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Brandenburg/Havel Tiefer Streit auch um Kleinigkeiten
Lokales Brandenburg/Havel Tiefer Streit auch um Kleinigkeiten
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10:12 21.03.2018
Mehr Belebung auf dem Neustädtischen Markt wünschen sich Kommunalpolitiker, allerdings ist dafür nicht die Verwaltung zuständig. Quelle: André Wirsing
Brandenburg/H

Wie belebt man den Neustädtischen Markt außerhalb von Großveranstaltungen wie Gartenmarkt und Fashion-Day? Mit dieser Frage wollen sich Werbefachleute, Tourismusexperten und Bürger am 26. April in einem so genannten Barcamp befassen. Das ist neudeutsch für eine Unkonferenz, eine offene Tagung mit offenen Workshops. Früher hieß das Ideenwerkstatt. „Sie diskutieren Fragen, was haben wir, was fehlt, wie bekommen wir mehr Gäste? Diese Fragen werden in Kleingruppen diskutiert, die Ergebnisse der großen Runde kurz vorgestellt, bis es wieder neue Fragen zu lösen gilt“, beschreibt Initiator Thomas Krüger das Vorgehen. Er ist Chef der Stadtmarketing- und Tourismusgesellschaft und soll in dieser Eigenschaft die Havelstadt besser „verkaufen“.

Gleichzeitig hat der CDU-Stadtverordnete mit diesem Vorschlag einen Streit am Montagabend im Hauptausschuss befriedet, der zu eskalieren drohte. Seit einem Jahr trägt sich die SPD mit der Idee, ein Gestaltungs- und Belebungskonzept für Neustadt-Markt, Nicolaiplatz und Bahnhofsvorplatz von der Verwaltung zu verlangen. Das Ansinnen griffen die Freien Wähler auf, kopierten es (zum wiederholten Male) und veränderten die Aufgabenstellung: Man müsse erst einmal die Bürger fragen, wie zufrieden sie mit den Plätzen sind und welche Ansprüche sie an diese stellen. Im Gegensatz zu früher gibt Freie-Wähler-Fraktionschef Dirk Stieger das Plagiieren unumwunden zu. „Es kommt darauf an, ob eine Idee gut ist, nicht woher sie kommt.“ Doch ihren Antrag wollte SPD-Fraktionschefin Britta Kornmesser nicht kampflos aufgeben, sie strikte aus beiden Papieren ein gemeinsames, setzte alle Fraktionsnamen darauf (außer AfD), versäumte aber fahrlässig, sich das Okay von CDU und Freien Wählern zu holen. Sie vertraute auf ein gemeinsames Interesse an dem Problem.

Weit gefehlt: Walter Paaschen von der CDU rückte Kornmesser verbal in die Nähe einer Urkundenfälscherin wegen der unerlaubten Fraktionsaufzählung im Briefkopf. Zwischen Linken-Fraktionschef René Kretzschmar und seinem AfD-Kollegen Axel Brösicke knallte es. Der provozierte Kretzschmar mit einer Bemerkung zu undemokratischem Gebaren, der Angegriffene keilte zurück. „Es tut mir leid für sie persönlich, aber sie haben Rassisten in ihrer Partei, sie lassen sich von Neonazis unterstützen. Die AfD kommt nicht auf unsere Anträge drauf.“

Oberbürgermeister Steffen Scheller (CDU) verwarf beide Anträge – aus verschiedenen Gründen. Für eine Verwaltung sei ein Evaluieren zu teuer und aufwendig, für den Bahnhofsvorplatz ein Belebungskonzept überflüssig. „Wenn es nur darum geht, zwei Ruhebänke auf den Platz zu stellen, dann haben die Anträge eindeutig zu viel Text, das kann man unbürokratisch lösen.“ Im Übrigen verwies er auf einen Paaschen-Vorschlag: Für ein Beleben des Platzes bedürfe es in erster Linie ehrenamtlichen und freiwilligen Engagements von Menschen, die etwas veranstalten wollen. Und für den fachlichen Teil seien weniger die Stadtverwalter als die Tourismus- und Marketingexperten zuständig. Insofern passe Krügers Barcamp-Initiative.

Von André Wirsing

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