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Traktorist verfolgt Viehdiebe auf Autobahn

Schmerzke: Gestohlene Rinder zurück Traktorist verfolgt Viehdiebe auf Autobahn

Viehdiebe trauen sich bis vor die Tore der Stadt Brandenburg. Gleich 40 Jungrinder haben Ganoven in der Nacht zu Dienstag aus einer Stallanlage bei Schmerzke gestohlen. Doch die Diebe kamen nicht weit – dank eines mutigen Traktoristen, der die Verfolgung aufnahm.

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Gestohlen und zurückgeholt: Der Krahner Tierproduktionschef Steffen Abert bei den Fleckvieh-Färsen in der Schmerzker Stallanlage.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Schmerzke. Der Milchpreis rutscht unter 20 Cent. Geht es noch schlimmer für die Bauern? Ja. Beinahe wäre die Agrargenossenschaft Krahne um 40 Mastrinder ärmer gewesen. Wert: rund 40 000 Euro. Doch die Viehdiebe, die in der Nacht zum Dienstag eine Stallanlage am Standort Schmerzke heimsuchten, hatten nicht mit Fred Perle gerechnet. Am Haus des Traktoristen rumpelten die Ganoven mit ihrer lebenden Fracht gegen 3 Uhr in der Früh vorbei. Ehefrau Angela, die für den Landwirtschaftsbetrieb als Tierpflegerin tätig ist, war vom lauten Brüllen der Jungtiere wach geworden. Als sie aus dem Fenster schaute, sah sie noch die Rücklichter des Sattelaufliegers. Ein Viehtransport aus ihrer Anlage um diese Zeit? Das hätte die Bäuerin wissen müssen.

Beschlagnahmt

Beschlagnahmt: Das für den Viehdiebstahl benutzte Sattelzuggespann.

Quelle: BBP

„Ich glaube, die haben uns Tiere gestohlen.“ Mit diesen Worten weckte Angela Perle ihren Mann. Außerdem informierte sie den Chef der Tierproduktion, Steffen Abert, über ihren schlimmen Verdacht. Während Fred Perle mit seinem Auto die Verfolgung des Lkw aufnahm, begann in der in Sichtweite gelegenen Stallanlage bereits das Durchzählen des Tierbestandes. Die Befürchtungen bestätigten sich leider: 34 weibliche Mastfärsen und sechs Jungbullen waren nicht mehr in ihren Boxen.

Die zurückgeholten Rinder fressen schon wieder fleißig

Die zurückgeholten Rinder fressen schon wieder fleißig.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Fred Perle hatte Glück. Noch vor der Autobahnanschlussstelle Brandenburg holte er den Viehtransport ein. „Damit war die Fluchtrichtung klar. Die wollten nach Osten“, berichtet Perle. Der Schmerzker hinterher. Perle gab das polnische Kennzeichen des Sattelaufliegers an die Polizei durch, die inzwischen von seiner Frau alarmiert worden war. Die rasante Rinder-Fahrt führte von der A 2 zur A 10, wo sich Autobahnpolizisten in Michendorf auf einen Zugriff vorbereiteten.

Doch dazu kam es nicht. Der Fluchtfahrer steuerte den Viehtransporter abrupt auf den Parkplatz der Raststätte Michendorf und machte sich aus dem Staub. Die Fahrerkabine war leer, als Fred Perle und Beamte der Autobahnpolizei am Sattelauflieger eintrafen. Sehr wahrscheinlich fuhr ein Komplize dem Lkw voraus. Dessen Auto diente offenbar als Fluchtfahrzeug. Für den Krahner Tierproduktionschef Abert steht fest, dass es sich um mehrere Täter gehandelt haben muss: „Ein einzelner Mann kann solch eine Tierverladung nicht bewerkstelligen.“

Für die etwa 14 Monate alten Mastrinder war die Odyssee damit nicht vorbei. Die Rückführung in den heimatlichen Stall musste organisiert werden. Dazu wurde das Tatfahrzeug, dass nicht mehr selbst gesteuert werden durfte, nach Schmerzke geschleppt. Gegen 8 Uhr konnte Angela Perle die Tiere wieder in Empfang nehmen. Die Rinder trabten nach ihrem unfreiwilligen Ausflug ohne Probleme zurück in ihre Boxen. Doch ihre völlig nassgeschwitzten Felle zeugten vom Stress und der Aufregung, die die Färsen und Jungbullen hinter sich hatten.

In der  Schmerzker Rindermast ist wieder Normalität eingekehrt

In der Schmerzker Rindermast ist wieder Normalität eingekehrt.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Die Ermittlungen zu den Tätern dauern an. Vom Lenkrad und vom Griff des Zündschlüssels wurden DNA-Spuren genommen. Sowohl der Parkplatz als auch der angrenzende Wald wurden abgesucht. Auch ein Fährtenhund kam zum Einsatz – ohne Erfolg. Einig ist man sich in der Agrargenossenschaft darin, dass sich die Diebe vor der Tat Ortskenntnisse verschafft haben müssen. Die Anfahrt erfolgte vermutlich auf Waldwegen aus Richtung Zingelheide. Dann knackten sie das mit einer Kette verschlossene Zufahrtstor und fuhren mit dem Viehtransporter zur Rückseite des nicht separat verschlossenen Stalls. Dort holten sie die Jungrinder aus ihren Boxen und trieben sie in den Viehtransporter.

Von Frank Bürstenbinder

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