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Tolle Stimmen bei schmuckloser Opern-Gala

Brandenburg an der Havel Tolle Stimmen bei schmuckloser Opern-Gala

Operngalas sind über all beliebt, auch im Brandenburger Theater. Mit ihren fantastischen Stimmen stemmten am Wochenende die Sopranistin Jennifer Davis und der Tenor Robert Watson das gesamte Programm. Die Operngala kam dennoch etwas schmucklos daher.

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Die beiden Solisten Robert Watson und Jennifer Davis begeisterten das Publikum mit ihren fantastischen Stimmen.

Quelle: Rüdiger Böhme

Brandenburg/H. Ganze Opern werden immer seltener aufgeführt. Das ist eine traurige Wahrheit. Umso beliebter sind Operngalas, wie sie seit Jahren auch am Brandenburger Theater angeboten werden, so auch in dieser Spielzeit. Mit ihren fantastischen Stimmen stemmten am Wochenende die Sopranistin Jennifer Davis und der Tenor Robert Watson das gesamte Programm einer reichhaltigen Operngala. Unter der Leitung des temperamentvollen Gastdirigenten Felix Bender haben die Brandenburger Symphoniker die beiden Solisten begleitet.

„Vissi d’arte, vissi d’amore – Ich lebte für die Kunst, ich lebte für die Liebe“: diese Worte aus der Arie der Tosca hat das Brandenburger Theater als Motto für den Opernabend gewählt. Doch eigentlich müsste man eher von einem Liederabend sprechen, denn abgesehen von der Musik der Opernkomponisten erinnerte im Brandenburger Theater nichts an Oper.

Das Orchester saß in Sinfoniekonzertanordnung auf der kahlen Bühne. Kein Blumenschmuck, keine Dekoration und schon gar nicht die Andeutung eines Bühnenbildes. Nur drei einsame Jugendstillampen an der Decke über der Bühne versuchten in Konkurrenz mit den modernen Scheinwerfern etwas Flair zu vermitteln.

Vor den Musikern standen die beiden Sänger und spulten ihr Programm ab. Oper – das ist Drama, das ist Leidenschaft, das sind große Gefühle. Doch davon vermittelten die Sänger so gut wie nichts, was in der nüchternen Atmosphäre aber auch kaum möglich war. Dass die Interpreten die Arien jeweils in der Originalsprache sangen, ist zwar heutzutage üblich, erschwerte aber den Zugang zum Inhalt.

Mit schnurrigen Geschichten und Informationen über die einzelnen Opern führte Felix Heller durch das Programm, das hauptsächlich mit Opern von Verdi und Puccini bestritten wurde. Bei der Anmoderation zu Arien aus Puccinis Oper „La Bohème“ zitierte Heller aus Loriots kleinem Opernführer: Darin behauptete der Altmeister des Humors, er kenne keine Oper, in der „ergreifender gefroren, geliebt und gehustet“ würde.

Natürlich durfte auch Bizet mit seiner Oper „Carmen“ im Programm nicht fehlen, die Loriot ebenfalls kommentierte: „In dieser Oper opfert der spanische Sergeant Don José militärische Karriere und gesicherten Pensionsanspruch für Carmen, einer Dame aus der Zigarettenindustrie mit zweifelhaftem Ruf und häufigem Partnerwechsel. Das ist auch für Nichtraucher ein interessanter Fall im Rahmen der weltweiten Gefährdung des Mannes durch die Frau. Don José hat für die Geliebte eine Haftstrafe wegen Fluchthilfe abgesessen und ist bereit, sich in eine neue Tätigkeit als ungelernter Schmuggler einzuarbeiten.“ Heller gab zu bedenken, dass es in Opern generell sehr blutig zugehe und vielfach gestorben werde. Aber auch sonst gehe es wenig vornehm vonstatten. Hauptproblem scheine die Frage zu sein, wie man(n) die Sopranistin möglichst schnell ins Bett bekomme. „Me too“ auf der Opernbühne?

Die Tätigkeit von Sängern sei Schwerstarbeit, hat der Moderator behauptet. Das hat man Jennifer Davis und Robert Watson nach dem gut zweistündigen Konzert auch deutlich angemerkt. In den Vorjahren wurden für die Operngala immer vier Sänger engagiert, so dass sie sich bei ihren Auftritten abwechseln konnten. Das war auch für das Publikum spannender.

Jennifer Davis hat sich mit Rusalkas „Lied an den Mond“ von Dvorak und Robert Watson mit Puccinis Arie „Nessun dorma“ des Turandot endgültig in die Herzen der Zuhörer im Brandenburger Theater gesungen.

Das Publikum beherzigte den Rat von Moderator Heller und spendete frenetischen Beifall. Die Begeisterung steigerte sich noch und die Stimmung kochte schier über, als Jennifer Davis, Robert Watson und Moderator Felix Heller gemeinsam die Verdi-Arie „Libiamo, Ne’Lieti Calici aus der Oper La Traviata als Zugabe anstimmten.

Von Ann Brünink

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