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Brandenburg/Havel Symphoniker gedenken Max Reger
Lokales Brandenburg/Havel Symphoniker gedenken Max Reger
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16:53 28.10.2016
Die Brandenburger Symphoniker beim Konzert gemeinsam mit Solistin Sophie Pacini (vorn im Bild). Quelle: Rüdiger Böhme
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Brandenburg/H

Eine fast unschuldig singende Melodie eröffnet das zweite Sinfoniekonzert der Brandenburger Symphoniker. Max Reger, dessen 100. Todestag die Musikwelt in diesem Jahr gedenkt, fand sie 1904 in Beethovens Bagatellen op. 119. Das Thema hat er zunächst in seinen Variationen und Fuge für zwei Klaviere bearbeitet, elf Jahre später gab er selbst eine Orchesterfassung heraus. Schön, dass Chefdirigent Peter Gülke Regers Werk im Programm verankerte. Der spätromantische Komponist wurde in den vergangenen Jahrzehnten von den Symphonikern mehr als stiefmütterlich behandelt.

Dabei, so wurde am Donnerstagabend im Großen Haus des Theaters deutlich, ist Regers Musik nicht nur sperrig. Man kennt zwar von ihm spätromantische Klangmassierungen, Schroffes. Doch weiß er einen verinnerlichten Gesang anzustimmen und sich humorvoll zu äußern. Mit diesen Kontrasten wartete er in den Beethoven-Variationen auf, die Gülke und die Symphoniker mit viel Esprit und wunderbar spätromantischem Ausdruck, ohne dick aufzutragen, musizierten. Eine große Fuge, Reger bekannte sich leidenschaftlich zu Bach, erhob sich abschließend mit Macht und mündete in einen mitreißenden Hymnus.

Peter Gülke dirigiert. Quelle: Rüdiger Böhme

Die Reger-Interpretation sorgte für einen Hörgenuss ersten Grades. Doch bei der Wiedergabe des C-Dur-Klavierkonzerts KV 415 von Wolfgang Amadeus Mozart konnte man dies leider nicht konstatieren. Die junge Solistin Sophie Pacini, die zwar 2015 mit einem ECHO Klassik Preis in der Kategorie Nachwuchskünstlerin ausgezeichnet wurde, erwies sich hierbei als eine noch zu wenig sensible Mozart-Deuterin. Zwar kann sie in Sachen Technik und Spielfreude durchaus gefallen, doch vermisste man am Donnerstag die elegante Lockerheit, den lyrischen Schmelz, den federnden Klang und so manche Pointierung, die eine Mozart-Interpretation so reich machen.

Sophie Pacini trumpfte in ihrem Spiel durchweg übertrieben auf, als ob sie sich gegenüber dem vorzüglich mit großer Wärme musizierenden Orchester behaupten müsste. Deutlich wurde wieder einmal: Die Interpretation von Mozart’scher Musik gehört nach wie vor zum Schwierigsten. Die Liszt-Zugabe brachte Sophie Pacini dagegen vielmehr zum Leuchten, weil sie exzellent das Virtuose, die Farbtöne und die wechselnden Stimmungen herausarbeitete. Dafür erhielt sie vom Publikum donnernden Applaus.

Mit geistiger Ruhe und Entschlossenheit ging Peter Gülke dann auch bei der Sinfonie Nr. 1 C-Dur op. 21 von Ludwig van Beethoven zu Werke. Die Sinfonie zeigt, mit wie viel Witz und Frechheit der Komponist, den wir uns meist als melancholischen Grübler vorstellen, begonnen hat. Die Poesie, die Leichtigkeit und der Humor des ersten Satzes zeigen das in aller Klarheit. Die Schule Haydns klingt hier in den Ohren, deren Mitglied Beethoven seit 1794 war. Im Hauptthema des zweiten Satzes ist dann der andere große Wiener, Mozart, präsent.

Den dritten Satz gestaltete der Komponist als Scherzo, das stürmischer als die an dieser Stelle üblichen Menuette daherkommt, mehr Flug als Tanz ist. Die Ecken und Kanten, die die „Erste“ aufweist, wurden vom Dirigenten und den punktgenau musizierenden Symphonikern mit einem pointierten Tonfall und reichen Kontrasten zu Gehör gebracht.

Die Wiedergabe fand den ungeteilten Beifall des heiter gestimmten Konzertpublikums, das auf solche künstelerischen Ereignisse nicht verzichten möchte.

Von Klaus Büstrin

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