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Täglich Brot, Wein und eine liebende Hand

Gerhard Begrich erklärt die Bibel Täglich Brot, Wein und eine liebende Hand

Welche Antworten gibt uns die Bibel auf die Fragen von heute? Der Theologe Gerhard Begrich sprach in Wusterwitz über seine Sicht auf das Buch der Bücher. Für den bekannten Pfarrer gibt es viele Anknüpfungspunkte zwischen dem Alten und dem Neuem Testament und den arabischen Krisenregionen, wo die biblischen Geschichten ihre Heimat haben.

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Gerhard Begrich spricht in der Wusterwitzer Kulturscheune über die Bibel.

Quelle: Christine Lummert

Wusterwitz. „Es war doch ein bisschen kalt und die Stühle ziemlich hart“, befand der Pfarrer Holger Zschömitzsch nach dem Vortragsabend am Mittwoch in der Wusterwitzer Kulturscheune. Von solchen Äußerlichkeiten ließen sich die etwa 35 Zuhörer aber nicht beeindruckten und applaudiertem begeistert dem Gast des Abends. Gerhard Begrich war gekommen, um mit seinem Vortrag zur Bibelgeschichte für warme Herzen zu sorgen.

Begrichs Erkennungszeichen ist der lange weiße Bart, der an einen indischen Yogi erinnert. Doch Begrich ist kein asketischer Hindu, sondern Christ. In seinem Vortrag suchte der Pfarrer, der 1946 in der Nähe von Halberstadt geboren wurde und an der Berliner Humboldt-Universität Theologie, Orientalistik und Ägyptologie bis zur Promotion studierte, immer wieder Anknüpfungspunkte zwischen Bibelgeschichten aus dem Alten und Neuen Testament sowie der aktuellen Welt, in der sich die Menschen ihren Weg suchen müssen.

In vielen Gemeinden zu Gast

Gerhard Begrich war von 1993 bis 2007 Rektor des Pastoralkollegs der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen im Kloster Drübeck. Danach arbeitete er bis 2009 weiter als Studienleiter im Kolleg.

Begrich wurde über seine Lehrtätigkeit in der Fortbildung der evangelischen Pfarrer hinaus bekannt mit zahlreichen Vorträgen im Kloster Drübeck und in ganz Deutschland. In zahlreichen Gemeinden der Region hat er als Gast Gottesdienste gehalten. Begrich ist Autor zahlreicher Publikationen zu theologischen und kunsthistorischen Themen.

Begrich, der lange Jahre vor allem in der Kirchenprovinz Sachsen in der Aus- und Weiterbildung von Pfarrern tätig war, ging sogar so weit, die Essenz der Geschichte um den zweifelnden Apostel Thomas etwas umzudeuten. „Wenn Jesus in unserer Zeit leben würde, hätte er vielleicht gesagt, seelig sind die, die sehen, was in unserer Welt passiert und trotzdem glauben und Hoffnung haben“, erklärte Begrich. Mit einem Blick auf die Nachrichten über Kriege, Vertreibungen, Flucht und Elend, vor allem im Nahen Osten, in der die Geschichten der Bibel ihre Heimat haben, bleibe nur die Hoffnung, dass alle ein Einsehen haben und wieder friedlichere Zeiten anbrechen. Durch die Bibelgeschichte um Jakob und Esau fiel der Blick besonders auf Syrien. „Heute können sie den Ort, an den Jakob flüchtete, nachdem er seinen Bruder hintergangen hatte, gar nicht besuchen, denn das Gebiet um Haran liegt im Grenzgebiet zwischen der Türkei und Syrien und dort kämpfen von Kurden, über Syrer und Russen bis zum IS so viele Parteien gegeneinander, dass der Frieden in weiter Ferne scheint“, sagte Begrich.

Besonders einen Gegenentwurf zu Krieg und Leid aus dem Alten Testament hob Begrich deshalb hervor. „Jeder einzelne Mensch auf der Welt sollte täglich ein Stück Brot, einen Becher Wein und eine liebende Hand gereicht bekommen – wenn dieser einfache Grundsatz sich erfüllen würde, wären die Probleme schnell vorbei“, meinte Begrich.

Mit dem Aschermittwoch begann zwar die Fastenzeit vor Ostern, aber Gerhard Begrich erklärte den Wusterwitzern, dass das Dankesgeschenk ihres Pfarrers Zschömitzsch, in Form einer Flasche Whisky, trotzdem genossen werden kann. „Natürlich kann man 40 Tage fasten, aber vorgeschrieben ist auch, dass an Sonntagen das Fasten gebrochen wird und dann darf auch jeder ein bisschen genießen“, erklärte Begrich.

Von Christine Lummert

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