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Brandenburg/Havel Teenie-Mütter sind für die Stadt richtig teuer
Lokales Brandenburg/Havel Teenie-Mütter sind für die Stadt richtig teuer
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11:20 12.11.2015
Minderjährige Schwangere brauchen oft sozialpädagogischen Beistand. Quelle: imagebroker
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Brandenburg/H

Mit mehr als 100 000 Euro muss die Stadt Brandenburg jetzt den Haushaltsposten aufstocken, der für die Betreuung minderjähriger Mütter vorgesehen ist. Die dafür eingestellten 449 100 Euro reichen bei weitem nicht aus. Nach Angaben von Kerstin Schöbe, Fachbereichsleiterin für Jugend, Soziales und Gesundheit, werden derzeit elf Mütter über dieses Hilfspogramm vom Jugendamt unterstützt. Untergebracht sind sie in einer von Sozialarbeitern betreuten Wohngruppe.

Vor wenigen Wochen hat bekanntlich eine neue bundesweite Studie hohe Wellen geschlagen über Teenie-Mütter. Danach ist die Wahrscheinlichkeit, minderjährig schwanger zu werden, nirgendwo sonst in Deutschland so hoch, wie in Brandenburg an der Havel (MAZ berichtete). Das fand das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut der Hans-0-Stiftung in Düsseldorf heraus (WSI). Von 1000 jungen Mädchen bekommen hier 27 ein Kind, bundesweit liegt der Wert bei acht auf 1000.

2013 wurden in Brandenburg/ Havel 25 Minderjährige schwanger

In Brandenburg an der Havel wurden allein 2013 genau 25 Mädchen minderjährig schwanger. Das geht aus der WSI-Studie hervor. Bis auf drei von ihnen stammen sie allesamt aus dem Hartz-IV-Umfeld. Im gleichen Jahr betreute das Jugendamt in dem intensiven Hilfeprogramm acht junge Mütter. Weniger als die Hälfte der Teenie-Mütter wird demnach tatsächlich für das Jugendamt zu einem Fall. „Die meisten Familien kriegen das selbst mit ihren eigenen Möglichkeiten hin“, sagt Ina Lübke, die zuständige Sachgebietsleiterin im Jugendamt. Es sind die jungen Großmütter, die ihren schwanger gewordenen Töchtern zur Seite stehen. Häufig sind sie selbst sehr früh schwanger geworden. In nicht wenigen Familien gilt dies als sozial akzeptiert. Die schwanger gewordenen Töchter sind selbst nicht selten die Kinder von Teenie-Müttern gewesen.

Fachgebietsleiterin Kerstin Schöbe appelliert an die Eltern in Brandenburg, ihre Kinder besser aufzuklären und ihnen die Folgen einer frühen Schwangerschaft deutlich zu machen für den weiteren Lebensweg und die Berufsausbildung: „Jugendamt kann das nicht leisten, da sind die Eltern gefragt.“ Teenie-Mütter kommen laut Schöbe „nicht aus den intellektuell höheren Schicht, sondern aus der Gruppe der sozial benachteiligten Menschen“. Eins betont Ina Lübke: Das Jugendamt berät die Jugendlichen neutral und rät ihnen keine Abtreibung. Laut WSI treiben in der Regel 40 Prozent aller schwanger werdenden Frauen das ungeborene Kind ab. Auffällig ist laut dem Institut auch, dass minderjährige Schwangere sehr viel häufiger eine Fehl- oder Totgeburt erleiden als erwachsene Schwangere. Die Gründe dafür werden vom WSI laut Forscher Eric Seils gerade zu ergründen versucht.

Isoliert und in sozialer und materieller Armut

Nach Angaben des Jugendamtes werden die Teenager häufig ungeplant schwanger. Oft bemerken sie relativ spät ihre Schwangerschaft. „Sie befinden sich meist in sozialer und materieller Armut und sind sozial isoliert“, so Ina Lübke. Trotzdem die Schwangerschaften nicht geplant seien, „sind sie dann willkommen. Frühes Muttersein kompensiert die soziale Isolation und schafft Anerkennung.“ Im jüngsten Jugendhilfeausschuss sagte Lübke dazu: „Die jungen Schwangeren fühlen sich als etwas Besonderes, sie kriegen besondere Fürsorge, die ihnen auch zusteht und genießen das.“

Von Marion von Imhoff

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