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Trauerfeier für OLG-Präsidenten Wolf Kahl

Abschied im Brandenburger Dom Trauerfeier für OLG-Präsidenten Wolf Kahl

Über 300 Menschen haben Donnerstagmittag im Brandenburger Dom Abschied vom früheren OLG-Präsidenten Wolf Kahl genommen. Die emotionale Trauerfeier erinnerte noch einmal an einen Juristen, Familienmenschen und Freund, der zahlreiche Spuren in der Welt hinterlassen hat. Freitag wird Kahls Urne im Familienkreis beigesetzt.

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Wie man ihn kannte und in Erinnerung behält: Wolf Kahl.

Quelle: B. Rougk

Brandenburg/H. Der Beginn ihrer gemeinsamen Zeit als Ehepaar vor 41 Jahren stand für Wolf und Ulla Kahl unter dem Satz: „Liebe ist nur ein Wort: Du!“ Ein sonnengelber Trauerkranz im Brandenburger Dom mit dem Schleifenspruch „In Liebe über den Tod hinaus: Ich“ stand gestern für das Ende dieses gemeinsamen Lebensweges.

Weit über 300 Menschen waren am Mittag in den Dom gekommen, um dort im Rahmen einer Trauerfeier Abschied zu nehmen von Wolf Kahl. Der frühere Oberlandesgerichtspräsident war am 19. März nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von nur 66 Jahren im Kreise seiner Familie in einer Klinik in Treuenbrietzen verstorben. Die schwere Krankheit kam völlig überraschend und dennoch blieb dem lebenslustigen, humorvollen Kahl, der in Köln geboren und aufgewachsen war und schon 1991 ins Land Brandenburg kam, noch Zeit, sein Leben zu regeln und Abschied zu nehmen.

Pfarrerin Cornelia Radeke-Engst zeichnete im warmen, herzlichen Worten den Lebensweg des Richters nach, beschrieb ihn als Menschen, dem Familie und Freunde unendlich wichtig waren und der mit seiner lebenslustigen Art viele Menschen trotz seines ernsten Jobs begeisterte.

Auch Kahls Töchter Judith und Esther gestalteten die sehr persönliche Trauerstunde mit, zu der neben viel Prominenz aus der Havelstadt auch zahlreiche bekannte deutsche Juristen und Politiker gekommen waren. Neben Justizminister Helmut Markov waren beispielsweise auch dessen Amtsvorgänger Hans-Otto Bräutigam und Beate Blechinger unter den Trauernden. Kahls Tochter Esther bedankte sich in einer berührenden Rede stellvertretend für die Familie bei ihrem Vater. Den Gästen gab sie als Botschaft ihres Vaters mit auf den Weg, die Tage zu achten, „die uns noch gegeben sind.“ So schmerzlich der Tod auch war, so intensiv und wichtig seien die Tage des Abschiednehmens gewesen. Es sei „Zeit geblieben, für das gute Wort“ und das Geschenk, „dass wir uns verabschieden durften.“

Kaum weniger emotional war die Rede von Christoph Clavée, dem Nachfolger von Wolf Kahl im Amt des OLG-Präsidenten. Kahl hatte Clavée 1994 als Richter eingestellt. Gemeinsam hatten sie die Gerichtsbarkeit und das OLG im Land Brandenburg aufgebaut. Der frühere Amtsrichter Kahl und der junge Richter Clavée – Seite an Seite mit dem auch schon verstorbenen OLG-Präsidenten Peter Macke. Wenige Stunden vor dem nahen Tod besuchte Clavée Kahl in der Klinik. Der Kranke scherzte, witzelte über die Justiz „und er gab mir Trost“, sagt Clavée mit brechender Stimme.

Auch Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann würdigte Kahl als einen Segen für die Brandenburger Gemeinschaft. Sein Engagement in Vereinen und Verbänden pries sie dabei ebenso wie seinen Einsatz für das OLG und die Stadt Brandenburg. „Danke, lieber Wolf!“, meinte Tiemann zum Abschied und verbeugte sich vor dessen Foto. Eine Geste, die stellvertretend alle Gäste mit gesenktem Kopf honorierten.

Von Benno Rougk

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