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Brandenburg/Havel Stahlwerkerinnen schwelgen in Erinnerungen
Lokales Brandenburg/Havel Stahlwerkerinnen schwelgen in Erinnerungen
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19:15 08.03.2017
Die Frauenrunde am Frauentag im Industriemuseum. Quelle: Charlotte Klimas
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Brandenburg/H

„Der Fortschritt sei manchmal eine Schnecke“, sagt Marius Krohn, 36, Direktor des Industriemuseums zur Eröffnungsrede des Frauentags im ehemaligen Stahlwerk. Nach wie vor werden Frauen und Männer nicht gleich bezahlt, und Mütter müssten sich dafür rechtfertigen, wenn sie arbeiten gehen und sich im Berufsleben beweisen möchten. Die Gegenwart zeige, dass jede Generation von Neuem für die Frauenrechte kämpfen müsse, so der studierte Historiker.

Zum elften Mal hat das Industriemuseum ehemalige Mitarbeiterinnen des Stahl- und Walzwerkes zum Internationalen Frauentag eingeladen. Bei Kaffee und Kuchen haben die ausnahmslos weiblichen Gäste die Möglichkeit, über alte Zeiten zu reden, Bekannte und Freunde zu treffen und Anekdoten auszutauschen. Es wird nach bekannten Gesichtern geschaut und gehofft, dass frühere Arbeitskollegen wieder beisammen sitzen können.

Gisela Albrecht hat einst im Stahlwerk in Brandenburg gearbeitet. Quelle: Charlotte Klimas

Ruth Liebe, die sich zusammen mit anderen Frauen an der weiß eingedeckten, langen Tafel lebhaft unterhält, hat vorwiegend positive Erinnerungen an früher, was die Gleichstellung von Frau und Mann betrifft. „Ich habe das Kollektive im Arbeitsleben sehr geschätzt und vor allem, dass Männer und Frauen gleich gut bezahlt worden sind“, erzählt die 79-Jährige. Seit 1977 ist sie Direktorin für Qualitätssicherung im Stahlwerk gewesen. Der Frauentag von damals ist ihr in guter Erinnerung.

„Jedes Jahr hatten wir den Tag bewusst gefeiert, das war immer ein schönes Zusammensein“, erzählt Ruth Liebe. Besonders habe ihr aber gefallen, dass Frauen mit guten Leistungen an diesem Tag besonders im Vordergrund standen. Dennoch weiß die studierte Materialwissenschaftlerin, dass es auch damals für weibliche Führungspersonen nicht so einfach gewesen ist. „Nur mit meinem Wissen und meiner Zielstrebigkeit konnte ich überzeugen“, erzählt die Rentnerin.

Johanna Arndt Quelle: Charlotte Klimas

Besonders habe ihr aber gefallen, dass Frauen mit guten Leistungen an diesem Tag besonders im Vordergrund standen. Dennoch weiß die studierte Materialwissenschaftlerin, dass es auch damals für weibliche Führungspersonen nicht so einfach gewesen ist. „Nur mit meinem Wissen und meiner Zielstrebigkeit konnte ich überzeugen“, erzählt die Rentnerin.

Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU) hat ebenfalls zu den rund 90 eingeladenen Frauen gesprochen. Die körperliche Arbeit von damals sei mit keiner beruflichen Tätigkeit von heute mehr zu vergleichen. „Männer von heute sollten sich mal mit den ehemaligen Arbeiterinnen aus dem Stahlwerk von damals unterhalten“, so Tiemann.

Eine interessante Gesprächspartnerin für den „Mann von heute“ wäre da Johanna Arndt, 81. In ihrer Zeit im Stahlwerk hat sie mit einer Kleindiesellok Metallschrott an die Öfen gefahren. „Und wenn mir was bei den männlichen Kollegen nicht passte, hatte das immer Konsequenzen, so, dass ich mich in all den Jahren gegenüber vielen Männern behaupten konnte“, erzählt sie und lacht.

Ruth Liebe Quelle: Charlotte Klimas

Das Industriemuseum wird dieses Jahr sein 25. Jubiläum feiern. Marius Krohn erinnert an die Anfänge der Kulturstätte und an eine Frau, die deren Aufbau maßgeblich voran getrieben hat. Als besonderes Leitbild für den Frauentag gelte daher Museumsgründerin Sieglinde von Treskow. Denn Bilder der frühen 1990er-Jahre zeigen, wie zwischen Schrottbergen und Gebäudetrümmern des Stahlwerks die Personen wie Legomännchen erschienen seien. „Der Aufbau des Industriemuseums durch Frau Treskow zeigt, was Frauen leisten können“, so Krohn.

Unter den Anwesenden ist auch Gisela Albrecht, 74, die zusammen mit Treskow von 1992 bis 1998 das Museum aufgebaut hat und für Werbung und Öffentlichkeitsarbeit zuständig gewesen ist. In ihren Unterlagen hat sie sogar noch ein Antwortschreiben von Manfred Krug, den sie damals zur Grundsteinlegung eingeladen hatte.

Von Charlotte Klimas

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