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Brandenburg/Havel Straßenfest als Bürgerprotest
Lokales Brandenburg/Havel Straßenfest als Bürgerprotest
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13:37 08.10.2013
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Netzen

 „Viele, die sich für eine bestimmte Sache einsetzen wollen, stellen sich mit Plakaten auf die Straße und organisieren einen lautstarken Protest – wir versuchen heute einen anderen Weg zu gehen“, erklärte der Netzener Pfarrer Anselm Babin am Samstag in seinen Begrüßungsworten beim Fest für den Erhalt der Netzener Dorfstraße.

„Im Frühjahr haben wir zum ersten Mal von den Plänen der Gemeindeverwaltung in Lehnin gehört, die Dorfstraße zu sanieren“, berichtete Erich Andert, der sich im Netzener Ortsbeirat und in der Gemeindevertretung von Kloster Lehnin engagiert. „Dabei ist gerade diese Straße in der Region mit ihren gelben Klinkern, die im Fischgrätenmuster verlegt sind, eine Einmaligkeit, die deshalb auch unter Denkmalschutz steht“, erklärte Andert. In der Ortschronik ist belegt, dass genau vor 100 Jahren mit dem Bau begonnen wurde. „An diesem Sonntag wird ja auch der Tag des offenen Denkmals gefeiert und deshalb passt es ganz gut, dass auch wir uns an diesem Wochenende, zum runden Jubiläum, für unser Denkmal vor der Haustür einsetzen“, sagt Andert.

Die Anwohner der Dorfstraße wehren sich schon seit einigen Monaten gegen die Pläne der Verwaltung, den Denkmalschutz für die Straße aufzuheben und haben eine Protestnote mit 40 Unterschriften der Anlieger in Lehnin abgegeben. Zum einen hängen die Einwohner an dem das Ortsbild prägenden Weg, zum anderen fürchten sie die Anliegerbeiträge, die auf sie zukommen, sollte die Erneuerung beschlossen werden. „Wir wollen keine Betonpiste vor der Haustür, auf der vor allem die landwirtschaftlichen Transportfahrzeuge dann noch schneller an uns vorbeibrettern“, erklärte Axel Neumann, der federführend mit weiteren Anwohnern das Straßenfest organisiert hat.

„Für uns ist das noch einmal eine Gelegenheit alle Interessierten im persönlichen Gespräch über unser Anliegen zu informieren und weitere Unterschriften gegen das Vorhaben der Verwaltung zu sammeln“, sagte er. Während die Kinder sich auf der Hüpfburg, beim Kinderschminken und Basteln amüsierten, machten im Festzelt also nicht nur Kaffee, Kuchen und Bratwurst die Runde, sondern auch die Unterschriftenliste. „Um die 100 Signaturen werden heute sicher zusammenkommen“, war Neumann überzeugt. Trotz der zahlreichen Besucher vermissten die Organisatoren aber Gäste aus der Gemeindevertretung von Kloster Lehnin. „Der Ortsbeirat hatte den Termin der Veranstaltung weitergegeben, aber bis auf die ortsansässigen Vertreter ist niemand gekommen“, zeigte sich Neumann enttäuscht.

Nach dem Fest geht das Engagement aber weiter. „Der Ortsbeirat wird noch einmal ein Konzept zur Reparatur der Straße überarbeiten und in der Gemeindeverwaltung und den Ausschusssitzungen vorlegen“, versicherte Andert. Davon erhofft er sich eine Diskussion, die den Anliegen der Anwohner gerecht werden könnte.

Von Christine Lummert

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