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Brandenburg/Havel Streit um kaputte Fliesen: Kunden siegen über Bauking
Lokales Brandenburg/Havel Streit um kaputte Fliesen: Kunden siegen über Bauking
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14:58 24.03.2018
Dieses Musterfoto zeigt eine Terrasse mit geeigneten Fliesen. Das Brandenburger Paar möchte seine Terrasse mit den mangelhaften Platten indessen nicht vorzeigen. Quelle: Archiv
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Brandenburg/H

Mehr als drei Jahre lang hat ein Ehepaar aus Klein Kreutz gegen einen Baustoffhändler gekämpft, weil auf den gelieferten Terrassenfliesen sehr schnell Schäden auftraten. Eine Regelung im Guten war nicht möglich. Vor Gericht haben die Kunden recht bekommen. Die Firma muss die alten Fliesen rausreißen und erneuern. Denn sie sind mangelhaft.

Elke B. (Name geändert) ist enttäuscht über das Verhalten des Unternehmens. Anfangs seien sie und ihr Mann hofiert worden. Doch als alles unterschrieben war, seien sie hängengelassen worden.

Die Geschichte der Grundstückseigentümer beginnt Ende August, als das Ehepaar für die gut 50 Qua-dratmeter große Terrasse Fliesen der Marke Ehl-Concord-Platten, Savanna geschliffen, bei Bauking für gut 2100 Euro kauft. Die als Terrassenfliesen verkauften Platten werden im Oktober geliefert und wenig später fachgerecht verlegt.

Firma möchte nicht einlenken

Doch schon zwei, drei Wochen später stellen die Kunden fest, dass die Fliesen trotz geringer Beanspruchung Kratzer und Schlieren aufweisen. Sie monieren die Fliesen, woraufhin Mitarbeiter des Verkäufers und der Herstellerfirma sich die Bescherung anschauen. Abhilfe wird jedoch nicht geschaffen.

Das Brandenburger Paar reklamiert die Fliesen erneut zweimal, im Januar 2015 folgt ein weiterer Besichtigungstermin. Doch das Ergebnis bleibt unbefriedigend.

Ein Bauking-Mitarbeiter ruft an und teilt mit, dass die Reklamation abgelehnt würde. Denn entweder kämen die Kratzer von einem Schneeschieber oder der Fliesenleger habe Mist gebaut. Die Firma wolle gleichwohl „eine Lösung finden“. Doch nichts dergleichen geschieht. Erneut fordern die Kunden dazu auf, die Mängel zu beheben. Ohne Erfolg.

Der Händler beharrt darauf, dass seine Terrassenplatten bei Anlieferung mangelfrei gewesen seien und Metallgegenstände oder etwas Hartes und Kantiges die Kratzer verursacht hätten.

Verärgerte Kunden ziehen vor Gericht

Das Ehepaar aus Brandenburg gibt sich damit nicht zufrieden, berichtet, dass die Fliesen nur Möbel aus Kunststoff aushalten mussten. Verlangt wird daher der Ausbau der alten und der Einbau neuer Platten. Ein Jahr ist inzwischen schon vergangen, keine Einigung erzielt. Die Kunden setzen noch eine letzte Frist und klagen anschließend gegen das Unternehmen.

Baukings Anwalt argumentiert, dass Schmutzschleier, Kratzer und Schlieren keinen Mangel darstellen und bei der Lieferung der Ware noch alles in Ordnung gewesen sei.

Das Amtsgericht Brandenburg/Havel kommt zu einer anderen Einschätzung. Maßgeblich dafür ist ein Sachgutachten, das vernichtend ausfällt für den Händler und den Hersteller. Im Grunde hatten die Kunden demnach nur eine Chance: Ihre gut 2100 Euro teuren Platten nur anschauen, aber um Himmels willen nicht benutzen.

Nicht als Terrassenfliesen geeignet

Denn als Terrassenfliesen sind sie nicht geeignet. Schon der Fliesenleger hat beim Zuschneiden bemerkt, dass die Platten weich „wie Butter“ sind. Der Sachverständige Holger Eising, selbst Fliesenlegermeister, testet eine Reservefliese. Schon mit einem Kunststoffgegenstand sind ihr sehr einfach Kratzer zuzufügen. „Diese Fliesen-Platten sind bereits für eine übliche Verwendung nicht geeignet“, urteilt er.

Mechanisch seien sie „überhaupt nicht beanspruchbar“, schreibt das Amtsgericht in seinem Urteil zugunsten der Klägerin aus Klein Kreutz. Wofür sich die verlegten Platten eignen, lässt der Sachverständige offen. Für eine „bestimmungsgemäße Nutzung als Terrassenplatten“ jedenfalls seiner fachlichen Einschätzung nach nicht.

Gutachter sieht Abriss als einzige Lösung

Um den Mangel zu beheben, sieht der Gutachter nur einen Weg: „einen kompletten Rückbau und Neuaufbau mit anderen, geeigneten Platten. Das Amtsgericht erkennt in seinem Urteil vom 15. Februar 2018 diesen Nacherfüllungsanspruch auf Lieferung einer mangelfreien Sache. Drei Sommer ohne vernünftige Fliesen sind zwischen Kauf und Urteil vergangen.

Von Jürgen Lauterbach

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