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Brandenburg/Havel Todesfall überschattet Hippie-Festival
Lokales Brandenburg/Havel Todesfall überschattet Hippie-Festival
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18:16 06.07.2015
Rund 14 000 Menschen sind zum Antaris-Festival nach Stölln gekommen. Doch das Festival hat in diesem Jahr einen bitteren Beigeschmack. Quelle: Christin Schmidt
Stölln

Das diesjährige Antaris-Festival bei Stölln ist von einem tragischen Todesfall überschattet worden. Bereits am Freitagnachmittag konnte ein Besucher trotz Notarzteinsatz nicht mehr gerettet werden. Für ihn kam jede Hilfe zu spät. Näheres zur Todesursache wollte Notfallsanitäter Rayk Sommer nicht sagen, die Kriminalpolizei war vor Ort und ermittelt. Bei Temperaturen über 40 Grad Celsius hatte sich das Festivalgelände in einen Backofen verwandelt. Die Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr und Mitarbeiter des Rettungsdienstes waren im Dauereinsatz, um die Besucher abzukühlen und Hitzeopfer zu versorgen. „In sechs Stunden hatten wir 300 Hilfeleistungen“, berichtet Notfallsanitäter Rayk Sommer.

Üblicherweise ist der Arbeitersamariterbund mit zwölf Einsatzkräften pro Schicht vor Ort. Dass sei bei rund 14000 Menschen normalerweise ausreichend und habe in den Jahren zuvor auch immer gut geklappt. „Allerdings war es noch nie so heiß wie an diesem Wochenende“, erzählt Sommer, der schon bei zahlreichen Einsätzen auf der Antaris dabei war. Die Hitze ist um so gefährlicher, da viele Antarianer zu wenig trinken und essen, dafür mehrere Stunden am Stück tanzen. Dass bei vielen dazu auch noch verschiedenste Drogen im Spiel sind, ist ein offenes Geheimnis.

Festival kurz vor dem Abbruch

Am Samstagnachmittag spitzte sich die Lage zu. Ein Krisenstab aus Polizei, Rettungs- und Sicherheitskräften, Feuerwehr und Veranstalterteam wurde einberufen. Das Festival stand kurz vor dem Aus. Da ein Abbruch aber weitere Probleme mit sich gebracht hätte, entschloss man sich, noch mehr Einsatzkräfte zu mobilisieren und die Wasserversorgung zu intensivieren. Unter anderem wurden 150 Sprühflaschen an freiwillige Helfer verteilt, um Hitzegeplagten eine erste schnelle Abkühlung zu verschaffen.

Die Duschen wurden freigegeben, Sprühvorrichtungen an der Tanzfläche installiert, ein zusätzliches Rettungszelt für Notfälle aufgebaut und das Personal aufgestockt. Vier Notärzte, 16 Rettungskräfte in den Zelten sowie drei Rettungswagenbesatzungen waren im Einsatz, auch die Feuerwehr stockte auf. „Ein gigantischer Aufwand“, so Sommer. Dennoch musste Rhinows Ordnungsamtsleiter und Amtsbrandmeister Michael Mirschel das Fest am Samstag um 20.45 Uhr vorübergehend abbrechen. Eine herannahende Gewitterfront drohte mit Sturmböen und Hagel. Mirschel richtete sich gemeinsam mit Sommer an die tanzende Masse auf dem Mainfloor und bat die Fläche zu räumen, bis die Gefahr vorüber ist.

Gepostet von Sarah Stark am Samstag, 4. Juli 2015

Sommer nutzte die Gelegenheit, um an die Vernunft der Besucher zu appellieren: „Gebt aufeinander Acht. Helft euch gegenseitig, dann können wir auch nächstes Jahr wieder zusammen feiern.“ Die Tanzjünger antworteten mit Applaus und verließen auch den Platz. Der Spuk dauerte nicht lange. Gegen 22.30 Uhr konnte das Bass-Festival wie üblich mit einer Eröffnungsrede fortgesetzt werden.

Antaris-Familie zum 11. Mal vereint

Zum 11. Mal hatte Veranstalter Uwe Siebert in diesem Jahr zum Tanz-Spektakel am Fuße des Stöllner Gollenbergs gerufen und seine Schäfchen strömten in Scharen herbei. Bullis, Pkw und barfüßige Antaris-Jünger schoben sich am Freitagnachmittag in glühender Hitze die Apfelallee hinauf, um sich auf dem weitläufigen Gelände unweit des Buga-Parks für vier Tage häuslich einzurichten. Sowohl aus der Region als auch aus aller Welt kamen die Mitglieder der selbst ernannten Antaris-Familie und lagen sich beim Wiedersehen mit breitem Lächeln in den Armen.

Es ist ein riesiges Tanz-Spektakel am Fuße des Stöllner Gollenbergs: Das Antaris-Festival. Barfüßige Antaris-Jünger sind gekommen, um sich für vier Tage unweit des Buga-Parks häuslich einzurichten und ausgelassen zu feiern. Was bleibt ist in diesem Jahr allerdings der traurige Tod eines Festivalbesuchers.

Es gibt aber auch Neulinge wie Diana Solms, die zum ersten Mal dabei war. Die 34-Jährige lebt seit 14 Jahren in Norwegen, ist aber gebürtige Havelländerin und wuchs im Rhinower Ländchen auf. Viel gehört hatte sie vom bunten Fest auf dem ältesten Flugplatz der Welt, nun will sie es endlich live miterleben und ist sichtlich begeistert. „Alle sind so freundlich, diese Farben, das Leuchten in der Nacht, die Gerüche. Selbst die Campingplätze sind mit viel Fantasie gestaltet. So etwas habe ich noch nie gesehen. Ich meine, wer nimmt schon sein Sofa und einen Lampenschirm mit, wenn er zum Festival fährt. Hier bauen sich die Leute wirklich ihre eigene Welt“, beschreibt die junge Frau. Nach dem ersten Ausflug auf den vor Bass vibrierenden Planeten am Freitagabend kehrte sie auch am Samstag und Sonntag zurück zum Festivalgelände. Für die ganz große Reise mit Übernachtung war sie dann aber doch nicht bereit. Stattdessen zog sie es vor, der großen Hitze zu entfliehen und sich ins Elternhaus zurückzuziehen.

Am Montag gegen 19 Uhr wird das Gewummer verstummen, das Rhinower Ländchen zur Ruhe kommen und der älteste Flugplatz der Welt wieder eine unscheinbare Wiese sein. Was bleibt von dieser Antaris ist der traurige Tod eines Festivalbesuchers, der unermüdliche Einsatz aller Hilfskräfte und für die meisten Antarianer ein weiteres unvergessliches Wochenende.

Von Christin Schmidt

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