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Stahlbauer BSA gibt auf – 66 Kündigungen

Massenentlassung in Brandenburg Stahlbauer BSA gibt auf – 66 Kündigungen

Beim Stahl- und Anlagenbauer BSA verlieren 66 Männer und Frauen ihren Job. Nach 18 Jahren Produktion auf dem früheren Stahlwerksgelände in Brandenburg an der Havel wird der Geschäftsbetrieb zum Jahresende eingestellt. Die Unternehmensführung begründet den Schritt mit dem schlechten wirtschaftlichen Umfeld.

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Die BSA-Produktionshalle in der Kummerlestraße.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Brandenburg/H. Schock beim Stahl- und Anlagenbauer BSA: Das Unternehmen auf dem einstigen SWB-Gelände hat allen Mitarbeitern gekündigt. Von den Entlassungen sind 66 Männer und Frauen in Fertigung und Verwaltung betroffen. „Wir werden den Standort bis zum Jahresende aufgeben. Bis dahin wollen wir eine geordnete Abwicklung sicherstellen“, bestätigte am Montag BSA-Geschäftsführer Thomas Beuschlein der MAZ auf Nachfrage. Vom Ende des Unternehmens werden auch zwei Lehrlinge überrascht, die ihre Ausbildung aber beenden können. Nach dem Aus für den Maschinenbauer Kark im Dezember in Brielow verliert die Region damit weitere Industriearbeitsplätze.

Die Agentur für Arbeit in Brandenburg bestätigte inzwischen den Eingang einer Massenentlassungsanzeige. Die gekündigten BSA-Mitarbeiter müssen sich jetzt bei der Behörde melden. Mit ersten Arbeitnehmern gebe es bereits Kontakt. Zu deren beruflichen Zukunftsaussichten äußerte sich Doreen Ließ, Sprecherin der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg, am Montag vorsichtig optimistisch: „In der Branche sind uns etliche Vakanzen gemeldet. Deshalb gehen wir davon aus, dass den Betroffenen Angebote unterbreitet werden können. Es gibt momentan eine gute Arbeitsmarktlage.“

Teil der Prämab-Gruppe

Auf dem Gelände des ehemaligen Stahl- und Walzwerkes Brandenburg angesiedelt, hatte sich die BSA GmbH seit der Privatisierung 1998 als Fertigungsunternehmen mit Schwerpunkt Schwermaschinenbau/Sondermaschinenbau in der Stahl- und Walzwerkstechnik, der Kraftwerkstechnik und anderen Bereichen etabliert.

Die BSA GmbH fertigt in einer 8000 Quadratmeter großen und noch zu DDR-Zeiten errichteten Halle. Ursprünglich waren dort einmal rund 90 Mitarbeiter beschäftigt. Die BSA GmbH gehört zu der in Burg ansässigen Prämab-Gruppe, die gebündelte Fertigungs- und Ingenieurleistungen anbietet.

Am individuellen Schicksal der Arbeitnehmer ändert sich damit jedoch nichts. Die Brandenburg/Havel Stahl- und Anlagenbau GmbH war nach der Privatisierung 18 Jahre als Fertigungsunternehmen in Brandenburg präsent. Produktionsstätte ist eine Halle in der Kummerlestraße, die älteren Stahl- und Walzwerkern noch als „Neue Mechanische Werkstatt“ in Erinnerung ist. BSA hatte schon vor längerer Zeit mit dem Abbau von Arbeitsplätzen begonnen. Über einen Interessenausgleich oder einen Sozialplan ist nichts bekannt. Es gibt in dem Unternehmen keinen Betriebsrat. Bernd Thiele von der IG Metall Potsdam und Oranienburg spricht deshalb von einem „Trauerspiel“. Der Fall BSA zeige erneut, wie wichtig Betriebsräte seien, so Thiele.

Die Unternehmensspitze begründet die Einstellung des Geschäftsbetriebes mit dem wirtschaftlichen Umfeld der BSA, dass sich in den zurückliegenden Monaten deutlich verschlechtert habe. So sei die Nachfrage aus wichtigen Branchen, wie dem Kraftwerksbau, der Fördertechnik oder dem Stahlwerksbereich stark rückläufig. Durch den Preisdruck von Wettbewerbern, häufig mit ausländischem Sitz, könnten Aufträge nicht mehr zu auskömmlichen Preisen gewonnen werden. Mittelfristig sieht das Management eher eine weitere Verschlechterung der Rahmenbedingungen. Steigende Strom- und Bürokratiekosten durch mittelstandsfeindliche Vorschriften, würden das Unternehmen schwächen, heißt es in einer Pressemitteilung. Nach mehreren schmerzhaften Restrukturierungen sei eine weitere Verkleinerung des Betriebes wirtschaftlich nicht mehr möglich, so die Geschäftsführung.

Von Frank Bürstenbinder

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