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Steinstraße bis Weihnachten halb gesperrt

Brandenburg/Havel Steinstraße bis Weihnachten halb gesperrt

Die Tram- und Bus-Haltestelle Neustädtischer Markt in der Steinstraße ist bereits behindertengerecht umgebaut, aber der Beton in den Pflasterfugen härtet ewig nicht aus. Nun bangen die Einzelhändler an der Einkaufsmeile um ihr Weihnachtsgeschäft, Anwohner und Autofahrer sind gefrustet.

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30 Meter Bahnsteig und eine zu weiche Pflasterfläche blockieren noch zwei Wochen lang den Verkehr in der Steinstraße.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Brandenburg/H. Die Kombi-Haltestelle Neustädtischer Markt in der Steinstraße wird ein Weihnachtsgeschenk der Verkehrsbetriebe an die Brandenburger. Ursprünglich sollte die behindertengerecht umgebaute Station allerdings bereits am ersten Advent übergeben werden.

„Wir werden es wahrscheinlich erst zum 22. Dezember schaffen“, sagt VBBr-Betriebsleiter Rolf Nothnagel. Die Haltestelle selbst ist so gut wie fertig, doch lassen die niedrigen Temperaturen den Fugenbeton nicht schnell genug abbinden. „Beton entwickelt keine Eigenwärme, um diesen Vorgang zu beschleunigen.“ Man könne vielleicht die frisch gepflasterten Abschnitte mit einem Pkw befahren, doch halten die Flächen noch keine Belastungen durch Busse oder Lastkraftwagen aus. „Spätestens im Frühjahr hätten wir dann komplett lose Steine“, sagt Nothnagel.

Bis 2022 sollen alle Haltestellen der Verkehrsbetriebe behindertengerecht umgebaut sein. Dazu benötigt werden Borde von 23 Zentimetern, egal ob es sich um Busse oder Bahnen handelt. Diese Bahnsteighöhe wird gebraucht, um den Fahrgästen in den Niederflurabteilen einen schwellenlosen Übergang zwischen Bürgersteig und Fahrzeug zu ermöglichen. Die so genannten Dresdner Borde – die mit 30 Metern exakt so lang wie eine Straßenbahn sind – bilden konvexe „Negativabdrücke“ von Busreifen, so dass die Fahrer nah an den Bahnsteig heranfahren können. Zudem werden Blindenleitsysteme integriert mit taktilen Elementen und Farbunterschieden. Weil der Denkmalschutz den Einbau von italienischem Marmor verlangt hatte, kostet das Umgestalten beider Haltestellen insgesamt 276.000 Euro.

Die Haltestelle in der Gegenrichtung an der Postsäule am Katharinenkirchplatz wurde pünktlich an dem Tag fertig, an dem der Weihnachtsmarkt eröffnet wurde. Die Verzögerung in der Steinstraße sorgt nun für großen Frust bei den Autofahrern und bei den Anliegern. Noch immer nehmen Autofahrer die Vorwegweiser nicht wahr, welche auf die Sperrung in Richtung Neustädtischer Markt aufmerksam machen. Die Polizei hat mittlerweile an mindestens vier Tagen kontrolliert und abgestraft. Viele Autofahrer nutzen verbotenerweise die Neustädtische Heidestraße als Bypass – sehr zum Unmut der Anwohner. Gefrustet sind auch die Einzelhändler, die gerade jetzt um ihr Weihnachtsgeschäft fürchten. „Wir kommen doch nie zur Ruhe, alle zwei Jahre etwas Neues, erst ein Radfahrstreifen, dann ein zweiter, dann ist mal die Schiene kaputt und jetzt sind die Haltestellen dran. Kann man beim Sanieren einer Straße nicht mal einen Plan machen, der alles beinhaltet“, fragt Schmuckhändler David Rupp. Es hätte seiner Meinung nach auch gereicht, eine kleine Rampe für Rollstuhl- und Kinderwagenfahrer zu bauen, weil es in Bussen und Bahnen immer nur eine Tür/ein Abteil gibt, die von ihnen benutzt werden können.

Andere mutmaßen bereits, dahinter stecke ein Vorhaben der Verkehrsplaner, die Steinstraße für immer zur Einbahnstraße zu machen – oder zur Fußgängerzone.

Von André Wirsing

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