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Stein auf Stein zum Erfolg

25 Jahre Liaplan in Krahnepuhl Stein auf Stein zum Erfolg

1840 wurde in Krahnepuhl bei Briest die erste Ziegelei errichtet. Produziert wird an der Havel immer noch. Dafür sorgt seit 25 Jahren die Liaplan Nord GmbH. Statt gelber Klinker verlassen Hightech-Steine aus Blähton das Gelände. An diesem Freitag wird das Jubiläum gefeiert.

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Eine Bauherren-Familie vor ihrem aus Krahnepuhler Steinen errichteten Rohbauhaus.

Quelle: Liaplan

Krahnepuhl. Am Wochenende drängen sich mehr als 100 Aussteller auf der Berliner Hausbaumesse „Häuserwelten“ im Palazzo Italia. Unter den Linden zeigt auch ein mittelständisches Unternehmen aus dem kleinen Krahnepuhl bei Briest Flagge. Genau 25 Jahre nach der Betriebsgründung kehrt die Liaplan Nord GmbH in die deutsche Hauptstadt zurück, die ihren Bauboom in der Gründerzeit auch den gelben Klinkern aus Krahnepuhl zu verdanken hat. Immerhin werden seit 1840 an der Havel zwischen Briest und Tieckow Steine für die Bauwirtschaft produziert.

Viele Besitzer erlebt

1840 wurde die erste Ziegelei am „Kranichpuhl“ errichtet. Gelbe Klinker waren über viele Jahrzehnte das Markenzeichen des Standortes, der in seiner langen Industriegeschichte viele Besitzer erlebt hat. Der Rohstoff Ton ging den 1970er-Jahren zur Neige. So wurde Krahnepuhl in der DDR ein bedeutender Hersteller von Betonhohlblocksteinen.

Nach der Wende konnte die Produktion durch drei mittelständische Unternehmen aus der Baustoffindustrie fortgeführt und der Standort erhalten werden. Mit der kompletten Modernisierung des Werkes und der Errichtung neuer Fertigungsanlagen ging 1992 die Produktion des Liaplan-Massivbausystems an den Start.

„Andere Hersteller sind vom Markt verschwunden. Wir sind immer noch da. Ein schöneres Geburtstagsgeschenk kann es für die Firma nicht geben“, findet Liaplan-Geschäftsführer Bernd Volkmann. Im Zwei-Schicht-Betrieb verlassen Hightech-Steine, Klimawandteile und schallschluckende Elemente für den Gleisbau die Produktionsstätte. Liaplan schwimmt auf der Welle der von niedrigen Zinsen getriebenen Nachfrage nach Baustoffen mit. Doch es ist auch der Innovationsfähigkeit des Unternehmens zu verdanken, dass Bauherren den Produkten aus Krahnepuhl die Treue halten.

Liaplan-Geschäftsführer Bernd Volkmann

Liaplan-Geschäftsführer Bernd Volkmann.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Zusammen mit rund 100 Mitarbeitern, Geschäftspartnern und Freunden des Hauses wird an diesem Freitag an die Inbetriebnahme des 1992 modernisierten Werkes erinnert. Mit dabei war damals Brandenburgs Ministerpräsident Manfred Stolpe. Die vor genau 25 Jahren noch unter dem Namen Baustoffe Briest gegründete GmbH führt seit 2007 als Liaplan Nord GmbH die Tradition der Klinkerziegel und der zu DDR-Zeiten produzierten Betonhohlblocksteine fort. Allerdings unter anderen Bedingungen. Bis auf Wasser werden sämtlich Rohstoffe angeliefert. Dazu gehören gebrannte Tonperlen, Zement und diverse Zuschlagstoffe. Alles wird in einem Steinefertiger gemischt, geformt und verdichtet. Drei Tage haben die Steine Zeit zum Abbinden. Dann werden die Hohlräume mit Styroporkugeln gefüllt und anschließend mit Wasserdampf verschweißt.

Wer kann, baut selbst

Wer kann, baut selbst: Steine aus Krahnepuhl werden auf vielen Baustellen verwendet.

Quelle: Liaplan

Die in einem Jahr produzierten Lkw-Ladungen würden ausreichen, um 600 bis 800 Eigenheime zu bauen. „Damit sind wir noch nicht am Limit. Knappes Bauland, Personalmangel im Ausbaugewerbe und lange Genehmigungszeiten entwickeln sich zur Produktionsbremse“, bedauert Geschäftsführer Volkmann. Flaggschiff des Unternehmens ist der 42,5 Zentimeter starke Liaplan Ultra 08 mit herausragenden Dämmeigenschaften. Steine gibt es je Stärke und Druckfestigkeit in rund 60 Formen. So fallen auf der Baustelle kaum Restabfälle an. Doch auch diese werden vom Hersteller zurückgenommen und recycelt.

Neben dem Wohnungsbau gehört die Deutsche Bahn unverändert zu den Stammkunden. Fast so lange wie es Liaplan am Markt gibt, werden in Krahnepuhl schallabsorbierende Steine aus Leichtbeton mit dem Zuschlagstoff Liapor für den den Gleisoberbau geliefert. Sie liegen zum Beispiel auf der ICE-Strecke zwischen Berlin und Hannover. Auch die Berliner S-Bahn ist dank Know-how aus der Mark leiser auf den Gleisen unterwegs.

Brandenburgs Ministerpräsident Manfred Stolpe kam 1992 zur Betriebseröffnung nach Krahnepuhl

Brandenburgs Ministerpräsident Manfred Stolpe kam 1992 zur Betriebseröffnung nach Krahnepuhl.

Quelle: Liaplan

Doch Liaplan ist nicht nur eine Erfolgsgeschichte. Das Unternehmen musste einige Absatzkrisen überstehen. „Heikel sah es vor zehn Jahren aus. Damals wurde gerade die Eigenheimzulage abgeschafft, die Mehrwertsteuer ging rauf“, erinnert sich Geschäftsführer Volkmann. Weil die Produktionszahlen einbrachen, musste ein neues Konzept her. Es folgte die Umfirmierung der Bausteine Briest GmbH in die Liaplan Nord GmbH. Bernd Volkmann, der seit der Betriebsgründung zum Unternehmen hält, ist inzwischen alleiniger Gesellschafter.

Geschäftsführer Bernd Volkmann vor schallschluckenden Elementen für den Gleisoberbau

Geschäftsführer Bernd Volkmann vor schallschluckenden Elementen für den Gleisoberbau.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Längst beliefert Liaplan wieder Baustellen in ganz Deutschland. Gerade wurden in Dresden zwölf Doppelhäuser mit Krahnepuhler Steinen errichtet. Blähton steckt auch in der Pritzerber Wohnanlage für Senioren, die im Dezember eröffnet wird. Das künftige Sport- und Gesundheitshaus in Deetz wurde mit Liaplan-Systemsteinen gebaut, ebenso der Wohnpark Havelkiez an der Brandenburger Bauhofstraße.

Um die Zukunft von Liaplan in Krahnepuhl ist der Geschäftsführung nicht bange. „Einen Steinefertiger kann man zwar überall aufstellen, doch was uns auf diesem traditionsreichen Gelände an der Havel hält, sind die Mitarbeiter. Sie sind in 25 Jahren zu unserem wichtigsten Standortfaktor geworden“, so Geschäftsführer Volkmann.

Von Frank Bürstenbinder

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