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Tiemann siegt in Brandenburg/Havel ganz klar

Bundestagswahl 2017 Tiemann siegt in Brandenburg/Havel ganz klar

Große Gewinnerin der Bundestagswahl 2017 im Wahlkreis 60 ist Direktkandidatin Dietlind Tiemann (CDU), nicht jedoch ihre Partei, die wie SPD und Linke sechs Prozent verliert. Zweiter Gewinner des Abends in den 334 Wahlbezirken des Wahlkreises sind die AfD und ihr Direktkandidat Klaus Riedelsdorf, die ihre Wählerstimmen auf Kosten der großen Parteien mehr als verdreifacht haben.

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Dietlind Tiemann (CDU) erhielt am Sonntag 34 Prozent der Wählerstimmen in der Stadt Brandenburg, sie zieht in den Bundestag ein.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Brandenburg/H. Große Gewinnerin der Bundestagswahl 2017 im Wahlkreis 60 ist Direktkandidatin Dietlind Tiemann (CDU), nicht jedoch ihre Partei, die wie die SPD und Linke im Vergleich zur Wahl 2013 rund sechs Prozent verliert. Zweiter Gewinner des Wahlabends in den 334 Wahlbezirken des Wahlkreises sind die AfD und ihr Direktkandidat Klaus Riedelsdorf, die ihre Wählerstimmen auf Kosten der großen Parteien mehr als verdreifacht haben.

Wahlsiegerin Dietlind Tiemann gehört zu den wenigen CDU-Politikern im Land Brandenburg, die das Wahlkreis-Erststimmenergebnis von 2013 in etwa gehalten haben. Tiemann liegt mit ihrem Ergebnis von 31,8 Prozent um fast drei Prozent über den Direktwahlergebnissen ihrer Parteifreunde im Land.

Dazu hat vor allem ihr überdurchschnittliches Abschneiden in ihrer Heimatstadt Brandenburg/Havel beigetragen (34 Prozent), deren Oberbürgermeisterin sie noch ist. Je weiter entfernt von Brandenburg/Havel die Menschen im Wahlkreis 60 leben, desto geringer wird der Zuspruch für Tiemann.

Nur vereinzelt kann die Konkurrenz punkten

In Potsdam-Mittelmark erreicht die CDU-Politikerin noch 32,2 Prozent, in Havelland gewinnt sie 29,2 Prozent und in den Teltow-Fläming-Städten Jüterbog und Niedergörsdorf sind es nur noch 26,8 Prozent.

Gleichwohl wird Brandenburgs Rathauschefin in keiner Region ihres Wahlkreises von der Konkurrenz übertroffen. Nur vereinzelt laufen ihr die Gegenkandidaten Erardo Rautenberg (SPD), Klaus Riedelsdorf (AfD) und Anke Domscheit-Berg (Linke) in dem ein oder anderen Wahllokal den Rang ab.

SPD-Bewerber Erardo Rautenberg muss als Direktkandidat zwar einen Verlust an Erststimmen von 8 Prozent verschmerzen, um die Frank-Walter Steinmeier im Jahr 2013 besser war. Doch sein Erststimmenergebnis fällt mit 25,1 Prozent um 4,4 Prozent besser aus als das Zweistimmenresultat der SPD im Wahlkreis 60.

In Premnitz und Bad Belzig geht es relativ knapp zu

Relativ dicht hinter Tiemann liegt Rautenberg in Premnitz und Bad Belzig. In Lehnin ging es knapp zu, in den kleinen Treuenbrietzener Ortsteilen Lobbese und Feldheim holt Rautenberg 43,3 und 42,5 Prozent der Stimmen. Rathenow geht insgesamt an Dietlind Tiemann, doch einige Wahllokale zählen eine Mehrheit für Rautenberg aus.

Auf der anderen Seite räumt Dietlind Tiemann quer durch den Wahlkreis in manchen Ortsteilen ab. Besonders groß ist ihre Fangemeinde im 82 Wähler starken Salzbrunn bei Beelitz (55,6 Prozent), in Bahnitz (49 Prozent), in den Brandenburger Ortsteilen Mahlenzien (57,4 Prozent) und ihrem Heimatortsteil Klein Kreutz (45,1 Prozent).

Borkwalde im Amt Brück geht ausgeglichen mit den Direktkandidaten um. Mit 145 Stimmen liegt Domscheit-Berg vorn, wird aber ganz dicht gefolgt von Tiemann (141), Riedelsdorf (132) und Rautenberg (129).

Klaus Riedelsdorf (AfD zwischen 5,7 und 41,6 Prozent

Zu den Hochburgen der AfD und ihres Direktwahlkandidaten Klaus Riedelsdorf gehören in der Stadt Brandenburg mehrer Wahllokale in Hohenstücken und am Klingenberg, außerdem Wust und Schmerzke. In Hohenferchesar sind die Rechtspopulisten ebenso wie im Jugendclub Jüterbog, im havelländischen Nitzahn (41,6 Prozent) und im Wiesenburger Ortsteil Benken.

Dort erreicht Riedelsdorf mit 22 von 57 Erststimmen 38,6 Prozent, seine Partei schafft dort sogar 42,1 Prozent. Im ähnlich kleinen Mützdorf, das ebenfalls zu Wiesenburg gehört, sieht es ganz anders aus für Riedelsdorf und seine AfD. Der Kandidat schafft dort nur 5,7 Prozent (drei Stimmen).

Briefwähler im Wahlkreis 60 scheinen politisch etwas anders zu denken als die Sonntagswähler. Ob Brandenburg oder Beelitz, Rathenow oder Bad Belzig: Von wenigen Ausnahmen abgesehen, fällt der AfD-Anteil in den Briefwahlbezirken quer durch den ganzen Wahlkreis erkennbar geringer aus.

Von Jürgen Lauterbach

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