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Brandenburg/Havel Töpfermeister lädt zur offenen Werkstatt
Lokales Brandenburg/Havel Töpfermeister lädt zur offenen Werkstatt
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05:55 04.05.2016
Verstehen sich auch ohne Worte: Töpfermeister André Gerlach und Keramikerin Jacqueline Naß. Quelle: Claudia Nack
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Bagow

Zu jedem Topf passt ein Deckel, heißt ein Sprichwort. Bei André Gerlach und Jacqueline Naß trifft es in doppelter Hinsicht zu. Seit vorigem Herbst sind sie sowohl beruflich als auch privat ein Team. Himmelfahrt laden der in Potsdam geborene Töpfermeister und die Keramikerin aus Sachsen zur ihrer ersten gemeinsamen offenen Werkstatt in seinen idyllischen Garten nach Bagow ein.

In der Werkstatt kann man ihnen von 10 bis 18 Uhr an der Töpferscheibe über die Schultern schauen und mit beiden fachsimpeln. Unter freiem Himmel ist ein Stand mit Jacquelines großen Sachen aus gebranntem Frohnsdorfer und Eisenberger Ton aufgebaut. Dazu gibt es selbst gebackenen Kuchen, Käffchen, frisch gezapftes Bier. Wenn am Donnerstag auch noch Klärchen scheint und die Leute gute Laute mitbringen, sind sie wunschlos glücklich.

Einmal über die Schultern schauen

Zwar sind sich André Gerlach und Jacqueline Naß auf den Töpfermärkten zwischen Usedom und dem Vogtland vorher wohl schon tausend Mal über den Weg gelaufen ohne voneinander Notiz zu nehmen, doch Ostern vor einem Jahr standen sie in Görzke nebeneinander. „Da haben wir gemerkt, dass der Topf zum Deckel passen könnte“, sagt der 48-Jährige. Bis sich beide sicher waren, brauchte es noch ein paar Märkte. „Wir haben den gleichen Beruf, die gleichen Interessen, die gleiche Zeiteinteilung und sind eine Patchworkfamilie“, erzählen sie, die räumlich getrennt leben.

Er hat seine Werkstatt in seinem urigen Bauernhaus in Bagow, sie ihre „Keramik-Schmiede“, Haus, Hof und Garten in ihrem Heimatort Borna. Der Vater zweier Töchter und die dreifache Mutter sehen sich, wenn sie Zeit haben. Im Sommer sind sie an den Wochenenden häufig auf Märkten unterwegs. Inzwischen stehen sie nebeneinander oder teilen sich einen Stand.

Werkstatt im urigen Bauernhaus

„Ich mag es groß“, sagt die 1,58 Meter kleine energiegeladene Frau während sie ihren vier Zentimeter größeren André anlächelt. „Große Vasen, große Schüsseln, große Schalen in Blaugrau sind meine Welt“, erklärt die 44-Jährige. Beim Drehen auf der Scheibe gilt das in der Branche als Herausforderung. „Ich bin erdig, ursprünglich und füge mich beim Töpfern in das Vorhandene ein.“ Ihre Hingucker sind des aufgrund ihrer Größe und Schlichtheit. André Gerlach mag ursprüngliche Farben und Formen. „Töpfe, Tassen, Teller. Ich mache alles, was man für den Haushalt braucht.“ Besonders gerne dreht er entspannt Gugelhupfformen und Kindergeschirr, das er natürlich auch selber bemalt.

„Wir lieben und leben das Töpfern“, sagt das Team. Ihr Handwerk haben beide von der Pike auf gelernt. Bevor sich Jacqueline Naß in Borna mit ihrer „Keramik-Schmiede“ 2007 auf eigene Beine stellte, war sie als Gesellin in einer kleinen Werkstatt in Leipzig angestellt. Gerlach erwarb nach der Scheibentöpfer-Lehre zur Wende seinen Meister, arbeitete erst in verschiedenen Werkstätten und Jobs, dann in der Glindower Ziegelei als Abteilungsleiter und Lehrausbilder. 1997 hat er sich in die Landschaft bei Bagow verliebt, ein ruinöses Bauernhaus gekauft, es hergerichtet und sich ein Jahr später selbstständig gemacht. Auch im eigenen Haushalt schwören die Handwerker auf Handgemachtes. „Denn da ist Seele drin.“

Von Claudia Nack

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