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Stündlich durch neue Wachstumsregion

Plusbus zwischen Lehnin und Michendorf Stündlich durch neue Wachstumsregion

Die Region zwischen Lehnin und Michendorf ist Brandenburgs neue Wachstumsregion. Davon sind die Macher zweier weiterer Plusbus-Linien überzeugt. Im Stundentakt sind die Anliegerkommunen entlang der Strecke miteinander verbunden. Schüler, Pendler und Ausflügler profitieren besonders.

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Die Bürgermeister Bernhard Knuth (Beelitz), Reinhard Mirbach (Michendorf), Uwe Brückner (Kloster Lehnin) und Axel Zinke (Seddiner See) geben die beiden Plusbus-Linien zwischen Lehnin und Potsdam frei.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Lehnin/Beelitz. Entspannt steuert Timo Lüdicke den grün-weißen Bus mit der Liniennummer 645 durch Emstal. Früher war er im Vertrieb einer Telefon-Firma. Dann sattelte er um, fährt seit über vier Jahren für die kreiseigene Verkehrsgesellschaft Regiobus. Darunter auf der brandneuen Durchläuferstrecke von Lehnin nach Beelitz. Einsteigen will in dem Backofen-Dorf zu dieser Stunde niemand. Also wird durchgefahren. Nächster Halt: Busendorf. Neue Fahrgäste kommen dazu. Junge Leute, die in Beelitz-Heilstätten in den Zug umsteigen. Der RE 7 bringt sie wenige Minuten später nach Berlin-Wannsee.

Kurze Umsteigezeiten

Im Landkreis ist zum 1. Januar 2018 das neue Plusbus-Liniennetz „Beelitz-Zauche“ eingeführt worden. Die Linien 643 (Beelitz-Potsdam) und 645 (Lehnin-Beelitz) sind damit die 10. und 11. Plusbus-Linie im Land Brandenburg.

Die beiden Linien ergänzen den bereits in Potsdam-Mittelmark bestehenden Plusbus „Hoher Fläming“. Merkmale sind ein stündliches Angebot, Fahrten am Wochenende und kurze Umsteigezeiten zu den Bahnen.

Die Plusbusse sind neu mit WLAN und Lademöglichkeit am Platz ausgestattet. Äußerlich sind sie durch das bekannte regionale Plusbus-Design erkennbar. Vorbild war der Mitteldeutsche Verkehrsverbund.

Busfahrer Lüdicke liegt gut in der Zeit. In 37 Minuten muss er die Strecke vom Lehniner Busbahnhof bis zur Endhaltestelle am Beelitzer Lustgarten absolviert haben. Dort bleiben elf Minuten Zeit bis zur Abfahrt der zweiten neuen Plusbus-Linie 643 nach Potsdam-Hauptbahnhof. Das ist trotz der Straßenbaustelle in Heilstätten zu schaffen. In Fichtenwalde gibt es vier Haltestellen. Im Bus wird es voller. Viele der roten Sitze in dem sauberen Fahrzeug sind besetzt. Wer nicht aus dem Fenster schaut, bedient sein Smartphone. Integriertes WLAN ist bei der neuen rollenden Technik auf Plusbus-Strecken zur Selbstverständlichkeit geworden.

Busfahrer Timo Lüdicke fährt den neuen Plusbus 645 durch Emstal von Lehnin nach Beelitz

Busfahrer Timo Lüdicke fährt den neuen Plusbus 645 durch Emstal von Lehnin nach Beelitz.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Wenige Minuten nach 9 Uhr hat der Plusbus mit dem Namen Beelitz-Zauche die Spargelstadt erreicht. Das früher umständliche Umsteigen in Busendorf mit Bedienung eines Rufbusses gehört seit wenigen Tagen der Vergangenheit an. Seit dem Jahreswechsel sind Lehnin und Beelitz zwischen 5.27 Uhr und 19.26 Uhr stündlich miteinander verbunden, am Wochenende im Zwei-Stunden-Takt. Auch in den Ferien, wenn keine Schulkinder zu transportieren sind, bleibt der Bus in Bewegung.

Möglich wurde der Quantensprung im Öffentlichen Personennahverkehr durch den Ausbau des vor wenigen Jahren gestarteten Plusbusnetzes in Potsdam-Mittelmark. Zur Finanzierung des Angebots greift nicht nur der Landkreis in die Haushaltskasse. Auch die Anliegerkommunen Kloster Lehnin, Beelitz, Seddiner See und Michendorf beteiligen sich mit Geld aus ihren Etats am Zusammenwachsen einer Region, der Landrat Wolfgang Blasig (SPD) große Zukunftschancen bescheinigt. So sieht es auch Kloster Lehnins Bürgermeister Uwe Brückner. Mit jährlich 21 000 Euro stützt seine Gemeinde den Plusbus nach Beelitz. „Die Musik spielt nicht nur in Werder. Andererseits sollen auch die Beelitzer Einrichtungen in Lehnin wie das Kloster, das Krankenhaus oder die Schulen ohne Auto erreichen können“, sagte Brückner der MAZ.

Kloster Lehnins Bürgermeister Uwe Brückner unterschreibt die Kooperationsvereinbarung zum Ausbau des Plusbus-Netzes zwischen Lehnin und Beelitz

Kloster Lehnins Bürgermeister Uwe Brückner unterschreibt die Kooperationsvereinbarung zum Ausbau des Plusbus-Netzes zwischen Lehnin und Beelitz.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Infrastruktur-Ministerin Kathrin Schneider (SPD) stellte für 2018 eine finanzielle Beteiligung des Landes am Plusbus-Konzept in Aussicht. Die genaue Höhe werde derzeit noch geprüft, so die Ministerin. Mit Geld vom Land könnte der Eigenanteil der Kommunen und des Kreises gesenkt werden. Regiobus-Geschäftsführer Hans-Jürgen Hennig ist fest davon überzeugt, dass sich die Investitionen in die neuen Plusbuslinien 645 und 643 auszahlen werden. Ziel sei es rund zehn Prozent mehr Fahrgäste für die stündlichen Überlandbusse zu gewinnen. Sechs von elf Plusbuslinien im Land Brandenburg werden in Potsdam-Mittelmark bedient. Nächstes Projekt könnte eine stündliche Linie aus dem Amt Beetzsee nach Brandenburg und zum Hauptbahnhof werden.

Von Frank Bürstenbinder

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