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Brandenburg/Havel An der Neuendorfer Straße ist die Feinstaub-Belastung am größten
Lokales Brandenburg/Havel An der Neuendorfer Straße ist die Feinstaub-Belastung am größten
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10:59 28.10.2018
Die Feinstaubmessanlage in der Neuendorfer Straße. Quelle: Rüdiger Böhme
Brandenburg/H

In ganz Deutschland gibt es in diesem Jahr nur sechs Straßen, die schlimmer mit Feinstaub belastet sind als die Neuendorfer Straße in Brandenburg/Havel. Das geht aus Daten des Umweltbundesamtes (UBA) hervor. Schuld ist nur zu einem kleineren Teil der Kfz-Verkehr.

Mehrmals täglich ermitteln Fachleute an Messstationen der Bundesländer und des Umweltbundesamtes die Qualität der Luft. In Brandenburg/Havel geschieht das in der Neuendorfer und der Lilli-Friesicke-Straße in Nord.

An der Neuendorfer Straße wurden seit Jahresanfang bereits an 21 Tagen eine Feinstaubkonzentration gemessen, die 50 Mikrogramm pro Kubikmeter überschreitet. Diese Menge an Feinstaubpartikeln in der Luft ist seit 2005 amtlich festgesetzter Grenzwert pro Tag, um die Gesundheit zu schützen. Pro Jahr darf der gesetzliche Grenzwert nicht öfter als 35 Mal überschritten werden.

So viele Grenzüberschreitungen wie dieses Jahr in der Neuendorfer Straße wurden noch nie gemessen. Laut Umweltbundesamt ist die Feinstaubbelastung der Luft in der jüngeren Vergangenheit deutlich zurückgegangen. Gleichwohl waren nur sechs Straßen und Plätze in ganz Deutschland stärker mit Feinstaub belastet als die Verbindung zwischen Zentrumsring und Nicolaiplatz

Am bundesweit schlimmsten fällt die Belastung in der Silbersteinstraße in Berlin aus, wo in diesem Jahr schon an 32 Tagen kritische Werte gemessen wurden. In den vergangenen Jahren war stets nur eine in Bezug auf Feinstaubpartikel grenzwertige Stelle aufgefallen: das Neckartor in Stuttgart.

Weil das Jahr 2018 noch zwei volle Herbst- und Wintermonate hat, könnte die kritische Marke von 35 Tagen auch in Brandenburg/Havel noch erreicht werden. Ute Dauert vom Umweltbundesamt in Dessau hält das zwar für unwahrscheinlich, aber doch für rechnerisch möglich.

Die für die Beurteilung der Luftqualität in Deutschland verantwortliche Behördenmitarbeiterin weist darauf hin, dass Feinstaub vor allem ein Thema in den kalten Wintermonaten sei. Das bestätigt ein Blick auf die amtlichen Daten.

Im Februar und März 2018 lag die Feinstaubbelastung in der Neuendorfer Straße an zehn beziehungsweise sechs Tagen jenseits des Grenzwertes, in diesem Oktober bis zum Dienstag schon an zwei Tagen.

Die Ursachen sind Ute Dauerts Angaben zufolge überwiegend großräumig zu sehen. So habe es oft austauscharme Wetterlagen gegeben, bei denen sich die Luftmassen nicht verdünnen und austauschen konnten. Hinzu kämen verstärkte Emissionen etwa durchs Heizen und Kaminfeuer.

Auch der Straßenverkehr spiele eine gewisse Rolle für Feinstaubbelastung, und zwar laut Behörde weniger durch Abgase aus dem Auspuff als durch Abrieb der Reifen und Bremsen. Bei der jüngsten Messung in Berlin habe sich herausgestellt, dass der Kfz-Verkehr zu 20 Prozent zur Feinstaubbelastung beigetragen habe.

Können die Rathäuser die Belastung mit Entscheidungen beeinflussen? „Ja, denn auch Kleinvieh macht Mist“, antwortet Ute Dauert. Bei der Anschaffung von Baumaschinen, der Bus- und der Fahrzeugflotten könnten die Verwaltungen die Einhaltung der Grenzwerte mit beeinflussen.

Im Vergleich zur Neuendorfer Straße ist die Messstelle in der Lilli-Friesicke-Straße eher unauffällig. Dort wurde an vier Tagen in diesem Jahr eine Grenzwertüberschreitung registriert.

Die Neuendorfer Straße war schon in vergangenen Jahren auffällig. 2013 lag dort an 29 Tagen mehr Feinstaub in der Luft als erlaubt, im vergangenen Jahr war das an 14 Tagen der Fall.

Von Jürgen Lauterbach

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