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Traum vom Edeka-Center ist geplatzt

Brandenburg an der Havel Traum vom Edeka-Center ist geplatzt

Am Freitag, 15. September, wollen die Besitzer der Stärkefabrik-Grundstücks in Brandenburg an der Havel den Schornstein auf der seit neun Jahren umkämpften Industriebrache sprengen. Doch vorher platzt eine Bombe: Entgegen der Ankündigung wird dort kein hochwertiges Edeka-Centrer gebaut.

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Die alte Stärkefabrik in der Neuendorfer Straße am Brandenburger Havelufer. Der Schornstein ist weithin sichtbar.

Quelle: Heiko Hesse

Brandenburg/H. Freitag, 15. September wollen die Besitzer der Stärkefabrik-Grundstücks Isarkies den Schornstein auf der seit neun Jahren umkämpften Industriebrache sprengen. Doch eine Bombe ließen die Geschäftsführer Peter Emmerling und Christoph Kagerer am Dienstag schon platzen.

Da teilten sie ihrem Partner Edeka mit, dass es in der Neuendorfer Straße keinen Edeka-Center geben werde. Mit dem Versprechen, einen Edeka-Markt in Brandenburg ansiedeln zu wollen, hatten die Isarkies-Leute fast ein Jahrzehnt lang die Lokalpolitik beeinflusst und die Stadtverwaltung vor sich hergetrieben. Zur Erinnerung: Die früheren SPD-Spitzen Norbert Langerwisch, Dirk Stieger sowie der Ex-Linke Alfredo Förster hatten mit Isarkies und Edeka immer wieder Druck gemacht, um die Brache am Zentrumsring noch vor der Bundesgartenschau 2015 verschwinden zu lassen und durch das E-Center zu ersetzen.

Isarkies hängte 2014 große Plakate auf: „Wir wollen handeln. Für Investitionen, Arbeitsplätze und Wohlstand“, stand in fetten Lettern über dem Bild eines Edeka-Marktes. „Der Name Edeka war immer das Zugpferd um gegen die Haltung der Verwaltung und der CDU mobil zu machen“, erinnert sich der Baubeigeordnete Michael Brandt (CDU), der stets sagte, ein solcher Markt werde den Innenstadthändlern schaden.

Letztlich hatten die Befürworter der E-Center-Bebauung aber auch Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU) weich gekocht. Im September 2016 wurde die Verwaltung beauftragt, den Bebauungsplan aufzustellen, der die Errichtung eines Edeka-Verbrauchermarktes in einer Größe von 3280 Quadratmetern Verkaufsfläche ermöglicht. Sein Kollege Langerwisch habe viel „genetzwerkt“ bei diesem Thema, triumphierte Stieger seinerzeit. Im November 2013 hatte Isarkies das vorher optionierte 40 000 Quadratmeter große Grundstück von Unilever erworben.

Zur selben Zeit sagte Emmerling gegenüber der MAZ, der B-Planentwurf des Edeka-Centers werde den Forderungen der Stadt und der Landesplanung entsprechen. Im Klartext bedeute dies, dass das E-Center maximal 3000 Quadratmeter habe, so Emmerling damals.

Doch augenscheinlich haben die Investoren aus dem bayrischen Unterwattenbach die Lust an Brandenburg verloren. Ursprünglich wollte Isarkies sein Center bauen, Edeka sollte den Markt mieten. In den zurückliegenden Monaten kam der Sinneswandel: Isarkies wollte das Teilgrundstück für den Markt und den Parkplatz – auf dem Rest entsteht Wohnbebauung – plötzlich zusammen mit der Baugenehmigung verkaufen. Wie es aus der Expansionsabteilung von Edeka heißt, war man auch dabei auf einem guten Weg. Für das Grundstück sollten deutlich mehr als fünf Millionen Euro fließen, für den Bau des Marktes wäre mindestens genauso viel investiert worden.

Dem Vernehmen nach hätten auch Kaufland und Rewe Interesse am Kauf signalisiert, heißt es bei Edeka. Ein Konkurrent habe wohl mehr geboten: „Wir sind völlig überrascht und enttäuscht. Denn wir sind ja gemeinsam mit Isarkies hier in Brandenburg angetreten“, sagt Markus Schwer von der Edeka.

Die SPD-Fraktionsvorsitzende Britta Kornmesser fühlte sich am Dienstag vom Investor getäuscht: Auch die SPD habe sich wegen des zusätzlichen Angebotes mit hochwertigem Lebensmittelhandel vor den Wagen des Investors gespannt. Bürgermeister Steffen Scheller (CDU) sagt, die Entscheidung zum Bau sei unabhängig vom Betreiber des Marktes gefallen, einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan habe Isarkies abgelehnt. Die Verwaltung habe immer davor gewarnt, dass ein zusätzlicher Markt zur Umverteilung führen werde.

Letztlich habe die SVV politisch entschieden. Offenbar hat Isarkies am Dienstag die Verwaltung über weitere Schritte informiert.

Von Benno Rougk

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