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Stadtmuseum erst 2018 wieder komplett offen

Betteln fürs Frey-Haus Stadtmuseum erst 2018 wieder komplett offen

Das Brandenburger Stadtmuseum wird auch 2017 teilgeschlossen bleiben. Darauf bereitet Kulturbeigeordneter Wolfgang Erlebach die Öffentlichkeit vor. Es fehle an Geld, um das Museum 2017 komplett neu eröffnen zu können. Die Stadt hat für die Modernisierung nur 150 000 Euro übrig. Sollten sich nicht weitere 300 000 Euro finden, sieht es für das Museum schlecht aus.

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Moderne Museumsgestaltung sieht anders aus: ein Blick in die geschlossene Dauerausstellung im Brandenburger Stadtmuseum.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Brandenburg/H. Das Stadtmuseum wird frühestens 2017 und dann nur in einer ersten Etappe wieder eröffnet. Das ist der Vorschlag des Kulturbeigeordneten Wolfgang Erlebach (Die Linke). Hintergrund ist der Fakt, dass das Geld für die bauliche und inhaltliche Neuausrichtung des Museums im Freyhaus hinten und vorne nicht reicht. 150 000 Euro sind dafür an städtischen Mitteln vorgesehen. Nach Expertenmeinungen wären laut Erlebach 800 000 Euro angemessen. Doch wenigstens weitere 300 000 Euro braucht die Stadt an Förder- und Sponsorengeld, um das Museum in der Ritterstraße modernen Ansprüchen entsprechend wieder neu zu eröffnen. Erlebach hält es daher für unrealistisch, dass das Stadtmuseum vor 2018 mit neuer kompletter Dauerausstellung fertig sein wird.

Der städtische Kulturmanager Tim Freudenberg ist ab sofort zusätzlich zu seinen bisherigen Aufgaben kommissarischer Museumsleiter. Die bisherige Museumsdirektorin Désirée Baur hat ihr Büro bereits geräumt. Ihre Stelle wird in absehbarer Zeit nicht neu ausgeschrieben, sagte Erlebach am Donnerstagabend im Kulturausschuss. Schon seit Wochen sind die Obergeschosse des Museums für Besucher gesperrt.

Kulturausschuss berät bald das neue Museumskonzept

Geplant ist nun, die Arbeitsräume und Büros der drei Mitarbeiter ins Dachgeschoss zu verlagern. So könnten zu den 450 Quadratmetern weitere 300 Quadratmeter hinzugewonnen werden. Als zwischenzeitliche Flüchen etwa für Sonderausstellungen sollen das Gotische Haus und die Johanniskirche genutzt werden. Dort ist ab dem Sommer eine Dokumentation über Anne Frank geplant.

Das von einem Fachbeirat entworfene neue Museumskonzept indes steht und soll im April im Kulturausschuss vorgestellt werden. Anschließend hoffen Erlebach und Freudenberg auf Absegnung des Konzeptes durch die Stadtverordneten. „Damit wir dann auf Suche nach Fördermitteln gehen können“, so Erlebach. Die Hoffnungen ruhen dabei vor allem auf dem Land Brandenburg. Das im Mai 2015 noch von Désirée Baur vorgestellte Konzept mit dem Schwerpunkt Barock hatte fast nur Kritik geerntet.

Die neue Dauerausstellung soll nach Angaben von Tim Freudenberg die tausendjährige Geschichte der Stadt Brandenburg in acht Schlaglichtern beleuchten. Beginnend mit der Siedlung, Burg und Inselstädte von 1150 bis 1319 über Brandenburgs Blütezeit im Mittelalter zur Reformation und dem Dreißigjährigen Krieg über Preußen und den Wiener Kongress zur Zeitenwende des Kaiserreichs und Ersten Weltkriegs bis ins 20. Jahrhundert hinein mit seinen großen Erschütterungen. Dabei soll jeweils in den acht Räumen gezeigt werden, was diese Zeiten für die Stadt Brandenburg bedeuteten.

Sorgenkind der Kulturlandschaft in Brandenburg an der Havel

Das Heimatmuseum mit seinen durchschnittlich zehn Besuchern am Tag ist das Sorgenkind in der städtischen Kulturlandschaft. Es verfügt über 156 000 Objekte, die laut Freudenberg nun neu gesichtet werden. „Wir müssen sehen, wo liegen die Stärken, wo setzen wir den Schwerpunkt.“ Auch für die Sanierung der Museumsstücke fehlt der finanzschwachen Stadt das Geld. Mit der Neuausrichtung hofft die Stadt auf bessere Besucherzahlen von mindestens 10 000 im Jahr.

Perlen und Plunder

In den Depots des Brandenburger Stadtmuseums lagern historische Perlen ebenso wie Plunder. Dazu gehören 1120 ausgestopfte Tiere, Käfer- und Schmetterlingssammlungen und Geweihe. Geschirr, Lampen, Dosen, Kästen verstauben genauso wie Hausrat und Zinnfiguren.

260 Waffen aus den 18. bis 20. Jahrhundert zählen zur Sammlung ebenso wie Fahnen, Kleider, Münzen, Schirme, Koffer und Taschen. Poesie-Karten, Flugblätter und Postkartenalben lagern in den Depots, aber auch Fotografien, Landkarten und Geräte für die Landwirtschaftlich.

In Zahlen: 70 000 Fotos, 6000 Spielzeuge, 5300 Münzen und Geldscheine vergangener Währungen. Hinzu kommen allein 24 150 Bücher aus vier Jahrhunderten, 11 400 Bilder, 328 Ölgemälde und Aquarelle. Nicht alles ist ausstellungswürdig.

Von Marion von Imhoff

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