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Stadtmuseum zeigt Sonderausstellung

Brandenburg an der Havel Stadtmuseum zeigt Sonderausstellung

Eher unbekannt ist Theodor Hosemann. Dabei gehört der Grafiker, Maler und Illustrator zu den bekanntesten Brandenburger Künstlern des 19. Jahrhunderts. Am 24. September wäre Hosemann 210 Jahre alt geworden. Zu diesem Anlass hat das Stadtmuseum die Ausstellung „Der Berliner Milieumaler aus Brandenburg an der Havel“ initiiert.

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„Das Jahrmarktstheater“ heißt dieses Ölgemälde, Theodor Hosemann hatte es im Jahre 1859 gemalt.
 

Quelle: Rüdiger Böhme

Brandenburg/H.  Spricht man über berühmte Brandenburger, dann fallen zuerst Namen wie Vicco von Bülow oder Birgit Fischer. Eher unbekannt ist dagegen Theodor Hosemann. Dabei gehört der Grafiker, Maler und Illustrator zu den bekanntesten Brandenburger Künstlern des 19. Jahrhunderts. Am 24. September wäre Hosemann 210 Jahre alt geworden. Zu diesem Anlass das Stadtmuseum die Sonderausstellung „Theodor Hosemann – Der Berliner Milieumaler aus Brandenburg an der Havel“ initiiert.

Zum ersten Mal gibt das Museum in Brandenburg einen umfassenden Einblick in das Schaffen des Künstlers. Es zeigt zahlreiche Gemälde, kleinformatige Aquarelle, Lithografien und Bleistiftskizzen. „Hosemann setzte die Unzulänglichkeiten des Lebens gekonnt in Szene“, sagte der Kulturbeiggeordnete Wolfgang Erlebach jetzt bei der Eröffnung der Ausstellung.

Hosemann war der erste deutsche Maler des 19. Jahrhunderts, der das Milieu der kleinen Leute realistisch und volkstümlich darstellte. Auf seinen Bildern findet man Handwerker, Kutscher und Schusterjungen. Große Popularität verschafften ihm insbesondere seine ironischen, bisweilen deftigen Darstellungen des Berlins der Biedermeierzeit in Bilderfolgen wie „Berlin wie es ist – und trinkt“ oder „Buntes Berlin“.

Theodor Hosemann

In Brandenburg an der Havel ist Theodor Hosemann am 24.September 1807 geboren. Getauft wurde er in der Johanniskirche.

Nach Lebensstationen unter anderem in Heidelberg, Mannheim und Düsseldorf zog Hosemann im Jahre 1828 nach Berlin.

Zum Professor der Akademie der Künste wurde er 1857 ernannt.

Ab 1866 war Hosemann Lehrer an der Königlichen Kunstschule, wo er unter anderem Zille unterrichtete.

Am 15. Oktober 1875 starb Hosemann.

Darüber hinaus illustrierte er unzählige Kinder- und Jugendbücher. Seine Illustrationen finden sich unter anderem in Büchern von E.T.A. Hoffmann oder Märchen von Hans Christian Anderson. Aber auch gestaltete Speise- und Festkarten, Einladungen oder Theaterprogramme werden ausgestellt. Ergänzt wird die Ausstellung durch Bücher von und über Hosemann aus den Beständen des Stadtmuseums.

 Sein Schaffen umfasst insgesamt etwa 500 Gemälde und 600 Grafiken. „Leider existiert keine Gesamtübersicht der Werke“, sagte Erlebach. Zum Bestand des Stadtmuseums und der Stiftung der Wredowschen Zeichenschule gehören etwa 100 Arbeiten des Künstlers. Hosemann fand seine Motive hauptsächlich in Berlin, wo er die meiste Zeit seines Lebens verbrachte. Denn bereits vier Jahre nach Hosemanns Geburt verließ die Familie Brandenburg. Bekannt ist, dass er in der Johanniskirche getauft wurde.

Hosemanns Talent für das Zeichnen fiel bereits im Kindesalter auf. Im Alter von zwölf Jahren wurde er Lehrling einer Lithografischen Anstalt und mit 15 Jahren Zeichner in Festanstellung. Bedingt durch das unstete Offiziersleben des Vaters, wuchs Hosemann in wechselnden Wohnorten auf. Sein Lebensweg führte über Oggersheim, Heidelberg, Mannheim, Düsseldorf und endete schließlich in Berlin. Hier war Hosemann Mitglied der Akademie der Künste und Lehrer an der Königlichen Kunstschule.

Der berühmteste Schüler des Brandenburger Künstlers war Heinrich Zille (1858-1929), der ebenfalls für seine Zeichnungen aus dem proletarischen Berliner Milieu bekannt wurde. Inspiriert wurde Zille von Hosemann persönlich, der ihm riet, das Atelier zu verlassen und das Leben auf der Straße zu beobachten und abzubilden. Wer ebenfalls inspiriert werden möchte, schaut sich die Ausstellung im Frey-Haus an.

Die Ausstellung läuft von Dienstag bis Sonntag jeweils in der Zeit von 13 bis 17 Uhr im Frey-Haus, Eintritt 3 Euro, ermäßigt 1,50 Euro, Kinder frei

Von Tobias Wagner

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