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Brandenburg/Havel Streit eskaliert: Asylbewerber niedergestochen
Lokales Brandenburg/Havel Streit eskaliert: Asylbewerber niedergestochen
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17:29 05.10.2015
Die Polizei im Einsatz. Quelle: dpa
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Brandenburg an der Havel

Im Streit zwischen Asylbewerbern wurde ein 18 Jahre alter Kenianer am späten Sonntagabend in der Flüchtlingsunterkunft in der Flämingstraße durch Messerstiche schwer verletzt und noch in der Nacht notoperiert. Dem Vernehmen ist die Operation gut verlaufen, der junge Mann liegt aber noch auf der Intensivstation des städtischen Klinikums in der Hochstraße. Dringend tatverdächtig sind laut Polizei vier Albaner.

24 Jahre alter Heimbewohner aus dem Tschad, der dem Kenianer zur Hilfe geeilt war, erlitt in der Auseinandersetzung leichte Verletzungen. Er wurde ambulant behandelt. Die Vernehmung der tatverdächtigen Albaner im Alter zwischen 21 und 25 Jahren war am Montag bis Redaktionsschluss noch nicht abgeschlossen.

Streit beginnt gegen 23 Uhr

Am Sonntag gegen 23 Uhr hatte der Streit auf einem Flur des von fast 300 Menschen bewohnten Heims in Nord begonnen. Aus unbekanntem Grund gingen mehrere Albaner im Alter zwischen 21 und 25 Jahren auf den 18 Jahre alten Kenianer los, zunächst nur mit Worten und dann mit Gewalt. Ein Messer kam dabei zum Einsatz, berichtet Heiko Schmidt, Sprecher der Polizeidirektion West, am Montag.

Die von der Heimleitung alarmierte Polizei nahm zunächst fünf tatverdächtige Albaner fest. Aktuell richtet sich der dringende Verdacht der gefährlichen Körperverletzung gegen vier von ihnen, berichtet Schmidt. Mit Hilfe von Dolmetschern werden die Verdächtigen vernommen. Um den Beteiligten keinen Anhaltspunkt über den Verlauf der Vernehmungen zu geben, gibt die Polizei noch keine Auskunft über deren Inhalt.

Staatsanwalt prüft Haftanträge

Sämtliche Beteiligte leben bereits seit mehreren Monaten in der Flämingstraße und kennen einander. Ob es in dem Streit womöglich um Drogen oder den Handel mit anderen Dingen ging, wollte die Polizei am Montag mit Rücksicht auf die laufenden Ermittlungen weder bestätigen noch dementieren. Die Staatsanwaltschaft Potsdam prüfte am Montag, ob sie Haftanträge gegen die vier Verdächtigen stellt.

Soweit bekannt gab es zwar auch in der Vergangenheit immer mal wieder Streitigkeiten unter Brandenburger Heimbewohnern. Doch noch nie hatte ein solcher Streit mit Schwerverletzten geendet. Den verdächtigen Albanern droht in keinem Fall die schnelle Abschiebung. Sie genießen wie alle Asylbewerber zunächst einen besonderen Ausweisungsschutz, teilt die Ausländerbehörde der Stadt mit.

Mehrere Streifen beordert

Erst im Falle einer rechtskräftigen Verurteilung prüft die Behörde, ob ein Abschiebungsinteresse besteht. Dieses wird in der Regel bei schweren Straftaten bejaht. In der Vergangenheit wurden Asylbewerber nach der Verurteilung wegen Drogendelikten tatsächlich abgeschoben, allerdings gab es einen solchen Fall in der jüngsten Vergangenheit in der Stadt Brandenburg nach Auskunft der Ausländerbehörde nicht mehr.

Sonntagnacht hatte die Polizei mehrere Streifenwagen aus der gesamten Polizeidirektion West nach Brandenburg beordert, um die Parteien im Asylbewerberheim mit ihren Sympathisanten zu trennen. In der Unterkunft leben Menschen aus mehr als zwanzig Nationen. Andreas Griebel, Chef des Heimbetreibers DRK, berichtete am Montag, dass sich die Lage im Laufe des Tages in der Flämingstraße beruhigt habe.

Von Jürgen Lauterbach

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