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Tankwart hilft nach Überfall bei Suche nach den Tätern

Brandenburg an der Havel Tankwart hilft nach Überfall bei Suche nach den Tätern

Im Herbst 2016 betreten zwei maskierte Männer die Shell-Tankstelle an der Warschauer Straße in Brandenburg an der Havel. Sie bedrängen Tankwart Detlef Busse und bedrohen ihn mit Waffen. Es ist eine lebensbedrohliche Situation. Jetzt, ein halbes Jahr später, will Busse der Polizei helfen, die Täter zu überführen und tritt dafür im Fernsehen auf.

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Der eine der beiden Räuber lässt sich mit sanftem Druck (oben rechts) von Detlef Busse aus dem Getränkelager schieben.

Quelle: Polizei

Brandenburg an der Havel. Tankwart Detlef Busse möchte helfen, die beiden Männer zu überführen, die ihn im vergangenen September mit Waffen überfallen haben. Daher berichtet er der MAZ und der RBB-Sendung „Täter Opfer Polizei“, wie er die lebensgefährliche Situation erlebt und bewältigt hat. An diesem Sonntag kommt seine Geschichte ins Fernsehen.

„Dein Leben ist zu Ende, habe ich gedacht. Dann ist dein Leben zu Ende. Mit dem Messer, weiß man dann nie: Sticht er zu, sticht er nicht zu?“ Mit diesen Worten berichtet der 60 Jahre alte Brandenburger vor der Fernsehkamera über die kritischen Momente, die bei aller Angst in jenen Minuten sein Leben heute nicht mehr sonderlich beeinflussen.

Detlef Busse arbeitet fast sein halbes Leben in der Shell-Tankstelle an der Warschauer Straße. Genau 27 Jahre sind es. Der gelernte Bäcker und Konditor mag den Kontakt zu den Menschen, selbst wenn einige wenige mal schlecht gelaunt sind oder unhöflich werden.

An jenem Freitagabend, den 23. September 2016, naht der Feierabend für den Shell-Angestellten. Es ist gegen 20.30 Uhr, er will nur noch ein paar Flaschen Cola und Schnaps aus dem Lager in den Verkaufsraum holen.

Detlef Busse am damaligen Tatort im Lager der Tankstelle

Detlef Busse am damaligen Tatort im Lager der Tankstelle. Der Brandenburger hat den Überfall gut verkraftet.

Quelle: Jürgen Lauterbach

Doch plötzlich verspürt er einen harten Gegenstand, der gegen seinen Unterleib gedrückt wird – wahrscheinlich der Lauf einer Pistole. Zwei Männer hatten sich zu ihm ins Lager gedrängt, beide maskiert, einer mit Pistole, der andere mit Messer. Was die Unbekannten wollen ist sofort klar, auch wenn sie kein einziges Wort sprechen. Sie versuchen ihr Opfer in einen Nebenraum zu drängen, weil sie dort Geld vermuten. Detlef Busse will das unbedingt verhindern.

„Ne, wenn sie dich jetzt hier reinschieben, dann haste verspielt“, sagt er vor der Fernsehkamera. Mit sanftem Druck schiebt er die beiden Räuber schließlich in den Verkaufsraum. Hinter dem Tresen bedienen sich die Täter aus der Kasse. 300 oder 400 Euro, genau weiß der Angestellte das nicht.

In 27 Jahren hat Busse persönlich noch nie einen Überfalls erlebt, auch wenn seine Tankstelle schon sieben oder achtmal das Ziel von solchen Schurken gewesen ist. „Ich habe immer gedacht, wenn ich mal überfallen werde, dann merke ich mir jede Kleinigkeit“, erzählt Detlef Busse der MAZ und fügt hinzu: „Doch wenn es soweit ist, kommt doch alles ganz anders.“

Erkennen kann er die maskierten sprachlosen Täter an dem Abend nicht, auch anschließend nicht sicher sagen, ob sie Deutsche sind oder womöglich Südländer. Kurz vor dem Überfall hatte er aus dem Fenster geschaut und zwei Typen hinter der Blumenrabatte gesehen.

Ob sie das waren? Detlef Busse erinnert sich, dass ein Radfahrer Zigaretten in der Tankstelle kaufen will, aber abdreht, als er die Räuber sieht. Der Kunde habe auf der Kreuzung nach Polizei Ausschau gehalten. Leider kommt gerade keine Streife vorbei. Die Räuber entkommen. Busse: „Das Ganze hat weniger als drei Minuten gedauert“.

Nur in der ersten Nacht danach hat der Verkäufer schlecht geschlafen. Am nächsten Tag geht er aus freien Stücken wieder zur Arbeit. „Zu Hause wäre ich nur ins Grübeln gekommen“, erklärt er. Sein Betrieb hatte ihm sofort psychologische Hilfe angeboten, doch die wollte Detlef Busse nicht in Anspruch nehmen. Er habe mit Kunden über den Überfall geredet, das habe ihm gut getan.

Die damalige Gefahr belaste ihn gar nicht mehr, versichert Detlef Busse. Er schlafe gut und habe auch sonst keine Beschwerden. Bei jedem Gang ins Lager verschließe er nun aber die Eingangstür, wenn er allein ist in der Tankstelle.

Wenn die Räuber gefasst werden, wäre Detlef Busse froh. Deshalb unterstützt er die polizeilichen Ermittlungen auch mit seinem Fernsehauftritt. Die Sendung „Täter Opfer Polizei“ mit dem Beitrag aus der Tankstelle läuft am Sonntag, den 23. April um 19 Uhr.

Von Jürgen Lauterbach

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