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Stadt sucht Investor für Museum

Brandenburg an der Havel Stadt sucht Investor für Museum

Die Stadt Brandenburg hat ein Interessenbekundungsverfahren ausgeschrieben, um die Galerie Brennabor und das Heimat-Museum an einem Standort in der Stadt zu bündeln. Bis zum 25. April haben Investoren Zeit, ihre Ideen zu Papier zu bringen, und sich damit zu bewerben.

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Das alte Stadtbad gilt vielen als idealer Standort für ein Museum. Doch auch das Straßenbahndepot hat Chancen.

Quelle: Foto: JACQUELINE STEINER

Brandenburg/H. Die Stadt hat ein Interessenbekundungsverfahren ausgeschrieben, um die Galerie Brennabor und das Heimat-Museum an einem Standort in der Stadt zu bündeln. Bis zum 25. April haben potentielle Investoren Zeit, ihre Ideen zu Papier zu bringen, und sich damit zu bewerben. Wie Kulturverwaltungs-Chef Tim Freudenberg sagt, habe es bereits vier Parteien gegeben, die ihr Interesse vom Grundsatz her signalisiert hätten.

Überregionale Sogwirkung

Das zukünftige Kunst- und Museumszentrum der Stadt Brandenburg an der Havel muss, so sieht es die Ausschreibung vor, in zentraler Innenstadtlage verortet sein. Es soll eine überregionale Sogwirkung haben und als überregionaler kulturtouristischer Leuchtturm strahlen, sagt Tim Freudenberg. Bevorzugt wird eine Lage unmittelbar an der Havel auf der für die Bundesgartenschau 2015 touristisch erschlossenen Achse zwischen Wiesenweg (ehemaliger zentraler BUGA-Parkplatz) und dem Brandenburger Dom.

Damit ist klar, welche Immobilien überhaupt in Frage kommen: der Parkplatz selbst, das Straßenbahndepot, das alte Stadtbad, das Heineufer und der Packhof. Realistisch dürften aber nur ein Neubau am Wiesenweg, der Ausbau des Straßenbahndepots und der Umbau des Stadtbad für einen Neubau oder eine am Nutzungszweck orientierte Sanierung sein.

Zwei ernsthafte Interessenten

Die Besitzer des Depots – Bernd Jansen – und des alten Stadtbades – Florian Grothmann - haben bereits gegenüber der MAZ erklärt, dass sie sich an dem Interessenbekundungsverfahren beteiligen werden. Bereits im Vorjahr hatte die MAZ über das Angebot Grothmanns berichtet, das auch in der Stadtführung mit viel Wohlwollen aufgenommen worden war. Grothmann hatte angeboten, im alten Stadtbad sowohl ein Stadtmuseum zu bauen, als auch der Kunsthalle Brennabor und dem Depot des Heimatmuseums eine neue Heimat zu geben. Nach Bekanntwerden der Pläne, offerierte Jansen der Stadt einen ähnlichen Plan im nur wenige Meter vom alten Stadtbad entfernten Depot.

Das Museum mit einer Dauerausstellung soll nach den Vorstellungen der Stadt auf 800 bis 1600 Quadratmetern Platz finden. Für das Depot der volkskundlichen Sammlung mit etwa 160 000 Exponaten sind 2500 bis 3000 Quadratmeter veranschlagt. Für die Kunsthalle seien 450 bis 700 Quadratmeter vorgesehen und 120 Quadratmeter Bürofläche mit bis zu zehn Arbeitsplätzen. Insgesamt rechnet die Verwaltung mit einem Flächenbedarf zwischen 4600 und 6000 Quadratmeter.

Langfristiger Vertrag mit der Stadt

Die Stadt sucht einen Standort für eine langfristige Nutzung. Daher besteht die Absicht zum Abschluss eines Mietvertrags über 20 Jahre mit der Option mehrmaliger Verlängerungen um jeweils 5 bis 10 Jahre.

Wenn Ende April die Ausschreibungsfrist endet, will Freudenberg schnell Nägel mit Köpfen machen: Eine prominent besetzte Jury aus Fachleuten aus dem Museumsbereich, Stadtentwicklern, der Stadtführung und Lokalpolitikern soll sich mit den Plänen auseinandersetzen und dann eilig eine Empfehlung für die SVV erarbeiten, mit welchem Projekt die Stadt in ihre museale Zukunft gehen soll.

Arbeit für Jahre

Sollte sich bereits die Juni-SVV mit dem Projekt abschließend befassen, könnten bis zum Jahresende die Rahmenpläne für den Ausbau des Museums verhandelt werden, hofft Freudenberg. Drei Jahre, so rechnet er, müsse man für die Vorbereitungen und den Ausbau des Museums rechnen, so dass die Stadt Ende 2020 oder Anfang 2021 mit der Gestaltung des Innenausbaus der Dauerausstellung beginnen könne.

Wie Freudenberg betont, handelt es sich beim eingeleiteten Verfahren „nicht um ein Ausschreibungsverfahren nach dem Vergaberecht sondern um eine unverbindliche Aufforderung zur Abgabe von Angeboten.“ Die Stadt Brandenburg an der Havel sei nicht zu einem Vertragsabschluss verpflichtet und im Übrigen stehe auch nicht das „reine Wirtschaftlichkeitsprinzip“ im Mittelpunkt. Die Stadt hoffe, so Freudenberg, bei diesem Thema auf einen richtig großen Wurf.

Von Benno Rougk

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