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Symphoniker verzaubern Wassermusiken

Konzert am Beetzsee Symphoniker verzaubern Wassermusiken

Christopher Ward (37), hat zusammen mit den Brandenburger Sympohonikern am Samstagabend 800 Gäste bei den Brandenburger Wassermusiken begeistert. Das Konzert veranstalteten das Theater und der Lions Club bereits zum elften Mal. Ward fühlt sich sichtlich und hörbar mit den Symphonikern wohl. Die Symphoniker ging es ähnlich.

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Christopher Ward
 

Quelle: Foto: Maloszyk

Brandenburg/H.  Vor uns die Havel und ihr Beetzsee. Ruhig und gelassen liegt er in der Abendsonne. Für die diesjährige Brandenburger Wassermusik am Samstagabend ist das ein blendendes Wetter. In der Nähe der Bühne an der Regattastrecke haben sich eine Reihe ziemlich dicker Boote platziert, deren Inhaber das Benefizkonzert der Brandenburger Symphoniker akustisch erleben wollen, ohne zu zahlen.

Auf der Zuschauertribüne haben 800 zahlende Besucher Platz genommen. Es ist zur guten Tradition geworden, dass der Lions Club Brandenburg gemeinsam mit dem Brandenburger Theater zum Benefizkonzert einlädt. In diesem Jahr bereits zum elften Mal. Club-Präsident Lothar Dobler muss an dem Abend seine erste große öffentliche Veranstaltung durchstehen. Im Berufsleben als anerkannter Handwerksmeister präsent, begrüßt er zwar noch etwas ungelenk, doch mit viel Liebe und Humor die Zuhörer. Der Benefizerlös aus den Eintrittskarten beträgt 10 000 Euro. Der Verein „Gesund in Brandenburg“ (6000 Euro), die Katja-Ebstein-Stiftung (3000 Euro), eine Organisation, die Kindern eine Ferienreise ermöglicht, sowie der Verein für Therapiehunde profitieren.

Lothar Dobler kündigt das Konzert an, bei dem „Jungs in Schwarz auf der Bühne so richtig ackern müssen“. Die Damen des Orchesters vergaß er. Aber er wird es gehört haben: Sie waren fleißig! Die Ankündigung des Dirigenten fiel fast ins Wasser. Der Orchesterinspektor Daniel Hoffmann nahm jedoch beherzt das Mikrofon und begrüßte Christopher Ward. Der Dirigent (37), in London geboren, ist Erster Kapellmeister am Saarländischen Staatstheater in Saarbrücken. Ward fühlt sich sichtlich und hörbar mit den Symphonikern wohl und achtete stets auf einen ausgewogenen und transparenten Klang. Im Laufe des Abends gewann sein Dirigat an Lebendigkeit und Frische. Die Symphoniker auch.

Wenn man von Fritze Bollmann einmal absieht, so wurde der Beetzsee musikalisch nicht verehrt. Die Moldau kann ein anderes Lied singen. Wie kaum ein anderer Fluss wurde er von dem Komponisten Bedrich Smetana verklärt, mit der symphnischen Dichtung „Die Moldau“. Manchmal klang das Werk in Wards Interpretation erstaunlich preußisch-straff, aber das bekam der Tondichtung gut. Die Gefahr des Anekdotisch-Biedermeierlichen war gebannt.

Die Wassermusik hält Kompositionen parat, die vom Wasser, von Menschen und Geisterwesen erzählen, die mit ihm verbunden sind, auch von ihren Schicksalen und Mythen. Der Brite Arnold Bax ließ sich von der über dem Atlantik thronenden Burg Tintagel Anfang des 20. Jahrhunders inspirieren.

Die enormen Steigerungen, die der Komponist für das groß besetzte Orchester bereithält, ist eine Hommage an eine pathetisch-majestätische Landschaft. Und ein weiteres Werk eines Briten: Benjamin Brittens vier Seestücke aus der Oper „Peter Grimes“, eine Musik, die plastisch die Stimmungen und Bedrohungen des Meeres aufnimmt.

 Brittens Komposition gehört zu den Werken, die das Publikum mit Distanz aufnimmt. Doch die Interpretation durch die Symphoniker ließen auch manch gelangweilte Zuhörer auf der VIP-Terrasse endlich verstummen. Felix Mendelssohn Bartholdys Hebriden Ouvertüre und die Schwanensee-Suite von Peter Tschaikowski haben es leichter, beim Publikum anzukommen. Duftenden Klänge und Farbenspiele berührten in der feinsinnigen Wiedergabe durch die Symphoniker. Natürlich hat bei einem Open-Air-Konzert die Tonübertragung Wichtiges mitzusprechen. Sie war, von Ausnahmen bei Britten abgesehen, gut ausbalanciert. Zum Schluss gab es das obligatorische Feuerwerk, auf das die Besucher nicht verzichten möchten.

Von Klaus Büstrin

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