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Brandenburg/Havel Stadtwerkeskandal: Ehefrau verurteilt
Lokales Brandenburg/Havel Stadtwerkeskandal: Ehefrau verurteilt
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14:46 12.10.2015
Wolfgang-Michael Schwarz mit seinem Anwalt. Nun ist auch seine Frau verurteilt worden. Quelle: MAZ
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Brandenburg an der Havel

Die Ehefrau des wegen Korruption verurteilten Ex-Stadtwerkechefs von Brandenburg/Havel hat eine Bewährungsstrafe von einem Jahr erhalten. Das Amtsgericht Potsdam erließ am Montag einen entsprechenden Strafbefehl. Wolfgang-Michael Schwarz war wegen Bestechlichkeit verurteilt worden, seine Frau musste sich wegen Beihilfe zur Vorteilsannahme verantworten.

Wolfgang Michael Schwarz noch auf freiem Fuß

Die Anklage warf der 49-Jährigen vor, für ihren Ehemann 19 Scheinrechnungen in Höhe von insgesamt etwa 97.000 Euro ausgestellt zu haben. Die Summe muss sie an die geschädigten Stadtwerke zurückzahlen. Der ehemalige Geschäftsführer war im Juli zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Nach Angaben von Staatsanwältin Dagmar Stürmer ist er dagegen in Revision gegangen, er ist also noch auf freiem Fuß. Rechtsexperten vermuten, dass er Rechtsmittel eingelegt hat, um in den noch folgenden Prozessen nicht als Zeuge aussagen zu müssen.

Auf drei Jahre Bewährung ausgesetzt ist die Freiheitsstrafe seiner Ehefrau. Sie muss in dieser Zeit jeden Wohnungs- und Arbeitsplatzwechsel melden, zudem 1500 Euro an eine gemeinnützige Organisation in Raten zu je 100 Euro zahlen. Amtsrichterin Reinhild Ahle verzichtete ausdrücklich auf den „Verfall von Wertersatz“, schließlich muss die Veruteilte noch den von ihr mitangerichteten Schaden von 97.248,65 Euro bei den Stadtwerken begleichen. In 19 Fällen der Beihilfe zur Untreue angeklagt war Jana Schwarz, die über ihre damalige Firma - ein Umwelt- und Elektroberatungsbüro - Rechnungen über Leistungen erstellt hatte, denen kein realer Gegenwert entgegenstand.

Elektromeister finanzierte Frau Schwarz

Andere Elektro- und Handwerksfirmen mussten diese bei den Stadtwerken einreichen und abrechnen. Zudem hatte Geschäftsführer Schwarz seine Geschäftspartner unter Druck gesetzt und mit dem Entzug von lukrativen Dienstleistungs- und Installationsaufträgen gedroht. So nötigte er beispielsweise den Belziger Elektromeister Fritz Belitz, den beruflichen Start in die Selbstständigkeit von Jana Schwarz mitzufinanzieren.

Ihr Ehemann hatte in seiner Hauptverhandlung vor dem Landgericht Potsdam immer behauptet, seine Gattin zu den Untreue-Beihilfe-Taten gegen ihren Willen gedrängt und überredet zu haben, er habe dafür sogar seine Ehe aufs Spiel gesetzt, seine Frau habe lange deswegen mit ihm gegrollt. Dieser Theorie steht die Vielzahl von Taten gegenüber, die Jana Schwarz gegen ihren ausdrücklichen Willen nach Ansicht des Gerichts verübt hat.

Über ihre Rechtsanwältin Natalie von Wistinghausen legte die Angeklagte ein vollumfängliches Geständnis ab. Das Urteil ist Ergebnis eines Rechtsgespräches ohne die Angeklagte, sie hatte auf dem Weg nach Potsdam nach Angaben ihrer Anwältin einen Autounfall. So begann die Verhandlung vor dem Schöffengericht mit erheblicher Verspätung, dauerte aber nur zehn Minuten.

Von André Wirsing

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