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Taxifahren wird deutlich teurer

Auswirkungen des Mindestlohns Taxifahren wird deutlich teurer

Der Mindestlohn schlägt durch bis auf die Taxi-Entgelte. Nachdem sich die Stadt Brandenburg an der Havel für ein Dreivierteljahr mit einer Zwischenlösung beholfen hatte, werden nach Vorlage eines Gutachtens nun auskömmliche Preise erhoben, die vielen Fahrgästen weh tun dürften.

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Allein der Preis fürs Einsteigen wie hier am Hauptbahnhof soll sich verdoppeln.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Brandenburg an der Havel. Taxifahren wird deutlich teurer, vor allem bei den Kurzstrecken bis zu fünf Kilometern sollen die Preise drastisch erhöht werden. Über eine neue Taxentarifordnung sollen die Stadtverordneten am 30. September befinden. Danach steigen die Entgelte in einem Spektrum von 12 bis 63 Prozent. Angekündigt war die Erhöhung, nur der genaue Zeitraum und die konkreten Preise standen bislang noch nicht fest.

Seit Jahresbeginn gab es eine Art Zwischenlösung, um die Auswirkungen des gerade eingeführten Mindestlohnes wenigstens abzufedern – gleichzeitig wurde ein Gutachten in Auftrag gegeben, um die tatsächlichen Kostenstrukturen im Taxigewerbe zu ermitteln, schreibt Heike Baumann vom Ordnungsamt in ihrer Vorlage.

Seit 2008 schwächeln die Einnahmen

Burkhard Saß vom renommierten Verkehrsplaner-Büro Tokom-Partner aus Rostock kommt zu klaren Ergebnissen. Bei einem „Weiter so“ wird das Taxigewerbe bald zusammenbrechen, dafür gebe es viele Anzeichen: Die Gewinne der Unternehmer sind so niedrig, dass damit noch nicht einmal fürs Alter vorgesorgt werden kann. Bereits seit dem Jahr 2008 schwächeln die Einnahmen. Elf Genehmigungen seien aus wirtschaftlichen Gründen zurückgegeben worden. Es steht kein weiterer Bewerber auf der Warteliste. Durch Mietwagenfirmen gibt es zusätzliche Konkurrenz.

Grundpreis 5 Euro

28 Taxi-Unternehmen gibt es in der Stadt. Sie vereinen noch 55 Konzessionen. Bis Januar sind elf Konzessionen zurückgegeben worden.

Der Grundpreis in der Tarifstufe I wochentags steigt von 2,80 auf fünf Euro.

Der Kilometertarif für Strecken bis zu fünf Kilometern beträgt 2,50 Euro (zuvor 1,80 Euro). Für die Kilometer 6 bis 15 sind jeweils 1,50 Euro zu entrichten, ab dem 16. Kilometer jeweils 1,40 Euro.

Die Vier-Kilometer-Strecke vom Nicolaiplatz zum Tschirchdamm kostet künftig 15 statt 9,80 Euro. Bis zur Plauer Waldstraße (elf Kilometer) sind bald 26,50 statt 21 Euro zu bezahlen.

So empfiehlt der Experte, auch für die kommenden beiden Jahre, keine neuen Konzessionen auszugeben, um den Verdrängungswettbewerb nicht zu befördern. Ein dreistufiges Tarifsystem sei dringend notwendig, mit dem höheren Grundpreis sollen wenigstens die Fixkosten gedeckt sein. Zudem seien höhere Beförderungsentgelte für die Kurzstrecken zwingend.

Seit geraumer Zeit keine Innung mehr

Das Gutachten ist den Taxi-Unternehmen vorgestellt worden, ebenso der Berufsgenossenschaft sowie der Industrie- und Handelskammer. Eine Innung gibt es seit geraumer Zeit nicht mehr: Bernd Lehmann unterhält die Taxi Funk GmbH und kümmert sich stellvertretend für viele Kollegen um die Tariffragen. „Die Erhöhungen sind gerechtfertigt. Normalerweise hätten wir die Zwischenstufe weglassen und gleich kostendeckend anpassen müssen. Nun gibt es wieder Ärger mit den Kunden, manche werden die neuen Preise auch abschrecken.“

Die Unternehmer hätten selbst ein ähnliches Gutachten fertigen lassen, das zu den gleichen Ergebnissen wie Tokom kommt. Lehmann widerspricht aber der Aussage, Kollegen hätten aus wirtschaftlichen Gründen aufgegeben. Die Ursachen dafür seien vielschichtig. 55 verbleibende Konzessionen hält er aber für angemessen. „Die Stadt wird nicht größer, sie überaltert. Einen großen Anteil an unserem täglichen Geschäft haben die Krankenfahrten.“

Von André Wirsing

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