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Tödliche Tragödie kommt vor Gericht

Dreijährige soll wegen falsch installierter Heizung gestorben sein Tödliche Tragödie kommt vor Gericht

Die tödliche Tragödie von Gollwitz kommt voraussichtlich vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft Potsdam hat nach der Kohlenmonoxidvergiftung eines Kindes Anklage gegen zwei Heizungsmonteure erhoben. Es besteht der Verdacht auf fahrlässige Tötung. 

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Charlotte überlebte das Unglück nicht.

Quelle: Privat

Brandenburg an der Havel. Die tödliche Tragödie von Gollwitz kommt voraussichtlich vor Gericht. Zwei Monteure sollen 2009 eine Heizung fehlerhaft eingebaut haben. In einer Nacht hatte sich deshalb zu viel Kohlenmonoxid gebildet. Zwei Erwachsene und drei Kinder verloren das Bewusstsein, die dreijährige Charlotte überlebte das Unglück nicht. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben. Die Staatsanwaltschaft Potsdam hat nach deutlich mehr als zweieinhalb Jahren Ermittlungszeit nun vor dem Amtsgericht Brandenburg Anklage erhoben gegen zwei Heizungsmonteure aus Magdeburg. Die Ankläger werfen ihnen die fahrlässige Tötung der kleinen Charlotte und fahrlässige Körperverletzung in vier Fällen vor, teilte das Amtsgericht auf Anfrage mit.

Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft haben die Monteure im September 2009 in einem neu gebauten Wohnhaus in der Gollwitzer Schlossallee die Heizungsanlage samt Luftabgasschornsteinsystem „fehlerhaft und vorschriftswidrig“ installiert. Aus diesem Grund habe sich in der Nacht zum 19. Februar 2011 zu viel Kohlenmonoxid gebildet, das in das Innere eines Wohnhauses geleitet worden sei. An jenem Sonntagmorgen sammelte sich eine solch außerordentlich hohe Konzentration von Kohlenmonoxid in dem Haus an, dass dadurch drei Kinder und zwei Erwachsene vergiftet wurden.

Der Motorradhändler Torsten Jankwitz bewohnt das Haus. In jener Unglücksnacht hatten seine beiden Töchter sowie seine Partnerin mit deren Kind bei ihm übernachtet. Die beiden Erwachsenen und alle drei Kinder verloren über Nacht das Bewusstsein, weil das farb-, geruchs- und geschmackslose Gas ausströmte und sich vor allem im Obergeschoss sammelte. Vermutlich wären alle fünf Menschen gestorben, wäre Jankwitz nicht am frühen Morgen für einen Moment zur Besinnung gekommen. Da lagen er und seine ältere Tochter vor der Toilette im Bad. Mit letzter Kraft, so seine Erinnerung, raffte sich der Familienvater auf. Es gelang ihm, die drei Kinder und seine Freundin aus dem Haus zu tragen. Für die dreijährige Charlotte kam jedoch jede Hilfe zu spät, ein Verlust, den die Eltern bis heute nicht verwunden haben. Die übrigen vier Bewohner wurden in eine Spezialklink in Berlin geflogen, wo die Ärzte die Sauerstoffkonzentration in ihrem Blut in der Druckkammer regulierten.

„Ändern kann auch ein Gerichtsverfahren nichts am Tod unserer geliebten Tochter“, sagte der verbitterte Torsten Jankwitz gestern. Im Unterschied zur Staatsanwaltschaft sieht er die Schuld nicht allein bei den Monteuren, sondern zu gleichen Teilen bei dem Schornsteinfeger, der die Abgasanlage vor dem Unglück abgenommen hatte. Ein Termin für die Gerichtsverhandlung steht noch nicht fest.

Kommentar: Kein Frieden, aber mehr Klarheit

Der Familienvater hat Recht. Auch Anklage und Gerichtsverfahren werden für ihn und die Familie nichts ändern. Das Kind, das im Haus des Vaters erstickte, kann niemand zurückholen. Doch selbst wenn ein Gerichtsprozess keinen Frieden bringen kann und Fragen offen bleiben, so ist diese rechtliche Klärung der Tragödie in Gollwitz notwendig und überfällig. Warum konnte das schreckliche Unglück in jener Februarnacht 2011 geschehen? Wenn deutlich wird, welche Fehler gemacht wurden und welche Kontrollen versagt haben, wäre einiges gewonnen. Nicht für die leidgeplagten Eltern, vielleicht aber für alle Häuslebauer, Installateure und Schornsteinfeger.

Von Jürgen Lauterbach

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