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Brandenburg/Havel Städtisches Klinikum wäscht Blut wieder selbst
Lokales Brandenburg/Havel Städtisches Klinikum wäscht Blut wieder selbst
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10:30 19.05.2017
Nierenkranke Patienten erhalten mehrmals in der Woche eine sogenannte Blutwäsche. Quelle: dpa
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Brandenburg/H

Gute Nachrichten für nierenkranke Menschen in Brandenburg an der Havel und Umgebung. Das Städtische Klinikum will noch in diesem Jahr eine eigene Dialysestation aufbauen und die Versorgung von Patienten mit schwerem akuten Nierenversagen stärken. Am 1. September nimmt ein Nierenspezialist seine Arbeit im Brandenburger Krankenhaus auf.

Daniel Patschan ist Nierenspezialist. Quelle: privat

Das städtische Klinikum Brandenburg/Havel will sein Leistungsspektrum in naher Zukunft deutlich erweitern, berichtet Klinikum-Geschäftsführerin Gabriele Wolter. Mit dem Göttinger Medizinprofessor Daniel Patschan nimmt im September ein ausgewiesener Nierenspezialist seine Arbeit im Klinikum aufnehmen. Zugleich wird der 43 Jahre alte Internist zum Professor an der Medizinischen Hochschule Brandenburg berufen.

Daniel Patschan ist in Berlin geboren und hat bis 2011 an der Humboldt-Universität studiert.

Susann Patschan ist Rheumatologin. Quelle: privat

Aktuell arbeitet aktuell er als Oberarzt an der Klinik für Nephrologie und Rheumatologie der Uni-Klinik Göttingen. Seine Ehefrau Susann Patschan, ebenfalls Berlinerin, wird nach seinen Angaben gleichfalls in Brandenburg arbeiten, allerdings als Rheumatologin.

„Die Nephrologie (Nierenheilkunde) wird an unserem Klinikum neu aufgebaut“, erläutert Gabriele Wolter den Hintergrund der Berufung. Damit verbunden sei die Einrichtung einer stationären Dialyse mit acht Betten. Seit 1996 hat das Klinikum keine eigene Dialysestation mehr.

„Mit der Eröffnung der neuen Sektion für Nephrologie werden vor allem Patienten mit schwerem akuten Nierenversagen in der Region sehr profitieren“, verspricht Daniel Patschan. Dieses medizinische Problem nehme kontinuierlich zu.

Bisher werden Dialyse-Patienten des Brandenburger Klinikums in die ambulante nephrologische Praxisgemeinschaft in die Göttiner Straße gefahren. Das ist aufwendiger als die Versorgung an Ort und Stelle. Sind Klinikpatienten nicht transportfähig, werden sie bisher in die Potsdamer Klinik verlegt.

Mehrmals in der Woche am Dialysegerät

Die Dialyse hilft bei schweren Nierenerkrankungen, wenn die Nieren also nur stark eingeschränkt funktionieren.

Etwa 75 000 Menschen sind in Deutschland auf die künstliche Blutwäsche angewiesen.

Wie lange und oft Patienten sich einer Dialyse unterziehen müssen, hängt unter anderem von Größe und Gewicht ab und davon, wie gut ihre Nieren noch funktionieren.

Die sogenannte chronisch-intermittierende Hämodialyse ist verbreitet. Dafür werden die nierenkranken Menschen dreimal in jeder Woche für jeweils vier bis fünf Stunden an das Dialysegerät angeschlossen. Manch einer fühlt sich aber besser mit täglich zwei Stunden Dialyse.

Die Einrichtung der Dialysestation in der Hochstraße sei mit der Dialysepraxis in der Stadt, die einen weiteren Praxisstandort in Rathenow hat, abgestimmt und finde deren Zustimmung, berichtet die Geschäftsführerin.

Die niedergelassenen Ärzte der Gemeinschaftspraxis möchten keine Angaben machen darüber, wie viele Menschen zu ihnen zur Blutreinigung kommen. Die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg berichtet, dass Dialyse-Patienten in einem Umkreis von 30 Kilometern in der Praxis versorgt würden, die bei der Dialyse nicht voll ausgelastet sei.

An die Medizinische Hochschule Brandenburg (MHB) soll nicht nur der Nierenarzt berufen werden, sondern auch ein Professor für Pulmologie und Pneumologie, berichtet Wolter. Das Auswahlverfahren läuft derzeit. Der neue Lungen- und Atemwegsspezialist – beziehungsweise die Spezialistin – soll als Oberarzt in der Brandenburger Klinik für Kinderheilkunde eine Spezialsprechstunde einrichten.

In der Vorbereitung oder Diskussion im städtischen Klinikum sind außerdem die Erweiterung der Intensivstation-Kapazitäten und der Aufbau einer Palliativstation.

Von Jürgen Lauterbach

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