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Brandenburg/Havel TH Brandenburg macht Firmen digitaler, sicherer und effizienter
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10:33 17.04.2019
Die Professoren Katharina Löwe, Reiner Creutzburg und Robert Franz sind in den drei Forschungsschwerpunkten der TH Brandenburg aktiv. Quelle: Jürgen Lauterbach
Brandenburg/H

Die Technische Hochschule Brandenburg (THB) hat ein Qualitätssiegel für gute Forschung erhalten. Auf der Forschungslandkarte der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) ist sie nun mit drei Forschungsschwerpunkten vertreten, teilt Hochschulsprecher Stefan Parsch mit. Bisher war es ein Schwerpunkt.

Hinter dem eher langweiligen Begriff Forschungsschwerpunkte verbergen sich viele spannende Projekte, die oft über Fachgrenzen hinweg miteinander verbunden sind und sich ihre Aufgaben in Brandenburg/Havel und Umgebung suchen.

Darüber hat die MAZ gesprochen mit den THB-Professoren Katharina Löwe, Robert Franz, Reiner Creutzburg und Claus Vielhauer.

Praxisnahe Wissenschaft

Das Elektrostahlwerk in Brandenburg/Havel verbraucht bekanntlich sehr viel Strom. Wie lässt sich der Energieverbrauch effizient gestalten in den vielfältigen Produktionsprozessen?

Mit solchen Fragen beschäftigt sich die Technik-Professorin Katharina Löwe zugleich wissenschaftlich und praxisnah beschäftigt. Allein im Stahlwerk sind fünf Abschlussarbeiten von Technik-Studenten entstanden.

Die Arbeit der Professorin und ihren Studenten läuft nicht isoliert, sondern eingebunden in einen der drei Forschungsschwerpunkte, der unter der Überschrift „Energie- und Ressourceneffizienz“ viele Forschungsansätze bündelt.

Menschen an der Maschine

Sechs Professoren der THB sind beteiligt. Es geht um nachhaltige Energieversorgung, ressourcenschonende Produktionsprozesse, effiziente Beleuchtungssysteme und viele weitere Themen.

Im Mittelpunkt steht nicht allein eine verbesserte Technik. Die Forscher auf diesem Gebiet versuchen zugleich, technische Prozesse so zu organisieren, dass der Umgang mit Energie und Ressourcen so vernünftig läuft wie irgend möglich.

Dabei berücksichtigen sie auch die Menschen an der Maschine. Denn damit Prozesse energieeffizient ablaufen, müssen die Anwender, zum Beispiel die Mitarbeiter eines Unternehmens, mitspielen.

Luft nach oben

Katharina Löwe wählt zur Verdeutlichung einen Vergleich: „Ein extrem spritsparender Motor nutzt wenig, wenn der Fahrer ständig mit Vollgas fährt.“

Die Technik-Professorin sieht beim Thema Energieeffizienz in vielen Betrieben noch sehr viel „Luft nach oben“. Sie arbeitet mit mehreren Unternehmen in der Region zusammen.

Zum Beispiel unterstützt sie die Stadtwerke, wenn sie nach geeigneten Standorten für Elektroladestationen suchen, oder die PCK-Raffinerie in Schwedt. Es kann dabei um Speicher für anfallende Abwärme gehen, die nicht ständig anfällt und die auch nicht immer sogleich benötigt wird.

Nachweis der Forschungsstärke

Die Benennung eines Forschungsschwerpunktes ist nach THB-Angaben an hohe Anforderungen geknüpft. Daher sei die Aufnahme der neuen Schwerpunkte auch ein Nachweis für die Forschungsstärke der Hochschule.

Der 2015 etablierte Forschungsschwerpunkt „Interdisziplinäre Sicherheitsforschung“ wurde 2018 überprüft (evaluiert). Die neun Professoren wiesen 153 Veröffentlichungen aus und haben in den drei Jahren Forschungsmittel in Höhe von etwa 1,5 Millionen Euro eingeworben.

Die THB kann bis zu drei Forschungsschwerpunkte auf der HRK-Forschungslandkarte eintragen lassen. Sie hat nachgewiesen, dass die Forschungsschwerpunkte „Energie- und Ressourceneffizienz“ und „Digitale Transformation“ ebenfalls eine hinreichende Forschungsstärke besitzen.

Interessierte können sich an den Vizepräsidenten für Forschung und Transfer, Professor Gerald Kell, wenden: E-Mail: vpf@th-brandenburg.de, Telefon: 03381/355-105.

Für die Energie- und Ressourceneffizienz-Experten der THB ist die Zusammenarbeit mit anderen Spezialisten wichtig, namentlich die Professoren des Forschungsschwerpunkts „digitale Transformation“.

Informatik-Professor Robert Franz und seine Kollegen befassen sich mit Geschäftsmodellen, die zwei Welten verbindet: die alte analoge und die junge digitale. Wer glaubt, alles sei bereits digital, der irrt nach seinen Worten.

Die Industrie ist nicht digital

Vieles in scheinbar modernen Fabriken und Firmen ist noch althergebracht. Forscher aus dem Transformationsschwerpunkt begleiten Unternehmen auf deren Weg, sich von vertrauten Prozessen zu verabschieden. Robert Franz fasst seine Erfahrung so zusammen: „Die Industrie in Deutschland ist noch gar nicht digital.“

Digital wäre aber nicht automatisch gut, denn es gibt Sicherheitsrisiken und -lücken in Hülle und Fülle. An diesem Punkt setzen die Professoren des dritten, schon seit 2015 bestehenden Forschungsschwerpunkt „Interdisziplinäre Sicherheitsforschung“ an.

Das Problem bringt Reiner Creutzburg so auf den Punkt: „Wir werden nach Strich und Faden ausspioniert.“ Mit dem Wort „wir“ meint er nicht nur Privatleute, sondern auch Unternehmen. Auch solche, die das gar nicht im Blick haben, weil sie sich für uninteressant für verbotene Zugriffe von außen halten. Der Bäcker in der Prignitz zum Beispiel.

Hacker im Aquarium

Findige Hacker finden an den unwahrscheinlichsten Orten Datenlecks. Ein Casino war abgesichert mit einem guten Virenschutz. Doch das Netz wurde über einen Umweg geknackt: den Temperaturfühler im Aquarium.

Smarthome-Haustechnik, mit der sich etwa Jalousien oder Garagentore aus der Ferne steuern lässt, kann anfällig sein für hässliche Störmanöver.

Sicherheitsforschung ist im privaten Bereich ebenso relevant wie im öffentlichen, in Krankenhäusern wie in Verkehrsunternehmen. Fahrstühle, U-Bahn, Krankenhäuser, Kraftwerke, überall hängt das Leben an so kritischer wie anfälliger Infrastruktur.

Intelligente Leute gehen fort

Nicht immer muss es ein Bagger sein, der einen Stromausfall in halb Berlin verursacht.

Selbst in Großkonzernen wie Bayer waren Angriffe aufs Datennetz schon erfolgreich. Daher haben die Sicherheitsforscher der THB wenig Probleme, geeignete Themen zu finden. Schwieriger ist es, wie Creutzburg sagt, „die intelligenten, gut ausgebildeten Leute an unserer Hochschule nach dem Studium in der Region zu halten“.

Von Jürgen Lauterbach

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