinnen Erika Hoppe (links) und Brigitte Lange.

Quelle: jl

Brandenburg/H. „Wir brauchen viele Kurzzeitpflegeplätze“, sagte am Mittwoch Almuth Hartwig-Tiedt (57), Staatssekretärin im Brandenburger Gesundheits- und Familienministerium. Auf ihrer „Pflegetour“ durchs Land machte die Linken-Politikerin in Brandenburg/Havel Station und erfuhr dort, dass entgegen ihrer Forderung gerade Kurzzeitpflegeplätze im St. Marienkrankenhaus verloren gehen. Bewerten wollte sie das nicht.

„Pflegeoffensive“ haben sich Hartwig-Tiedt und Ministerin Diana Golze als eines von drei großen Themen in dieser Wahlperiode auf die Fahnen geschrieben. Daher reisen beide Politikerinnen in die Städte und Landkreise, um sich so gut es geht ein Bild von der jeweiligen Pflegesituation zu machen.

Die Brandenburger Stationen von Hartwig-Tiedt und Brandenburgs Sozialbeigeordneten Wolfgang Erlebach (Linke) sind der Pflegestützpunkt in der Wiener Straße, in dem jährlich etwa 1500 Beratungsgespräche stattfinden, die Wohnstätte der Gemeindenahen Psychiatrie in der Mittelstraße und das Martha-Piter-Heim in Hohenstücken mit seinen 90 Pflege- und 60 Wohnplätzen.

Das Martha-Piter- und das Clara-Zetkin-Heim sind eingebunden in das Modellprojekt „Anforderungen an Pflegefachkräfte“. Es geht darum, die Altenpflege gut zu organisieren, wenn Fachkräfte auf diesem Gebiet noch knapper werden. Denn die Zahl pflegebedürftigen Menschen steigt. Wie Pflegeheim-Geschäftsführer Norbert Fröhndrich berichtet, wird sich die Rolle von Pflegefachkräften wandeln, werden sie höhere Verantwortung tragen und stärker als bisher als Koordinatorinnen, Moderatorinnen und Anleiterinnen im Pflegealltag ihre Arbeit erledigen.

Für gewisse altenpflegerische Tätigkeiten werden die Fachkräfte zwar weiterhin benötigt, doch etliche Aufgabe würden sie an Pflegehilfskräfte delegieren müssen, In dem erwähnten Modelprojekt geht es darum, die wichtigsten Anforderungen an Fachkräfte in Pflegheimen zu bestimmen.

Die Ministerium will das Berufsbild der Pflegefachkraft aufwerten, eine effektive Personalentwicklung gewährleisten und herausfinden, welche Weiterbildungen notwendig sind. Bei ihrem Besuch in Brandenburg sind Hartwig-Tiedt Besonderheiten der hiesigen Pflegesituation aufgefallen. Dazu gehört die „gut ausgebaute Tagespflege“. Mit 123 Plätzen und einem Anteil von 4,9 Prozent liege die Stadt über dem Landes- und weit über dem Bundesdurchschnitt.

Auffällig sei zudem ein stark ausgebauter ambulanter Pflegedienst in Brandenburg/Havel und im Pflegestützpunkt die Verknüpfung von fallbezogener Beratung und allgemeine Altenhilfe.

Die Linken-Politikerin kündigte an, dass ihr Haus zum Jahresende Pflegedossiers zu allen Kreisen und Städten, also auch zu Brandenburg/Havel, veröffentlichen werde. Das Ziel sei ganz klar, die Bedeutung der Pflege herauszustellen, ihr eine Stimme zu geben.

Von Jürgen Lauterbach

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