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Stadt verkauft Ruderhaus

Brandenburg an der Havel Stadt verkauft Ruderhaus

Es sollte ein „Haus des Sports“ werden – mit Übernachtungs-, Tagungs- und Feiermöglichkeiten: das alte Ruderhaus, das vor mehr als 100 Jahren der Spielwarenfabrikant Ernst Paul Lehmann dem Ruderklub schenkte. Die Pläne zerschlugen sich, nun muss die Stadt als Besitzerin die Immobilie verkaufen, damit sie gerettet wird.

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Das viergeschossige Ruderhaus am Stimmingswehr mit den Toren zu Festsaal und Bootshalle.

Quelle: J. STEINER

Brandenburg/H. Dier Stadt versucht derzeit, das Ruderhaus des BSRK zu verkaufen. Für 298.000 Euro bietet das Gebäude- und Liegenschaftsmanagement GLM die Immobilie zwischen dem Kleinen Beetzsee und dem Stimmingswehr für potentielle Interessenten an.

Verbunden damit sind weitere Kosten, etwa eine Sanierungsverpflichtung für das Denkmal, „das ist ein Millionenbetrag“, sagt GLM-Chefin Angelika Köhler. Dagegen erscheinen beispielsweise 5000 Euro für die Teilungsvermessung sowie mehrere Tausend Euro für das Trennen der Medien, die auch die benachbarte Bowlingbahn versorgen, als geringe Mehrkosten.

Weil das 1908/09 errichtete Ensemble ein Denkmal ist, gibt es entsprechende Auflagen: So dürfen beispielsweise der Saal sowie die Bootshalle nur wiederhergestellt aber nicht verändert werden – etwa durch Teilung oder Einbauten. So sei eine reine Wohnnutzung eher nicht möglich, wahrscheinlicher wäre beispielsweise ein Nutzen als Pension für Wassertouristen, heißt es in der Ausschreibung.

Dafür gibt es ein Wassergrundstück mit Schwimmsteg für kleine sowie eine massive Spundwand für größere Boote. Im Haus stehen etwa 800 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung. Die Haustechnik muss komplett erneuert werden – Elektro-, Wasser- und Abwasserinstallation, Heizung, Telekommunikation. „Es ist ein wunderschönes Haus, aber es wird Zeit, dass sich jemand darum kümmert. Noch ist alles trocken, aber im Obergeschoss sind beispielsweise schon Dielen und Fenster kaputt“, sagt Angelika Köhler. Das GLM biete Interessenten laufend Besichtigungstermine an, denn eine Kaufentscheidung sollte gut überlegt sein. „Deshalb haben wir den Ausschreibungsschluss extra auf Ende Oktober gelegt. Wir sollten eine Lösung hinbekommen wie bei der Villa Krüger: Zuerst eine Ideenfindung, dann ein Umsetzungsplan und ein Begleiten durch Denkmalpfleger. Wohl erst dann kann man zu einer seriösen Entscheidung kommen.“

Erbbaupacht gescheitert

Das zum Ruderhaus gehörende Areal an der Krakauer Straße hat eine Gesamtgröße von 4705 Quadratmetern. Verkauft werden soll nun das Gebäude nebst 2140 Quadratmetern Grund.

Das Ruderhaus ist 109 Jahre alt und wurde einst vom Spielwarenfabrikanten Ernst Paul Lehmann dem Ruderklub geschenkt.

Das Haus des Brandenburger Sport- und Ruderklubs BSRK 1883 ist Eigentum der Stadt, wurde bislang aber vom Verein unterhalten, der das drei Hektar große Areal kostenlos gepachtet hat.

Im Dezember 2014 hatte der Hauptausschuss einen Erbbaurecht für den privaten Investor Bodo Gripp beschlossen. Danach war für das Gebäude des Delta-Bowling ein Kaufpreis von 65.000 und für das Ruderhaus von 88.000 Euro vereinbart, hinzu kommt eine 60 Jahre währende Erbbaupacht. Dafür sollte Gripp 341.200 Euro überweisen.

Realisiert wurde die Bowlingbahn, die der Brandenburger saniert und komplett erneuert hat.

Der Vertrag zum Ruderhaus sei nie rechtswirksam geworden, heißt es aus der Verwaltung.

Erste Interessenten aus der Stadt gebe es schon, doch könnten es durchaus mehr sein. Bislang hatte die städtische Immobilie der Brandenburger Sport- und Ruderklub 1883 e.V. BSRK genutzt – zu den üblichen Konditionen: miet- und pachtfrei, aber mit Verantwortung fürs Unterhalten. Das sei auch vom größten Sportverein der Stadt nicht mehr zu stemmen gewesen. Vor drei Jahren beschloss der Hauptausschuss ein Erbbaurecht für Bodo Gripp, der auch die benachbarte Bowlingbahn in Ordnung gebracht und aufgemöbelt hat. Doch Gripp gab den Vertragsteil fürs Ruderhaus zurück. „Es hat sich weder ein schlüssiges Konzept noch ein Betreiber gefunden. Deshalb habe ich gesehen, dass eine Investition sich nicht wirtschaftlich gerechnet hätte. Deshalb habe ich mit dem Projekt nicht angefangen.“ Ursprünglich gab es mal Pläne, das Ruderhaus zu einem Haus des Sports zu entwickeln – in Kombination aus Pension, Erlebnisort und Tagungsstätte. Doch hätte das Verhältnis aus Aufwand und Ertrag nicht gestimmt.

Von André Wirsing

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