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Brandenburg/Havel Polizei nimmt Rücksicht auf jüdische Gemeinde
Lokales Brandenburg/Havel Polizei nimmt Rücksicht auf jüdische Gemeinde
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11:46 30.12.2015
Einer der beiden Stolpersteine in Brandenburg an der Havel. Quelle: Malo
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Brandenburg an der Havel

Mit Rücksicht auf die Jüdische Gemeinde in der Stadt hat die Führung der Brandenburger Polizeidirektion davon Abstand genommen, die Patenschaft für einen Stolperstein zu übernehmen, der an ein jüdisches Opfer des NS-Terrors aus der Stadt Brandenburg erinnert hätte. Die Polizisten wollen nun für einen Stolperstein die zu dem Zweck gesammelten 120 Euro bezahlen, der Anfang 2016 in Glindow in den Boden eingelassen wird.

Am 6. Januar hatten Führungskräfte und Mitarbeiter der Polizeidirektion West das Brandenburger Stadtmuseum gebeten vorzuschlagen, an welches Brandenburger Opfer des Nationalsozialismus mit einem Stolperstein erinnert werden könnte. Die Initiative war von Polizeidirektor Peter Meyritz ausgegangen.

Der Kölner Künstler Gunter Demnig verlegt in Brandenburg einen Stolperstein. Quelle: MALO

Zwar musste die Polizei eine Weile auf die Antwort warten, doch inzwischen ist ein Vorschlag des Museums eingegangen, wie Polizeisprecher Heiko Schmidt bestätigt. Nach Angaben von Verwaltungssprecherin Angelika Jurchen enthält die Liste Namen von Opfer in unserer Stadt, über die im Stadtmuseum belastbare und gesicherte Informationen vorliegen.

Gedenken im Straßenpflaster

Stolpersteine sollen an Menschen erinnern, die in der Zeit des Nationalsozialismus deportiert wurden und meist dem Holocaust zum Opfer fielen. Die Steine, die auf der Oberseite kleine Metallplatten mit den Namen der Opfer tragen, werden vor deren einstigen Wohnungen im Straßen- oder Gehwegpflaster verlegt.

Mehr als 40 000 Stolpersteine gibt es iin der ganzen Welt, die meisten in Deutschland.

Erfinder der Stolpersteine ist der in Nauen und Berlin aufgewachsene Künstler Gunter Demnig aus Köln.

Seit 2013 gibt es zwei Stolpersteine in Brandenburg. Sie erinnern am Katharinenkirchplatz 5 und in der Neustädtischen Heidestraße 26 an den SPD-Politiker Gustav Schernikau an den katholischen Pfarrer Bruno Schubert.

Für Edith Hahn Beer (1914-2009), die in der NS-Zeit in der Stadt Brandenburg untergetauchte Jüdin, wurde 2010 ein Stolperstein in Aschersleben verlegt.

Über Opfer im Polizeidienst hat das Museum zwar keine Kenntnis, unterbreitete aber die folgenden Vorschläge: den . Rabbiner Josef Rosenzweig, dessen Spur sich im Vernichtungslager Auschwitz verliert, die Ärztin Lilly Friesicke, die sich das Leben nahm und den Justizrat Berthold Meyer, der ebenfalls Selbstmord beging.

Die Brandenburger Polizei griff schließlich keinen dieser Vorschläge auf. Ihr Sprecher Heiko Schmidt begründet das; „Da den Organisatoren bei uns Bedenken der hiesigen Jüdischen Gemeinde gegenüber den Stolperstein Projekten bekannt gemacht wurden, haben sich die beteiligten Mitarbeiter für die Übernahme einer Stolpersteinpatenschaft in Glindow im Landkreis Potsdam-Mittelmark entschieden.“

Tatsächlich lehnt die Jüdische Gemeinde in Brandenburg Stolpersteine ab, hält sie für eine „Farce”, wie der Vorsitzende Feliks Byelyenkov sagt. Er begründete diese Haltung gegenüber der MAZ so: „Man sollte in Augenhöhe gedenken und nicht beim Gedenken in den Dreck gucken.”

Von Jürgen Lauterbach

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