Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Tauschgeschäft blüht: Münzen gegen Scheine

Pritzerbe reagiert auf Kleingeldgebühr Tauschgeschäft blüht: Münzen gegen Scheine

Andere Filialen haben es vorgemacht, jetzt zieht die Pritzerber MBS-Zweigstelle nach: Für Hartgeld-Transfers müssen gewerbliche Kunden Gebühren zahlen. Um die Kosten zu umgehen, blüht der Tauschhandel: Münzen gegen Scheine – und umgekehrt. „Wir helfen uns gegenseitig“, sagt Apothekerin Astrid Lorenz. Doch die kommunalen Einrichtungen bleiben auf die Sparkasse angewiesen.

Voriger Artikel
Der Spatz hat den Schnabel vorn
Nächster Artikel
Vom Wurm mit Hörnern und alten Kaugummis

Das letzte kostenlose Kleingeldbestellung hat Apothekerin Astrid Lorenz im Januar in der Pritzerber MBS-Filiale erhalten.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Pritzerbe. Taler, Taler, du musst wandern – in der Pritzerber Sonnen-Apotheke geht es zu, wie in dem bekannten Kinderlied. Leute tauschen Beutel voller Kleingeld gegen Scheine ein. Patienten durchforsten ihre Portmonees nach jedem Cent, um die 8,46 Euro für die Packung Voltaren passend zu bezahlen. Apothekerin Astrid Lorenz ist für Münzen dankbar. Normalerweise versorgt sich die Chefin in der nahen Sparkassen-Filiale mit gerolltem Nachschub. Doch sind dort seit kurzem für jeden Hartgeld-Transfer zehn Euro Gebühr fällig – egal, welche Stückelung geordert wird.

„Ein Unding“, findet die Inhaberin der Sonnen-Apotheke. Sie braucht im Monat zusätzlich zum eingenommenen Kleingeld etwa 250 Euro in Münzen, um ihren Patienten wechseln zu können. Für die Kontoführungsgebühr müsse die kostenlose Versorgung mit Hartgeld eine selbstverständliche Dienstleistung sein, meint Lorenz. Den Unmut ihrer Kunden zieht die Mittelbrandenburgische Sparkasse (MBS) nicht nur in Pritzerbe auf sich. Im gesamten Filialnetz sieht das schon länger gültige Preisverzeichnis für gewerbliche Kunden ein Entgelt vor. „ Jetzt helfen wir uns eben gegenseitig“, berichtet Apothekerin Lorenz.

Hartgeld von Dienstleistern

Denn was die einen Gewerbetreibenden dringend an Kleingeld brauchen, wie zum Beispiel auch der Lebensmittelladen von Britta Köhler, wollen andere loswerden. Doch auch die Einzahlung von Cent und Euro in Metall kostet neuerdings Geld. Bringt Keuzdamm-Gastwirt Klaus Meyer einen Batzen Kleingeld zur Sparkasse sind fünf Euro fällig. Bislang wurde es in gerollter Form kostenlos angenommen und dem Konto gutgeschrieben. Neuerdings muss Kleingeld in so genannte Safe-Bags gefüllt werden, deren Inhalt die Sparkasse bei einem externen Wertdienstleister maschinell zählen lässt. „Dieser Vorgang verursacht Kosten, die wir leider weitergeben müssen“, verteidigt MBS-Pressesprecher Robert Heiduck die neue Praxis. Auch die Hartgeldbestellung und der Transport in die Filiale erfolgt über Dienstleister, die ihre Kosten in Rechnung stellen.

Neuer Kostenfaktor

Teuer kommt das Kleingeldgeschäft auch der Stadt Havelsee und dem Amt Beetzsee. Wenn die drei Pritzerber Fährleute in der Sparkasse zum Kassensturz antreten, was in der Hochsaison mindestens ein Mal pro Woche und Fährmann der Fall ist, sind jeweils fünf Euro fällig. Genauso ist es bei den nicht geringen Kleingeldeinzahlungen von Essengeld in Kitas und Schulen, sonstigen Elternbeiträgen oder Entgelten auf dem kommunalen Campingplatz in Hohenferchesar. Tauschringe sind für die gemeindlichen Dienstleister tabu. Auf der jüngsten Amtsausschusssitzung mahnte Kämmerin Martina Gaidecka: „Wir haben es mit einem neuen Kostenfaktor zu tun, den wir im Auge behalten müssen.“

Von Frank Bürstenbinder

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Brandenburg/Havel

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg