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Brandenburg/Havel Stadt steckt Millionen in die Kinderbetreuung
Lokales Brandenburg/Havel Stadt steckt Millionen in die Kinderbetreuung
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02:15 06.03.2016
Das ehenmalige Augustaheim in der Kleinen Gartenstraße 40/41 könnte künftig Platz für 200 Hortkinder bieten. Quelle: Volkmar Maloszyk
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Brandenburg/H

Ein neuer Hort im Augustaheim, eine Riesen-Kita an der Bauhofstraße, einige behindertengerechte Straßenbahnhaltestellen: Erfinderisch ist Bürgermeister Steffen Scheller (CDU) wenn es darum geht, Geld für die Stadt zu besorgen beziehungsweise einmal Versprochenes auch festzuhalten. So passiert es derzeit mit den Millionen vom Bund, welche die Stadt nicht wie gewünscht ausgeben darf.

Die Kommune benötigt mittelfristig 350 Hortplätze, um alle Kinder betreuen zu können. Ursprünglich sollte es dafür Neubauten in der Hausmannstraße neben der Kita „Wellenreiter“ sowie an der Bauhofstraße in der Baulücke zum ehemaligen Busbetriebshof geben. Das wird aber nicht gefördert, nur Einrichtungen zum Betreuen von Kindern im Vorschulalter.

Mittelfristig werden 350 Hortplätze gebraucht

„Wir haben jetzt Kontakt zur Jugend-und Sozialwerk gGmbH als Hortträger der ,Havelkids’ sowie zur Eigentümerin des benachbarten ehemaligen Augustaheimes aufgenommen, um dort Kapazitäten für 200 Hortkinder zu schaffen, wenn in der Gartenstraße 42 die neue Grundschule in Betrieb geht“, sagt Scheller. Das 1898/1899 durch den Vaterländischen Frauenverein errichtete Augustaheim gehört seit 2013 der Christian Lohn & Jana Hirt GbR. Das Ensemble mit 2700 Quadratmetern Nutzfläche kann für die Kinder hergerichtet werden, die Stadt würde die energetische Sanierung mit 290.000 Euro fördern, es habe bereits gute Gespräche gegeben.

Zugleich würde die Stadt den Neubau in der Bauhofstraße vorantreiben, allerdings noch größer als ursprünglich geplant – mit nunmehr jeweils 35 Krippen- und Kindergartenplätzen sowie 130 Hortplätzen. Das Gebäude würde dann in L-Form errichtet, nach neuer Kostenschätzung sind dafür 4,35 Millionen Euro fällig. Für Krippe und Kindergarten dürfen 1,5 Millionen Euro Bundesmittel eingesetzt werden, etwa 2,12 Millionen bringt die Kommune an Eigenmitteln auf, fehlen noch rund 730 000 Euro.

Neubau in der Bauhofstraße soll vorangetrieben werden

Hier gibt es Überlegungen, die städtische Wohnungsgesellschaft Wobra als Bauträger zu gewinnen. Doch stehen mögliche Entscheidungen noch aus, weil Gesellschafterin und Aufsichtsrat zu beteiligen sind. „Ich werbe für diese Idee, weil ihr Umsetzen böte die Initialzündung für das geplante Wohngebiet, in dem vor allem junge Familien ein Zuhause finden können“, sagt der Bürgermeister.

Kitas, Klinikum, Verkehrsbetriebe

Der Bund gibt der Stadt als finanzschwacher Kommune 8,26 Millionen Euro für Investitionen. Die Kommune Brandenburg an der Havel muss 918 000 Euro Eigenmittel beisteuern, so dass sich ein Betrag von 9,18 Millionen Euro ergibt.

In dieser Woche hat das Innenministerium signalisiert, dass der städtische Eigenanteil vom Land übernommen werden kann.

Gesetzt sind neben den bereits beschriebenen Projekten 1,83 Millionen Euro Zuschuss ans Städtische Klinikum für einen dreigeschossigen Neubau, in dem Krankenhausapotheke, Pathologie und Labore der Medizinischen Hochschule MHB Platz finden.

An die Verkehrsbetriebe werden 750 000 Euro für den behindertengerechten Umbau des Umsteigeknotens Magdeburger-/Fouquéstraße überwiesen.

Insgesamt 1,2 Millionen Euro gibt es zudem für das Sanieren der Kita „Mittendrin“ in der Schleusener Straße.

Ebenfalls nicht aufgegeben ist das Projekt in der Hausmannstraße. Das würde dann reduziert in der Platzzahl von 170 auf 130 – 60 in der Krippe, 70 im Kindergarten. Das würde etwa 2,84 Millionen Euro kosten und ist förderfähig nach den Bundes-Richtlinien. Die Stadt braucht perspektivisch die Kapazitäten, weil demnächst beispielsweise auch die Kita „Sonnenwinkel“ saniert und dafür geräumt werden muss. „In drei, vier Jahren wollen wir mit den Trägern der Kindereinrichtungen auch Gespräche darüber führen, ob ein Kindergarten zum Hort umgewandelt werden kann, um die noch fehlenden Plätze zu bekommen.“

So hat Scheller die Investitionsmittel fast ausgegeben, bleibt noch ein Rest von 280 000 Euro. Dazu hat er bereits mit Verkehrsbetriebechef Jörg Vogler gesprochen, ob neben dem Knoten Fouquéstraße weitere Straßenbahnhaltestellen behindertengerecht ausgebaut werden könnten, beispielsweise in der Steinstraße, an der Luckenberger Brücke beziehungsweise in der Magdeburger Straße vor dem Oberlandesgericht. Hier sollen preiswerte Lösungen mit Aufpflasterungen auf der Fahrbahn gefunden werden – analog zu den Potsdamer Haltestellen in der Charlotten- und in der Berliner Straße.

Von André Wirsing

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