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Super-Kita wird bei laufendem Betrieb saniert

Brandenburg an der Havel Super-Kita wird bei laufendem Betrieb saniert

Das komplette Sanieren eines großen Kinderhauses mit 250 Mädchen und Jungen bei laufendem Betrieb ist auch für die Liegenschaftsverwaltung der Stadt Brandenburg an der Havel Neuland. Die ersten Erfahrungen zeigen aber, dass das Miteinander von spielenden Kids und Arbeitern gut läuft – mit klaren Regeln und viel Verständnis.

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Die Baustelle direkt am Spielplatz finden die Mittendrin-Kinder spannend.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Brandenburg/H. Eine Baustelle muss keine Belastung sein, im Kinderhaus Mittendrin in der Schleusener Straße wird sie von Independent-Living-Geschäftsführerin Rita Tüter gar als „Bereicherung“ empfunden. „Wann bekommen die Kinder denn sonst einmal zu sehen, wie ein Handwerker arbeitet, wie ein altes Fenster aus- und am selben Tag ein neues Fenster eingebaut wird?“

Bei laufendem Betrieb wird die 1979 gebaute Einrichtung nun in drei Abschnitten komplett saniert. Über den städtischen Liegenschaftsbetrieb GLM ist vertraglich geregelt, zu welchen Zeiten die Handwerker arbeiten dürfen, dass beispielsweise mittags Ruhezeiten bis 13.30 Uhr eingehalten werden. „Manche Kinder lassen sich gar nicht von den Arbeiten stören, sie schlafen einfach länger“, erzählt Kitaleiterin Andrea Reinhardt. Andere sprechen schon mal die Bauarbeiter direkt an und lassen sich ganz genau erklären, was sie da gerade machen.

Es sei auch gut, dass gerade in den Sommermonaten gearbeitet werde, wenn sich die Kinder ohnehin viel im Freien aufhalten können. Die Eltern wurden vor der komplexen Maßnahme über Aushänge, Elternversammlungen und den Kita-Ausschuss informiert. Beschwerden habe es bislang noch keine einzige gegeben, alle freuen sich, dass das Kinderhaus wieder schön werde.

Extra lange Öffnungszeiten

Die Independent Living – Kindertagesstätten für Brandenburg gGmbH wurde am 21. Juni.2001 gegründet.

In vier Einrichtungen arbeiten etwa 80 Mitarbeiter mit Mehrfachqualifizierungen, das Kinderhaus Mittendrin ist das Größte. Es giobt noch Klein und Groß in der Gertraudenstraße, Menschenskinder in der Warschauer Straße, sowie den Integrationshort Entdeckerfreunde in der Felsbergstraße.

Die 250 Mittendrin-Plätze für Kinder von 0 bis 12 Jahren sind immer gut gefüllt, weil die Öffnungszeiten besondere sind: wochentags von 5 bis 21 Uhr, sonnabends bis 16.30 Uhr. Es gibt keine Urlaubsschließzeiten.

Es sollen Bildungseinrichtungen für Kinder, Eltern und Mitarbeiter sein.

Die Konzepte der Kindertageseinrichtungen gestalten sich nach den Maßgaben des Brandenburgischen Bildungsprogramms, betont Independent Living, die auch zum Wohlfahrtsverband Der Paritätische gehört.

Planer Karsten Spangenberg koordiniert alle Firmen vor Ort: „Im ersten Bauabschnitt bis September wechseln wir alle Fenster und Türen aus, die Fassaden und das Dach bekommen eine Wärmedämmung – alles was zum so genannten energetischen Sanieren gehört.“ Zuvor waren bei den Erschließungsarbeiten der Fernwärmeanschluss erneuert worden, ebenso die Regenentwässerung und der Fettabscheider für die Ausgabe-Küche. Es gab auch eine Bauwerksuntersuchung an dem bald 40 Jahre alten Haus, wegen der Tragfähigkeit der Wände – Überraschungen gab es allerdings keine, so dass wie geplant gearbeitet werden kann.

Im kommenden Jahr und teilweise noch 2018 kommt alles andere im Inneren des Gebäudekomplexes an die Reihe: Sanitär-, Heizungs- und Elektroinstallation, es werden alle Sanitärräume renoviert und komplett neu ausgestattet, ebenso die zehn großen Gruppenräume nebst aller Nebengelasse. „Es ist auch für uns Neuland, so eine Komplettsanierung bei laufendem Betrieb. Im DRK-Kinderdorf haben wir eine etwas kleinere Maßnahme gerade beendet, aber das hat eine neue Dimension“, sagt Vize-GLM-Chef Jörg Wesoly.

Die Mittendrin-Kinder profitieren gerade von der deutschen Bürokratie, weil viel mehr Geld verbaut werden kann als ursprünglich geplant. Die Kommune hatte annähernd 8,3 Millionen Euro aus einem Kommunalen Investitionsprogramm bekommen und wollte diese vornehmlich für diverse Neubauten in der Innenstadt ausgeben. Da der Bund aber nur Kinderkrippen und -gärten, aber keine Horte fördert, musste umdisponiert werden.

Die Stadt hatte fürs Kinderhaus Mittendrin rund 850.000 Euro Eigenmittel zurückgelegt, steckt diese nun in den Neubau an der Bauhofstraße. Dafür bekam die Einrichtung in der Schleusenerstraße 1,69 Millionen Euro Fördermittel plus 440 000 Euro aus dem GLM-Invest-Haushaushalt, so dass in Hohenstücken nun 2,13 Millionen Euro verbaut werden können.

Von André Wirsing

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