Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 8 ° Sprühregen

Navigation:
Strenger Frost macht Schneedienst zu schaffen

Räumfahrzeuge im Dauereinsatz Strenger Frost macht Schneedienst zu schaffen

Der Winterdienst ist im Dauereinsatz und dennoch kann sich eine Schneedecke auf den Straßen bilden. Grund dafür ist der strenge Frost. Bei nur Minus einem Grad wäre die Situation auf den Straßen entspannter.

Voriger Artikel
Könige klopfen an die MAZ-Türen
Nächster Artikel
Blutiges Eis: Brandenburger Schwan in Not

Der Wintereinbruch ist auch für Radfahrer eine Herausforderung.

Quelle: Volker Maloszyk

Brandenburg/H. Der Winter hat die Region fest im Griff. Auf der Autobahn 2 kam am Mittwochmorgen der Verkehr teils nur im Schritttempo voran. Auf der Fahrbahn hatte sich schon am Dienstagnachmittag eine Schneedecke gebildet. Viele Fernbusse donnerten dennoch mit relativ hohem Tempo über die Autobahnen. „Das beobachten wir auch“, bestätigte Cornelia Mitschka vom Landesbetrieb für Straßenwesen. „Viele Berufskraftfahrer fahren im Sommer und im Winter bei Schnee mit Tempo 90 über die Autobahnen.“ Nahe der Abfahrt Brandenburg schleuderte am Mittwoch um 6.30 Uhr ein Lastwagenfahrer mit seinem Gespann von der Fahrbahn und kippte in einen Graben neben der Autobahn. Rettungskräfte brachten den 59-jährigen Fahrer, der Kopfverletzungen erlitten hat, ins Krankenhaus. Der Schaden liegt nach Angaben von Polizeisprecherin Jana Birnbaum bei 60 000 Euro. Am Nachmittag rutschte ein weiterer Lastwagen von der A 2 bei Brandenburg von der Fahrbahn.

Auch viele Brandenburger räumten den Schnee zur Seite wie hier an der Magdeburger Landstraße

Auch viele Brandenburger räumten den Schnee zur Seite wie hier an der Magdeburger Landstraße.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Gegen 6 Uhr schleuderte in Göhlsdorf eine 40-jährige Nissanfahrerin auf eisglatter Fahrbahn gegen einen entgegenkommenden Skoda. Der Nissan prallte anschließend gegen einen Baum. Wie durch ein Wunder blieb der Unfall ohne Folgen für die Fahrzeuginsassen bis auf den Blechschaden an den Autos . Um 8.15 Uhr kam eine 30-jährige Frau in Jeserig mit ihrem Fiat im Trechwitzer Weg in Jeserig von der Fahrbahn ab und schleuderte gegen einen Baum. Auch sie kam mit dem Schrecken davon.

Mebra-Mitarbeiter im Dauereinsatz

Gerade der strenge Frost macht dem Streudienst zu schaffen, wie Cornelia Mitschka sagte. „Das Problem ist, dass es schneit und sehr kalt ist. Da kommt der Wirkungsmechanismus des Salzes an seine Grenzen“, so Mitschka. Auch wenn zuwenig Verkehr rolle, sorge das dafür, „dass die Straße nicht schwarz ist, sondern sich eine Schneedecke bilden kann. Deswegen bleibt die linke Fahrspur, auf die sich niemand traut, weiß, obwohl sie gestreut ist“. Das Salz müsse von den Fahrzeugen in den Schnee eingewalzt werden.

Die Wasserschutzpolizei warnt

Der Leiter der Wasserschutzpolizei in der Polizeidirekton West, Erster Polizeihauptkommissar Joachim Plötschke, warnt eindringlich vor dem Betreten von Eisflächen. Die Eisfläche sei nirgendwo tragfähig: „Wer zugefrorene Seen, Flüsse und Kanäle betritt, gefährdet sich und andere.“

Anzeigetafeln auf dem Berliner Ring haben am Dienstagabend noch Tempo 120 und Tempo-Freigabe gezeigt. Am Mittwoch dann waren auch sie der Witterung angepasst worden: Mit Ausrufezeichen schrieben sie Tempo 60 als Höchstgeschwindigkeit vor.

Mitarbeiter der Räumdienste rücken auch um Mitternacht aus, wenn die Polizei sie anfordert für bestimmte gefährliche Regionen. Üblicherweise fahren sie im Schichtwechsel ihren Winterdienst zwischen 2.30 Uhr morgens bis in den späten Abend hinein.

 

Ähnlich äußerte sich am Mittwochnachmittag auch Volker Lüdicke, Einsatzleiter bei der Mebra für Winterdienst. „Das Salz arbeitet, wenn der Verkehr rollt.“ 17 Mebra-Leute waren auf 13 Streufahrzeugen von Mittwoch 2.30 Uhr an im Dienst. Sie fahren die Straßen in Brandenburg, Schmerzke, Gollwitz, Plaue und Kirchmöser ab. Bei Dauerschneefall wie am Dienstag und Mittwoch sind es die Straßen mit der Dringlichkeitsstufe 1, die zuerst geräumt werden. Diese entsprechen den Busstrecken. Lüdicke beklagt, dass leichtsinnige Autofahrer immer wieder Räumfahrzeuge überholten und dann ins Schlingern gerieten. Das sei kreuzgefährlich für alle Beteiligten. „Solche Situationen sind für uns eine große Belastung.“ Je 700 Tonnen Salz und Sand lagert die Mebra noch. Mittwoch war der fünfte Einsatztag in dieser Saison. „Unsere Kräfte sind noch frisch“, so Lüdicke.

260 Kilometer Landes- und Bundesstraßen

„Wir hatten schon ganz andere Winter“, sagt Mike Magaschütz zum Schneefall. Seit elf Jahren ist Magaschütz Leiter der Straßenmeisterei Brandenburg. „Der Schnee jetzt ist für uns Tagesgeschäft.“ 260 Kilometer Bundes- und Landesstraßen fahren seine Mitarbeiter ab, dazu 60 Kilometer Radweg. Im Einsatz sind sechs eigene Fahrzeuge und vier von Subunternehmen. Seit Mittwoch 3 Uhr früh schieben die Räumfahrzeuge wieder den Schnee von den Fahrbahnen bis in den späten Abend hinein. „Wir haben mit dem Problem zu kämpfen, dass Anwohner von den Bürgersteigen den Schnee auf die Straße schieben. Ein Fußweg funktioniert auch, wenn er nur auf 70 Zentimeter Breite geräumt wird.“

Polizeisprecherin Jana Birnbaum bescheinigte den Autofahrern generell, sich gut auf die Witterungsbedingungen eingestellt zu haben.

Sie hatten viel Spaß

Sie hatten viel Spaß: Kinder der Evangelischen Grundschule in Brandenburg liefern sich eine Schneeballschlacht.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Von Marion von Imhoff

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Brandenburg/Havel

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg