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Brandenburg/Havel Teilhabe: Künftig barrierefrei durch die Stadt
Lokales Brandenburg/Havel Teilhabe: Künftig barrierefrei durch die Stadt
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02:15 21.04.2017
Noch ist der Ampelton nicht überall einheitlich. Quelle: JACQUELINE STEINER
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Brandenburg/H

Wolfgang Ebeling ist blind. Der 83-Jährige kommt gut zurecht, wie er sagt. „Doch an einigen Stellen könnte die Stadt Verbesserungen für Menschen ohne Sehvermögen vornehmen“, erklärt der Senior. Ebeling wünscht sich einen einheitlichen Signalton der Ampeln und mehr Barrierefreiheit bei den öffentlichen Verkehrsmitteln. Der Rentner nahm an einer Diskussionsrunde im Rathaus zum lokalen Teilhabeplan der Stadt teil, zu der Sozialbeigeordneter Wolfgang Erlebach (Die Linke) alle Interessierten eingeladen hatte.

Chancengleichheit und Menschenrechte

Mit dem Maßnahmenkatalog will die Stadtverwaltung den Bürgern darlegen, mit welchen Vorschlägen und Angeboten sie zur Verwirklichung von Selbstbestimmung und Chancengleichheit behinderter Menschen beitragen will. In Brandenburg an der Havel leben derzeit 13 213 Menschen mit einer Behinderung (Stand 2016).

In den vergangenen fünf Jahren stieg diese Zahl um 8,88 Prozent an, gleichzeitig erhöhte sich die Einwohnerzahl nur um 1,18 Prozent. Es sei das erklärte Ziel der Stadt, die Menschenrechte und Grundfreiheiten von Menschen mit Behinderungen zu schützen und ihre Würde zu respektieren. Der Teilhabeplan solle auch dabei helfen, die Barriere in den Köpfen der Menschen der Einwohnerschaft abzubauen und die Toleranz für alle Menschen, unabhängig davon, ob mit oder ohne Behinderung, zu erfahren und das Anderssein zu akzeptieren, heißt es von Seiten der Stadt.

Viele Pläne wurden geschmiedet

Etwa zwei Jahre lang arbeiteten fünf Arbeitsgruppen an dem Projekt. Der Startschuss fiel im Januar 2015. Seitdem wurden viele Vor-Ort-Rundgänge zum Thema Barrierefreiheit durchgeführt, es fanden Gespräche und Befragungen in Unternehmen statt und es wurden Pläne geschmiedet, wie man das Leben behinderter Menschen in der Havelstadt erleichtern kann. In einer anonymen Fragebogenaktion wurden Betroffene zu ihrer Lebenssituation und ihren Erwartungen im Hinblick auf die Beseitigung von Barrieren befragt. Zudem wurden Fragebögen an Kindertagesstätten und Freizeiteinrichtungen verteilt.

Eine lebenswerte Stadt für alle

Der Maßnahmenkatalog steht im Kontext des Beschlusses der Stadtverordneten aus dem Jahr 2014, in dem es als notwendig erachtet wird, die finanziellen und personellen Ressourcen für die Erstellung des Teilhabeplans bereitzustellen.

Zudem beinhaltet der Beschluss, dass sich die Stadt zu einer für alle Menschen lebenswerten und barrierefreien Stadt weiterentwickeln will.

Darüber hinaus soll der Maßnahmenentwurf die Forderungen der UN-Behindertenrechtskonvention aus dem Jahr 2009 umsetzen.

Zeitliche Planung steht noch aus

Nun sind erste Ergebnisse des Projektes vorgestellt worden. „Barrieren abbauen und Teilhabe sichern sind Daueraufgaben der Stadt“, sagte Wolfgang Erlebach. Entstanden sind 47 Maßnahmen in den Bereichen Wohnen, Barrierefreiheit und Mobilität, Bildung und Sport, Arbeit und Beschäftigung, soziale Sicherheit, Gesundheit und Pflege sowie Freizeit, Kultur und Tourismus. „Es ist ein qualifizierter Entwurf, an dem noch gearbeitet werden darf“, fügte Erlebach hinzu. Die zeitliche Planung muss für jede einzelne Maßnahme noch festgelegt werden. Wichtige Eckpunkte des Entwurfes sind unter anderem barrierefreies Wohnen ohne Stolperfallen, keine Treppen und Absätze für Rollstuhlfahrer, breite Türen, Lesehilfen für Sehbehinderte und Blinde, Gebärdensprache für Gehörlose, leichte Sprache für Menschen mit Lernschwierigkeiten, Mitsprache und Mitbestimmung und barrierefreier öffentlicher Personennahverkehr bei Bus und Straßenbahn.

Behindertengerechte Gestaltung des öffentlichen Raums

Eine weitere geplante Maßnahme ist die behindertengerechte Gestaltung von Informations- und Orientierungssystemen im öffentlichen Raum, in der Verwaltung und in Veranstaltungsorten – etwa mit Brailleschrift, Übersetzungen oder akustischen Informationen. Auch die Einrichtung einer zentralen Datenbank für Wohnungen unterschiedlicher Zielgruppen und Bedarfe wird in dem Papier als wichtig erachtet sowie die Barrierefreiheit in der Verwaltung, im öffentlichen Personenverkehr oder in Gesundheits-, Pflege- und Rehaeinrichtungen. Auch die Förderung des gemeinsamen Schulsports von Kindern mit und ohne Beeinträchtigung wird in dem Entwurf betont.

Mehr Menschen mit Behinderung in der Stadt

Sybille Kluge, Vorsitzende des Behindertenbeirates der Stadt, ist vor allem die Umsetzung und Weiterentwicklung des Teilhabeplans wichtig. „Das Thema muss mehr in die Öffentlichkeit und es ist noch viel mehr Aufklärungsarbeit nötig, aber der erste Schritt ist getan“, sagte sie. Mit der UN-Behindertenrechtskonvention sei die gesetzliche Grundlage geschaffen und die Kommunen müssen sich nun Gedanken machen, wie sie diese umsetzen.

Von Melanie Höhn

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