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Brandenburg/Havel Thomas Bartel schafft Kunst für Abu Dhabi
Lokales Brandenburg/Havel Thomas Bartel schafft Kunst für Abu Dhabi
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09:55 20.05.2017
Thomas Bartel in seinem Atelier. Quelle: Annika Jensen
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Brandenburg/H

Pollen sind mit dem bloßen Auge nicht erkennbar. Ihre Größe bewegt sich im Bereich von Millionstel Metern. Und doch ärgern die kleinen Biester besonders die Heuschnupfenallergiker jedes Jahr aufs Neue. Doch wie sehen sie eigentliche aus? Rund, stachelig, bunt?

Eine Vorstellung davon kann man sich bald im Zoo in Al Ain in Abu Dhabi machen. Dort werden in wenigen Wochen sechs überdimensionale Pollenmodelle aufgestellt. Für die Brandenburger nicht von Interesse? Doch. Ihr Schöpfer ist nämlich der Brandenburger Künstler Thomas Bartel.

Gräserpollenmodelle in Bartels Atelier in Brandenburg. Quelle: Annika Jensen

Er ist auf vielen Feldern unterwegs: Malen, Zeichnen, Modellieren, Rekonstruieren. Derzeit arbeitet er viel mit Museen zusammen. So schuf er etwa das Schichtenmodell im Paulikloster, dass Jahrtausende Brandenburger Kulturgeschichte im Schnitt der verschiedenen Erdschichten zeigt.

Für das Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz in Chemnitz kreierte er ebenfalls ein solches Modell, nur ungleich größer. Dort sind ebenso Pflanzenmodelle zu sehen, die Teil der steinzeitlichen Flora in der Region waren. Er schuf sowohl Präparate als auch künstliche Modelle. Letztere sehen echten Pflanzen zum Verwechseln ähnlich.

Über sein aktuelles Steckenpferd - der Zusammenarbeit als Künstler mit Museen – hielt er im Paulikloster einen Vortrag. Dieser Redebeitrag sollte seine Kunst schließlich in den Nahen Osten bringen würden. „Die Kuratorin Nina Sorge von der Berliner Ausstellungsfirma Trillian sprach mich an. Sie hatte vom Zoo in Al Ain einen Generalauftrag bekommen“, erzählt Thomas Bartel.

Als Teil dieses Auftrages sollen Gräserpollen sowie der Querschnitt eines Aloe-Vera-Blattes in tausendfacher Vergrößerung für einen Bildungspfad entstehen. Sorge war nach seinem Vortrag von Thomas Bartel so überzeugt, dass sie ihn an Bord holen wollte. Der zögerte allerdings.

„Ich fertigte in Eigenregie erst ein Modell, um zu sehen, ob ich den hohen Anforderungen gerecht werden konnte“, erzählt Bartel. „Frau Sorge schaute es sich an und wir konnten uns einigen.“ Die Anforderungen, die seine Modelle erfüllen müssen haben es tatsächlich in sich. Sie müssen extrem stabil sein, um vor Vandalismus geschützt zu sein. Sie müssen hitze-, UV- und sandsturmbeständig sein.

Sie müssen transparent sein, weil sie von innen beleuchtet werden, und zu guter Letzt sollen sie natürlich eine hohe ästhetische Qualität aufweisen. Kombiniert sind diese Anforderungen nicht leicht zu erfüllen. „Das größte Problem für mich ist es, die Transparenz zu erhalten, weil die Modelle gleichzeitig so stabil sein sollen“, so Bartel. „Alle Anforderungen zusammen machen es in der Ausführung sehr kompliziert, deswegen müssen hochwertige Materialien verwendet werden.“

Sein Hauptwerkstoff sind Epoxid-Harze. Diese vermischt er mit Glaswolle und hat dadurch einen zähflüssigen durchsichtigen Stoff, der extrem aushärtet. Der Nachteil: Es dauert. „Das Auftragen ist ein komplizierter Prozess, weil die einzelnen Laminierungsschichten bis zu zwölf Stunden trocknen müssen. Das macht es sehr langwierig.“ Auf einige Modelle trägt er zehn Schichten auf, damit er die Stärke erreicht, die er für die Stabilität braucht.

Die größte Herausforderung sei für ihn aber, dass er keine realen Modelle in Originalgröße hat – zum Abschauen. So wie er sie bei seinem Schichtenmodell im Paulikloster hatte. Die Gräserpollen recherchierte er auf digitalem Wege, schickte Nina Sorge eine Auswahl und suchte daraus dann gemeinsam mit der Kuratorin sechs Pollen aus. „Dabei ging es vor allem um die Machbarkeit. Sie durften nicht zu kompliziert sein“, so Bartel. Das Übertragen von den durch die Natur gegebenen Formen auf seine Modelle sei die kreative Leistung des Projektes.

Bleibt nur noch die Zeit als Problem. Ende April hatte er den Auftrag bekommen, Ende Mai soll er fertig sein. Tatsächlich stehen erst drei fast fertige Skulpturen in seinem Atelier. „Schauen wir mal, kann ich nur sagen“, lacht er. „Wenn ich aber in diesem Tempo weitermache, denke ich schon, dass ich es schaffe. Für mich ist aber die Qualität wichtiger als das Tempo. Das versteht auch der Auftraggeber.“

Von Annika Jensen

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