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Theaterbesuch mit Gruseleffekt

„Der Seelenbrecher“ in Brandenburg Theaterbesuch mit Gruseleffekt

Drei jungen Frauen verschwinden spurlos. Als sie wieder auftauchen, sind sie wie lebendig im eigenen Körper begraben. „Der Seelenbrecher“ von Bestsellerautor Sebastian Fitzek wurde am Brandenburger Theater aufgeführt. 270 Zuschauer erlebten die Nacht des Grauens mit.

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Kriminell ging es im Großen Haus bei einem Gastspiel des Berliner Kriminal Theaters zu. 270 Zuschauer waren Zeugen.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Brandenburg/H. „Jetzt sind wir beide ganz allein, Sie und ich“, sagt Greta Kaminsky, alias Cornelia Lippert, zu der bewusstlosen jungen Ärztin im Rollstuhl. Ist die alte Dame, die jedes Jahr zu Weihnachten in die Psychatrische Privatklinik am Wannsee kommt, etwa die gesuchte Täterin? Versetzt sie Patienten und medizinisches Personal der Klinik in Angst und Schrecken, weil die taffe Ärztin Dr. Sophia Dorn nun offenbar das vierte Opfer eines Täters geworden ist, der seit Wochen als „Seelenbrecher“ die Berliner Öffentlichkeit in Panik versetzt? Nur eines ist sicher: Der Täter befindet sich in der Klinik, die wegen eines Schneesturms zur Zeit keiner verlassen kann.

Es ist die Rätselhaftigkeit der Fälle, die so unheimlich ist. Denn die bisherigen Opfer, drei junge, lebensfrohe Frauen, waren erst spurlos verschwunden. Als sie schließlich wieder auftauchten, waren sie körperlich zwar unverletzt, doch sie wirkten überaus ungepflegt und vernachlässigt und befanden sich in einer Art Wachkoma. Schließlich begingen sie wie ferngesteuert Selbstmord.

André Zimmermann als Patient Caspar mit Amnesie

André Zimmermann als Patient Caspar mit Amnesie.

Quelle: JACQUELINE STEINER

„Bisher war es hier zu Weihnachten immer so herrlich ruhig“, hatte Greta im Lauf des turbulenten Abends geklagt, als nach und nach jeder – egal, ob Patient oder Arzt – in Verdacht geriet, der unheimliche Mörder zu sein. Wie beispielsweise Caspar, der schillernde Patient mit Amnesie (gespielt von André Zimmermann), der wenige Tage zuvor bewusstlos kurz vor dem Erfrieren auf dem Klinikgelände gefunden wurde und sich an sein bisheriges Leben nicht erinnern kann. Vor allem der großmäulige Sanitäter Tom, super dargestellt von Matti Wien, scheint das zu glauben. Aber auch er ist nicht unverdächtig. Schließlich hat er vor der Einfahrt zum Klinikgelände mit seinem Rettungswagen im tosenden Schneesturm einen Unfall verursacht und dabei den Verteilerkasten der Telefonanlage zerstört. Nun kann auch telefonisch niemand mehr Hilfe herbei rufen.

Etwa 270 Zuschauer verfolgten am Freitagabend im Brandenburger Theater das Kriminalspiel aus der Feder des erfolgreichen Thrillerautors Sebastian Fitzek. Doch Zusammenhänge, die im Buch auch rückblickend mühelos erläutert werden können, können auf der Bühne nur linear vermittelt werden. Und das ist ein Spannungskiller. So reagieren die Zuschauer auf die Gruselszenen immer amüsierter, bis sie schließlich lauthals über Schockmomente lachen. Recht haben sie. Denn Fitzeks Buch lässt sich nicht wirklich auf die Bühne bringen, auch wenn das renommierte Berliner Kriminal Theater unter der Regie von Wolfgang Rumpf genau diesen Versuch gewagt hat. Selbst das Ende wirkt hier an den Haaren herbei gezogen, wobei die Auflösung medizinisch so komplex ausfällt, dass sie für Laien schwer nachvollziehbar gewesen sein dürfte. Übrigens: Greta war doch nicht die Täterin.

Von Ann Brünink

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