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Brandenburg/Havel Swimming in the rain
Lokales Brandenburg/Havel Swimming in the rain
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12:35 06.08.2017
Siegerehrung im Regen: Kaum einmal trocken, behalfen sich auch die abgehärteten Athleten auf dem Podest mit Nässeschutz. Quelle: Ruediger Boehme
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Brandenburg/H

Es kam den meisten zwar nicht so viel vor, aber 22 Grad Lufttemperatur wurden am Sonnabend um 13 Uhr gemessen. Das Wasser in der unteren Havel war ein Grad wärmer. Am Salzufer nahe der Jahrtausendbrücke trugen sich 167 sportliche Brandenburgerinnen (67) und Brandenburger (100) in die Startlisten zum 27. Brückenschwimmen ein.

Die traditionelle Breitensportveranstaltung wurde wieder vom Stadtverband der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) organisiert. Steffen Pauli, seit 2008 Vorsitzender, blickte wie alle ehrenamtlichen Organisatoren etwas skeptisch zum Himmel. Es regnete. Dass trotzdem so viele die etwa ein Kilometer lange Strecke mitschwimmen wollten, war nicht zu erwarten. Die 78-jährige Margot Zimmermann aus Rathenow sah es gelassen: „Wir werden doch sowieso gleich nass, wenn wir ins Wasser springen.“ Die sportlich gebräunte Frau freut sich seit 20 Jahren auf diesen besonderen Sommernachmittag in der Havelstadt. Ihre Schwester Christa Poschadel ist natürlich auch dabei, Tochter Katrin Zimmermann und Enkel Lennart (11) machen sich gerade mit ein paar gymnastischen Armübungen warm für den Start.

Steffen Pauli wies noch einmal alle Aktiven darauf hin, dass es hier nicht um harten Wettkampf und Höchstleistung gehe. Es soll Spaß machen, zunächst in Richtung Luckenberger Brücke, dann Wende und gegen die Strömung zurück zur Jahrtausendbrücke.

Die Havel führt zurzeit Hochwasser, etwa drei Meter ist sie tief, die drei DLRG-Boote fahren mit, aufmerksam wird beobachtet, dass kein Schwimmer verloren geht, weil er sich überschätzt hat. Zumal es in diesem Jahr eine wesentliche wie unangekündigte Neuerung gegeben hatte: Statt vor der Luckenberger Brücke zu wenden, wurde das Wendenboot dahinter platziert – das machte 200 Meter mehr Strecke am Ende aus.

Die Wasserqualität sei übrigens auch in Ordnung, aktuell sei kein Strand in der Umgebung gesperrt, sagte Pauli auf MAZ-Anfrage. Mehr als 4000 Hektar Wasserfläche befinden sich rund um die Stadt Brandenburg. Die Regattastrecke Beetzsee ist die Heimat des Stadtverbandes der DLRG. Dieser hatte sich 1990 gegründet, die Mitgliederzahl von 125 sei seit Jahren konstant. Ziel der ehrenamtlichen Retter ist es, das Schwimmen als Freizeitsport sicher zu machen. Pauli verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass es wichtig ist, bereits den Kleinen das Schwimmen beizubringen. Sie gehen deshalb auch in Kitas und führen dort Veranstaltungen durch. In Brandenburg sei es nicht so, aber in Deutschland höre man immer öfter, dass Bäder geschlossen werden, also auch kein Schwimmunterricht mehr stattfinden kann. „Bedenklich“, meint der 39-jährige Unternehmer aus Potsdam Mittelmark. Und begründet damit auch seine Motivation im DLRG: „ Wir arbeiten alle ehrenamtlich, auch im Winter gibt es zu tun, Schwimmtraining, Boote instand halten.“ Solche beliebten Events wie das Brückenschwimmen tragen dazu bei, das Schwimmen populärer zu machen. „Es ist eine Herausforderung“, sagte Heide Laske, die in der Anmeldeschlange stand, “ ich habe fünf Mal mitgemacht, es ist ja auch gut für meine Gesundheit, regelmäßig zu schwimmen.“ Für den 25-jährigen Wasserballer Dennis Wagner steht dann aber doch der sportliche Ehrgeiz vorne an.

Der erste Schwimmer – Stefan Höhlbaum – mit der Startnummer 26 kam nach 15 Minuten und 8 Sekunden ins Ziel. Bei den Damen siegte Emily Theiler.

Gewonnen haben aber irgendwie alle. Die Stimmung war gut, fröhliches familiäres Volksfest bei den vielen Zuschauern am Ufer. Die wurden übrigens auch nass - wenn sie den Regenschirm vergessen hatten.

Von Brigitte Einbrodt

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