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Symphoniker brillieren im Theater

5. Sinfoniekonzert Symphoniker brillieren im Theater

Die Brandenburger Symphoniker haben am Wochenende bei ihrem 5. Sinfoniekonzert geglänzt. Einen herausragenden Auftritt zeigte auch die Solo-Saxophonistin Asya Fateyeva. Die Leitung des Konzert hatte Conrad von Alphen inne. Sein Dirigat erinnerte auch an einen anderen Schauplatz.

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Eine nahezu unglaubliche Leistung hat die Solo-Saxophonistin Asya Fateyeva gemeinsam mit den Brandenburger Symphonikern vollbracht

Quelle: JACQUELINE STEINER

Brandenburg/H. Er führt stringent, kraftvoll und gleichzeitig einfühlsam. Gastdirigent Conrad van Alphen widmet sich seiner Aufgabe mit Leib und Seele. Wie ein Einwinker auf dem Flugplatz wirbelt er mit den Händen, reißt die Arme auf und nieder. Mit sichtlicher Spielfreude und äußerst präzise folgten die Brandenburger Symphoniker seinem Dirigat und bescherten dem Publikum am Wochenende im voll besetzten großen Saal des Brandenburger Theaters ein aufregendes Konzerterlebnis.

Das Programm des 5. Sinfoniekonzerts der Saison startete mit Modest Mussorgskys Orchesterwerk „Eine Nacht auf dem Kahlen Berge“. Nach einem alten Volksglauben trieben dort alljährlich in der Johannisnacht die Hexen ihr Unwesen. Diese Legende hat Mussorgsky 1867 in kraftvollen Bildern musikalisch nacherzählt. Der Komponist galt bei seinen Zeitgenossen als radikal, unangepasst und eigenwillig. Und genau das macht den Reiz dieser Komposition aus. In feurigen Orchesterfarben entfesselt Mussorgsky einen wahren Hexentanz, der sich bis zu Raserei steigert.

Ursprünglich endete das Konzert in orgiastischer Ekstase. In Brandenburg kam die Komposition in der Fassung von Nikolai Rimski-Korsakow zur Aufführung. Der hat nach dem frühen Tod seines Freundes Mussorgsky das Orchesterwerk „entschärft“ und einen versöhnlichen Schluss angefügt, den er aus Elementen aus Mussorgskys unvollendet gebliebener Oper „ Der Jahrmarkt von Sorotschinzy“ zusammen gefügt hat. Diese Version wurde 1889 auf der Pariser Weltausstellung uraufgeführt.

Eine nahezu unglaubliche Leistung hat die Solo-Saxophonistin Asya Fateyeva gemeinsam mit den Symphonikern vollbracht. Sie spielte das Saxophonkonzert, das der Amerikaner John Adams Anfang 2013 komponiert hat. Inspiriert von minimalistischer Musik, schuf Adams ein sehr eindringliches Werk, das der Solistin höchste Virtuosität abverlangt hat. Asya Fateyeva spielte akzentuiert und klar und hat die teilweise halsbrecherische Partitur bravourös bewältigt. Das Werk ist patchworkartig gestaltet.

Das bedeutet, dass einzelne, sehr kurze Musikflecken mit höchster Präzision aneinander geheftet werden müssen. Das Werk ist eine klassische Komposition. Dennoch schimmern die verschiedenen zeitgenössischen Musikstile hindurch wie Jazz, Rock, Pop, die den jungen John Adams in den 1960er Jahren zu Beginn seines Musikstudiums geprägt haben. Doch sie sind nicht dominant, man kann sie nur erahnen.

Vielschichtig, teilweise störrisch und weitgehend unergründlich ist die neunte Sinfonie Es-Dur, Opus 70, von Dmitri Schostakowitsch. In den Jahren 1944-1945 entstanden, ist sie ganz und gar nicht die große Siegessinfonie, die viele erwartet hatten. Diese Sinfonie lebt von starken Kontrasten. Mal ist sie heiter-verspielt, wie zu Beginn. Mal donnern die Pauken und tremolieren die Bässe und die Blechbläser erheben mahnend ihre Stimme. Im zweiten Satz wechselt Schostakowitch in die Molltonart. Es ist, als würden Flöte, Klarinette und Fagott, ganz sachte begleitet von Violoncello und Kontrabass, die Verluste und vielen Opfer dieses furchtbaren Krieges in langen Soli beklagen.

Ganz anders der dritte Satz, in dem die Holzbläser laut und turbulent im 6/8-Takt toben, untermalt von den Streichern, die sich sogar im 9/8-Takt in eine wahre Raserei hinein steigern. Eine militärische Trompetenfanfare in fis-Moll leitet in den vierten Satz über. Hier ist ein langes Fagott-Solo in b-Moll besonders bemerkenswert. Der fünfte Satz steht wieder in der heiteren Ausgangstonart Es-Dur. Mit lang anhaltendem, begeisterten Applaus bedankte sich das Brandenburger Publikum für ein herausragendes Konzert.

Von Ann Brünink

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