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Tanzen und spielen kennt keine Hürden

Behinderten-Stück feiert Premiere Tanzen und spielen kennt keine Hürden

„Anders“ ist anders. Hier spielen und tanzen Profis und Laien mit und ohne Behinderung aus der Stadt Brandenburg an der Havel, dem Havelland und aus Potsdam-Mittelmark gemeinsam auf der Studiobühne des Brandenburger Theaters. Die Zuschauer sind begeistert.

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Gemeinsam erobern die Mimen mit und ohne Behinderung die Bühne des Brandenburger Theaters.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Brandenburg/H. „Warum ist die Akzeptanz des ,anders sein’ denn so schwer? Anders auszusehen, anders zu sprechen, anders zu denken, anders zu laufen, anders zu lieben“. Mit diesen Worten umriss Moderator Samuel Ivanov am Sonntagnachmittag bei der Premiere der Inszenierung „Anders“ in der Studiobühne des Brandenburger Theaters den Inhalt des Geschehens im Verlauf der fast 90-minütigen Vorstellung. Es spielen und tanzen Profis und Laien mit und ohne Behinderung aus der Stadt, dem Havelland und aus Potsdam Mittelmark.

Das Stück beginnt mit der Darstellung von Morgenmuffeln. So nennt sich auch die Szene. Nach einer Nacht voller Träume raffen sich die Schläfer mühevoll oder aktionsfreudig auf und beginnen mit der Morgentoilette. Während der eine oder andere noch ansteckend gähnt, putzt ein anderer sich die Zähne oder wäscht sich. Jeder hat eben so seine Gewohnheiten, wie schnell er den Tag angeht.

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Voller Begeisterung haben die Profis und die Laien das Thema Toleranz und Verständnis umgesetzt. Das Publikum in der Brandenburger Studiobühne war begeistert.

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Unter wechselnden Bildern an der Stirnwand versucht die Inszenierung die Frage zu beantworten, warum nicht alle Menschen gleich sind. Zugleich stellen Individualität und Einzigartigkeit einen großen Anspruch an die Gesellschaft und jeden Einzelnen dar. „Alle gehören in den Kreislauf des Lebens, möge es noch viele andere Menschen geben und die Welt zu einem Kreis verbinden“, sagt Samuel Ivanov in die Stille der bis auf den letzten Platz besetzten Studiobühne.

Szene für Szene gelingen den über 60 Darstellern trotz des manchmal humorigen Hintergrundes bewegende Momente, die durch gefühlvolle Klängen der Band „Puls T“ stark werden. Schöne Bilder einer verbindenden Gemeinschaft, die auf der Bühne immer wieder einen Kreis bildet, lassen den Besucher fragen, wie stark wohl das von der Choreografin Inga Lehr-Ivanov geschaffene Schlussbild sein möge, das die Menschen auch auf dem Nachhauseweg nicht los lässt.

Das Projekt

Die Inszenierung „Anders“spielt und tanzt mit der Fragestellung, warum nicht alle Menschen gleich sind. Persönliche Individualität und Einzigartigkeit ist ein großes Streben unserer Gesellschaft, aber „Anders“ und ausgegrenzt sein, möchte niemand.

Die Choreografin Inga Lehr-Ivanov nimmt sich diesem Thema mal humorvoll, mal nachdenklich und auch poetisch an. Reale Menschen stehen auf der Bühne und agieren miteinander, tauschen die Rollen und tanzen zusammen.

Die Tänzer der Kasmet-Ballett-Company sowie Bewohner und Mitarbeiter der Lebenshilfe Brandenburg bilden den Mittelpunkt dieser Tanztheaterproduktion.

Sie werden dabei live durch die Band „Puls-T“ mit deren Eigenkompositionen begleitet.

Weitere Aufführungen sind am heutigen Dienstag und morgigen Mittwoch auf der Brandenburger Studiobühne. Beginn ist um 10 Uhr.

Das kommt dann auch tatsächlich. Die auf der Bühne handelnden Profis und Laien mit und ohne Behinderung schließen den Kreis als Sinnbild einer großen Gemeinschaft, Beifall brandet auf und hält über drei Minuten an. Für die Mitwirkenden auf, vor und hinter der Bühne gibt es Blumen, eine Einladung zum Premieren-Picknick auf Biergarnituren folgt.

Dort sitzt auch Christa Milbradt, die ihre schwerbeschädigte Tochter auf der Bühne erlebt hat. „Ich bin stolz darauf, dass sie das geschafft hat“, sagt sie, immer noch berührt von dem Erlebten. „Es ist toll, dass man so etwas gemacht hat.“ Und sie fragt: „Aber waren hier in der Vorstellung jene Besucher, um deren Akzeptanz wir uns für Behinderte bemühen?“

Von Jürgen Krumnow

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