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Brandenburg/Havel Tierschützer erbost über Schildkröten-Aktion
Lokales Brandenburg/Havel Tierschützer erbost über Schildkröten-Aktion
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18:25 04.03.2017
Marko Hafenberg brachte am Dienstag eine Riesenschildkröte mit in eine Kita. Quelle: Jürgen Lauterbach
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Brandenburg an der Havel

Diese Aktion ist für Marko Hafenberg bereits Routine. Nach eigenen Angaben hat er bereits 50 bis 60 Mal Kitas besucht und dabei Schildkröten mitgebracht. Genau das tat der Reptilien-Experte auch am vergangenen Dienstag. Da war er zu Gast bei einer Faschingsparty in der Katholischen Kindertagesstätte Heilige Dreifaltigkeit. Die Kinder konnten dabei auf Tuchfühlung mit verschiedenen Tieren gehen, darunter auch Schildkröten.

Um ein Gefühl zu bekommen, welche Kraft die Tiere haben, durften sich Kinder auch auf den Panzer des Tieres setzen. Die MAZ titelte dazu online „Reptilienbesuch auf Faschingsparty – Brandenburger Kinder reiten auf Schildkröte“. In der Zeitung hieß es dazu „Ritt auf der Riesenschildkröte“. „Aufklärungsarbeit“, sei das gewesen, sagt Hafenberg. Es sei nicht zur Belustigung der Kinder gewesen, sagt er weiter. Und die Kinder seien nicht auf den Tieren geritten.

So titelte die Brandenburger Lokalausgabe am 1. März über die Aktion. Quelle: Maz

Harte Kritik von Tierschützern: „Gedankenlose Tierquälerei“

Bei der Tierschutzorganisation Peta hat die Aktion für Empörung gesorgt. Sie veröffentlichte am Freitagabend einen Post auf ihrer Facebook-Seite und schrieb von „gedankenloser Tierquälerei“, man werde sich bei den Verantwortlichen beschweren. Und weiter: „Die Kinder sind dabei ebenso Opfer wie die Schildkröte.“ Der Post hat offensichtlich bei vielen Menschen einen Nerv getroffen. Es gab fast 1200 Likes und viele zustimmende Kommentare.

Und offenbar hat sich die Tierschutzorganisation bereits tatsächlich beschwert. Denn kurz nachdem die Aktion in der Kita öffentlich wurde, ging beim Brandenburger Amtstierarzt eine Beschwerde von Tierschützern ein, wie Hafenberg der MAZ am Sonnabend sagte. Von wem die Beschwerde kam, wurde ihm aus Datenschutzgründen nicht mitgeteilt. Aber es reichte, dass er zu einem Gespräch mit dem Amtstierarzt gebeten wurde.

Hafenberg will nach der Peta-Kritik Konsequenzen ziehen

Der Vorwurf der „Tierquälerei“ treffe ihn hart, sagt Hafenberg. Er bestreitet diesen aber vehement. Solche Aktionen dienen immer der Aufklärung, sagt er. Er erkläre den Kindern viel zu den Tieren und wolle so Ängste abbauen und gleichzeitig dafür sorgen, dass die Kinder Respekt vor den Tieren bekämen. Vergleichbare Aktionen hat Hafenberg bereits Dutzende Male in verschiedenen Kindergärten gemacht. Beschwert hat sich laut seiner Aussage nie jemand. Hafenberg ist Chef des „Terrarium Brandenburg“, dort hütet er jede Menge exotische Tiere, etwa Schlangen und Spinnen. Außerdem kümmert er sich um Haustiere, deren Besitzer in den Urlaub gehen.

Nach der Kritik an seinem jüngsten Kita-Besuch will Hafenberg nun Konsequenzen ziehen, wie er der MAZ am Sonnabend gesagt hat. Er will vergleichbare Aktionen künftig nicht mehr in Kindergärten anbieten.

Von MAZonline, Christian Meyer

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