Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Stadtwerke werden „grün“
Lokales Brandenburg/Havel Stadtwerke werden „grün“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:09 10.04.2018
Die Sankt-Katharinen-Kirche in Grün beleuchtet. Quelle: JACQUELINE STEINER
Brandenburg/H

Das Rätsel um die sieben Tage lang grün angestrahlte Kirche Sankt Katharinen ist gelöst – Das Lichtspektakel war Teil einer Imagekampagne der Stadtwerke.

Eine Woche lang war die Sankt-Katharinen-Kirche in grünes Licht getaucht – genauer gesagt in Firngrün 122, wie die Beleuchter wissen. Das ganze war eine Imagekampagne der Stadtwerke, die alle ihre Energielieferungen auf grüne Wasserkraft umgestellt haben.

Der Grund ist ein wichtiger: Ab sofort ist der Strom grün bei den Stadtwerken Brandenburg. Das gilt für private und für gewerbliche Kunden – trifft auf jede Kilowattstunde zu, die ab sofort aus der Steckdose kommt.

Grüner Strom aus Wasserkraft

Der grüne Strom stammt aus Wasserkraft. „Hier wacht insbesondere der TÜV-Süd darüber, dass keine Doppelvermarktung stattfindet und der in diesen Anlagen produzierte Strom ausschließlich für Kunden der Stadtwerke Brandenburg produziert wird“, sagt Gunter Haase, der technische Geschäftsführer des Unternehmens. Die Tarifstruktur bleibt unverändert, Kunden im „Normaltarif“ bezahlen diesen weiter und bekommen dennoch den Öko-Strom.

Natürliche Stromerzeugung

43 600 Stromkunden werden von den Stadtwerken Brandenburg mit Strom beliefert.

Das ist jährlich eine Energiemenge von insgesamt rund 150 Millionen Kilowattstunden.

Die Kunden sollen automatisch und ganz ohne zusätzliche Kosten von dem grünen Angebot der StWB profitieren.

Auch bei der eigenen Strom- und Wärmeerzeugung setzt das Unternehmen auf die Umwelt: Es gibt 288 Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von 33,8 Megawatt, produziert haben sie bislang 33,3 Millionen Kilowattstunden im Jahr.

Zudem produzieren 20 Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen auf Erdgasbasis mit 6,5 Megawatt installierter Leistung bislang 36,5 Millionen Kilowattstunden im Jahr. KWK-Anlagen tragen aufgrund der gleichzeitigen Nutzung der Wärme, die bei der Stromerzeugung entsteht, ebenfalls zu einer geringeren CO2-Belastung bei.

Eine Wasserkraftanlage mit 100 Kilowatt Leistung hat 2016 etwa 391 000 Kilowattstunden Strom geliefert.

Rund 400 Kunden hatten sich in der Vergangenheit für das mit einem leichten Aufpreis versehene Wasserkraftprodukt „StWBstrom Natur“ entschieden. Mit der generellen Umstellung auf Ökostrom werden diese Kunden automatisch das günstigere Produkt erhalten.

Lichttechniker René Koch bei der Kontrolle der Beleuchtungstechnik. Quelle: Rüdiger Böhme

Der Einsatz für grünen Strom steht im Zusammenhang mit der Strategie der Bundesregierung, den Anteil erneuerbarer Energien an der Stromversorgung bis spätestens 2020 mehr als zu verdoppeln.

Ein halbes Jahr Vorlauf habe es gegeben, verschiedene PR-Agenturen waren aufgefordert, ihre Ideen für das Vermarkten des Wandels vorzustellen. „Wir hatten als erstes die Wortmarke ,Öko?Logisch!’ mit der grünen Steckdose darunter“, erzählt Haase.

107 Strahler mit 60 Kilowatt Leistungsaufnahme

Das Lichtprojekt wurde gemeinsam mit dem Künstler Thomas Bartel sowie mit Showservice Brandenburg in Person des Lichttechnikers René Koch umgesetzt. Letzterer hat 107 Scheinwerfer mit einer Gesamtleistungsaufnahme von 60 Kilowatt verbaut – unten sind es Strahler, oben LED-Leuchten. Vier Punktstrahler erzeugen einen Lichtdom, der etwa dreimal so hoch ist wie der 72,50 Meter hohe Kirchturm, mehr hat die Luftfahrtbehörde nicht zugelassen.

„Wichtig war mir der Leuchtturmcharakter, die Kirche selbst symbolisiert einen gewissen Bürgerstolz, war sie doch eine der wenigen reinen Gemeindekirchen“, sagt Bartel. Es sei das markanteste Bauwerk der Innenstadt und von allen Seiten gut zu sehen. „Wegen der engen Bebauung ringsum, ist sie ziemlich schwer zu beleuchten, also haben wir uns für den Umkehreffekt entschieden – sonst kommt das Licht immer nur von oben, diesmal von unten.“ Mit den Streiflichtern trete auch die Plastik des Bauwerkes besonders gut hervor.

Sankt-Katharinen-Pfarrer Jonas Börsel hebt hervor, dass der Gemeindekirchenrat das Projekt sofort einstimmig beschlossen hat. „Die Kirche ist ja auch für uns ein Leuchtturm – in mehrfacher Hinsicht.“

Stadtwerke lösen Rätsel um die grün angeleuchtete Katharinenkirche auf: Geschäftsführer Gunter Haase (re.) mit Künstler Thomas Bartel und Pfarrer Jonas Börsel.. Quelle: Rüdiger Böhme

Er berichtet, dass vom ersten Tag an es einen Foto-Tourismus gegeben hat, ein Ehepaar kurz nach dem Einschalten der Illumination aus Wust hergekommen sei, neugierig angelockt von dem Lichtspektakel, das bis in den Ortsteil geleuchtet hat. „Es gibt mittlerweile unzählige Fotos in den sozialen Netzwerken, die Aktion hat schon viel Aufmerksamkeit erregt. Und wir haben auch etwas davon: Unter den Fototouristen waren einige, die bekannten, noch nie in unserer Kirche gewesen zu sein. Sie haben wir natürlich herzlich eingeladen.“

Gemeinsam mit Kirchenmusikdirektor Fred Litwinski gab es in diesen Tagen auch zwei Meditationen mit Orgelmusik.

Von André Wirsing

Ihnen platzt gleich der Schädel. Junge Erwachsene zwischen 18 und 27 Jahren leiden häufiger an Kopfschmerz als Menschen anderer Altersgruppen. Nach Erkenntnissen der Barmer-Ersatzkasse ist das Problem unter jungen Leuten in Brandenburg/Havel besonders verbreitet.

09.04.2018

Die Gebühren steigen ab August um 15 bis auf mehr als 30 Prozent. Und das Angebot wird auch immer dünner.

17.04.2018

Versunkene Kanus und Rennmotoren: Im Brandenburger Beetzsee hat sich im Bereich der Regattastraße so einiges an Unterwasserschrott angesammelt. Taucher sind jetzt in die noch kalten Fluten gestiegen. Dabei beförderten sie Skurriles zu Tage.

09.04.2018