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Streit an der Medizinhochschule ist beigelegt

Erster Neuruppin-Brandenburger Konflikt Streit an der Medizinhochschule ist beigelegt

Die Kliniken in Neuruppin und Brandenburg an der Havel haben ihren ersten Konflikt bezogen auf die gemeinsame Medizinische Hochschule Brandenburg (MHB) ausgetragen und gelöst. Es ging dabei um die Finanzierung der Nicolaischule, die als Hochschulgebäude hergerichtet wird. Konfliktstoff bietet auch, dass jeder die MHB nur mit Neuruppin verbindet.

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Quelle: JACQUELINE STEINER

Brandenburg/H. Die Kliniken in Neuruppin und Brandenburg/Havel haben ihren ersten größeren Konflikt bezogen auf die gemeinsame Medizinische Hochschule Brandenburg (MHB) ausgetragen und am Ende gelöst. Es ging dabei um die Finanzierung der Nicolaischule, die für Hochschulzwecke hergerichtet werden soll. Konfliktstoff bietet auch, dass jeder die MHB nur mit Neuruppin verbindet.

Von Konflikt spricht offiziell zwar niemand, doch wie die MAZ erfuhr, hat es mächtig geknirscht im Gebälk der vor knapp zwei Jahren gegründeten Medizinischen Hochschule Brandenburg. Der Streitpunkt: Wer bezahlt wie viel vom Ausbau der Nicolaischule am Hochschulstandort Brandenburg/Havel?

Klinikum-Geschäftsführerin Gabriele Wolter bestätigt eine langwierige „kritische Auseinandersetzung“ darüber, wie das auf drei Etagen entstehende Hochschulgebäude finanziert wird.

Es gab eine langwierige Auseinandersetzung

Da die MHB in den ersten beiden Jahren nach Fertigstellung nur zwei Stockwerke benötigt, wollten sich die Neuruppiner Kliniken nicht schon 2017 an den Mietkosten beteiligen. Doch die Vermietung von nur zwei Etagen wäre für die Investoren Nicolai Müller und Uli Krieg nicht wirtschaftlich gewesen. Zudem würden spätere Bauarbeiten den Lehrbetrieb stören, der im nächsten Jahr beginnen soll.

Gabriele Wolter zufolge haben die beteiligten Parteien am Ende einen Kompromiss gefunden und einen Mietvertrag über drei Jahre abgeschlossen. Allerdings trägt vor allem das Städtische Klinikum Brandenburg zu der Lösung bei und nicht Neuruppin.

Das Brandenburger Klinikum, so die Lösung, mietet alle drei Etagen der bis 2017 umgebauten Nicolaischule. Zwei davon wird sie an die MHB untervermieten, die die Kosten dafür trägt.

Studienortwechsel im fünften Semester

Die Medizinerausbildung an der privaten Medizinischen Hochschule Brandenburg MHB) hat im April 2015 mit 48 Frauen und Männern begonnen. Seit April 2016 sind 95 Medizinstudenten an der MHB immatrikuliert.

Die ersten vier Semester verbringen die angehenden Ärzte weitestgehend auf dem Campusgelände in Neuruppin. Den zweiten Abschnitt ihres Studium ab dem 5. Semester absolvieren sie in Brandenburg/Havel und an den Lehrkrankenhäusern, die sich an der MHB beteiligen.

Die ersten Medizinstudenten kommen zum 1. April 2017 nach Brandenburg/Havel. Am 26. Juni werden sie zum kennenlernen schon einmal einen Seminartag an ihrem künftigen Studienort an der Havel verbringen.

Die zur Zeit 30 Psychologiestudenten der MHB werden ausschließlich in Neuruppin ausgebildet. Das war von Beginn an so vorgesehen.

Die dritte Ebene erst ab 2019 von der Hochschule benötigte Etage wird von zwei weiteren Untermietern genutzt: zum einen von der Medizinischen Schule, die zum Klinikum gehört und künftig neue Klassen in der Altenpflegeausbildung bilden wird. Zum anderen von der Technischen Hochschule Brandenburg, die ihn übergangsweise für ihren neuen Studiengang Augenoptik/Optische Gerätetechnik nutzen will.

MHB-Pressesprecher Eric Hoffmann spricht bei dem genannten Thema nicht von Konflikt, nach seinen Angaben handelte es sich um „normale Verhandlungen, in denen es ums Geld ging“. Der Haushalt der MHB sei eben „auf Kante genäht“.

„Kein Konflikt, sondern normale Verhandlungen“

Die Schwierigkeiten, sich bezüglich der Nicolaischule zu einigen, offenbaren noch ein anderes, tiefer liegendes Problem. Auch wenn Brandenburgs Klinikchefin keine Vorwürfe erhebt, ist es ein offenes Geheimnis, dass sie und andere Verantwortungsträger in der Stadt wenig glücklich sind, dass das Image der Medizinhochschule so stark auf Neuruppin zugeschnitten ist und die als Träger ebenso beteiligten Kliniken in Brandenburg und Bernau in die Röhre schauen.

Die MHB achte in eigenen Veröffentlichungen penibel darauf, bezogen auf die Träger und die Hochschulstandorte ausgewogen zu informieren. Gleichwohl erkennt auch Hochschulsprecher Hoffmann, dass Brandenburg/Havel als einer der beiden Studienorte in den Medien so gut wie gar nicht vorkommt.

Neuruppin hat es im Vergleich leichter

Neuruppin hat es offenkundig leichter, weil die ersten vier Studiensemester auf dem dortigen Campus stattfinden. „Die Medien berichten von dort, wo die Studenten nun mal sind“, erklärt Hoffmann. Der Nachrichtenwert liege für sie in den ersten vier Semestern in Neuruppin. Die Folge seien einführende Sätze wie der im ZDF Morgenmagazin: Wer in Brandenburg Medizin studieren will, muss nach Neuruppin fahren.

Die Hochschule vertraut darauf, dass sich die Wahrnehmung ändert, sobald die ersten Studenten im fünften Semester und damit im Hauptstudium in Brandenburger Klinikum und in die Nicolaischule kommen.

Von Jürgen Lauterbach

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