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Steinmeier informiert sich im Abfallzentrum

Vor-Ort-Termin Steinmeier informiert sich im Abfallzentrum

Womöglich hätte man deutlich früher den Bürgerverein der Walzwerksiedlung mit in die Planungen einbeziehen sollen, meint Holger Ulbricht, der Chef des städtischen Entsorgers Mebra. Jetzt hatte der Bundestagsabgeordnete Frank-Walter Steinmeier (SPD) die Stahlwerkshalle besucht.

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Brandenburg/H. „Vielleicht haben wir in der Kommunikation Fehler gemacht“, sagt Holger Ulbricht. Womöglich hätte man deutlich früher den Bürgerverein der Walzwerksiedlung mit in die Planungen einbeziehen sollen und hätte sich dann manchen Kampf erspart, meint der Chef des städtischen Entsorgers Mebra im Gespräch mit der MAZ. Erst vor ein paar Tagen hat der örtliche Bundestagsabgeordnete und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) die große Stahlwerkshalle besucht, in der eine neue Schredderanlage errichtet werden soll. Und natürlich war Steinemer dort, weil sich „besorgte Bürger“ mehrfach an sein Büro gewandt hatten in der Angst, dort entstehe ein Lärm machendes Ungeheuer.

Was aber nicht passiert, wie Ulbricht beteuert. Der Begriff „Schredder“ verunsichere die Menschen und führe in die Irre, sagt er. Tatsächlich lassen sich der nur wenige hundert Meter entfernte Schredder der TSR, der mit 6000 Pferdestärken lärmend Metallschrott im Freien zerkleinert und der nur 430 PS starke Zerkleinerer der Remine GmbH in der alten Stahlwerkshalle nur bedingt miteinander vergleichen. Doch Schredder sei im Volksmund gleich Schredder, hat Ulbricht erfahren müssen und kämpft nun mit den Vorurteilen.

Was Rang und Namen hatte bei den Entsorgern der Remondis und der Mebra sowie der TSR Recycling GmbH war gekommen um Steinmeier bei seiner Infotour auf dem ehemaligen Stahlwerksgelände zu begleiten. Ging es dabei doch neben der Vorstellung der Unternehmensgruppe und des Projektes Remine auch um die politischen Fragen der Kreislauf- und Ressourcenwirtschaft. „Meinst macht sich ja keiner Gedanken darüber, was mit den Resten seines Autos in zehn Jahren wird“, sagt Ulbricht.

Die Remine GmbH plant in Brandenburg eine Anlage für Metall- und Kunststoffgewinnung aus metallhaltigen Abfällen. Mit dieser Anlage und dem Konzept könne die Stadt Brandenburg „zum Pionier der Wiedergewinnung von Rohstoffen aus Abfällen der Altautoverwertung werden“, versuchten die Entsorger Steinmeier zu beeindrucken.

Zumal durch das modernes Recyclingverfahren sogenannte Abfallfraktionen und Zwischenprodukte wieder als Sekundärrohstoffe der Industrie zur Verfügung gestellt werden. Ein Großteil dieses Materials seien Kunststoffe aus Kraftfahrzeugen. Bisher gab es keine Möglichkeit, diese Stoffe im industriellen Maßstab zu nutzen. Das werde sich nun ändern, hofft man bei der Remine GmbH. Und die ehemalige Stahlwerkshalle, die aktuell keine großtechnische Nutzung beinhaltet, sei der ideale Ort um dort den großen Prozess optimal und ohne viel Lärm zu realisieren: 123000 Tonnen im Jahr sollen dort künftig zerkleinert werden. Steinmeier habe, wie Ulbricht sagt, vorgeschlagen, mittels eines Probebetriebes zu zeigen, dass die Anwohner sich nicht fürchten müssten. Das allerdings sei, so der Mebra-Chef, aus gemehmigungstechnischen Gründen nicht möglich. Die Bürger mitzunehmen, aufzuklären und das Geplante besser zu kommunizieren, hat Frank-Walter Steinmeier den Entsorgern mit auf den Weg gegeben. Ein Appell nicht nicht ungehört blieb. Nach dem Eingeständnisnis der unzutreichenden Kommunikation hat Ulbricht angekündigt, nun verstärkt auf Information und Aufklärung zu setzen.

Von Benno Rougk

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